Vor kurzem haben wir ein Städtchen besichtigt welches zu Unrecht kaum von Touristen besucht wird. Oettingen kennen viele wegen der dortigen Brauerei die zu den Größten in Deutschland zählt. Die verfügt über zwei Standorte in und am Rande der Stadt die mit einer Bier-Pipeline verbunden sind. Die Braustätte liegt in der Stadt und der Abfüllbetrieb mit Lager außerhalb. Dies jedoch nur am Rande.
Wenn wir schon vom Rande sprechen dann ist das Ries, ein Meteoritenkrater das Thema. Was sich hier verbirgt könnt ihr da nachlesen.
Das Ries | Bayerisch-Schwaben - Bayerisch-Schwaben
Die Kurzform wird auf einer Tafel dargestellt.
Doch nun ein paar Bilder zum Städtchen Oettingen.
Das historische Zentrum ist nicht groß und beginnt hinter diesem Tor. Links die Gaststätte war einst die Brauereiwirtschaft. Aktuell sucht man einen neuen Pächter. Es ist wohl überall das selbe mit den Traditionswirtschaften.
Also das Auto am Rande der Altstadt abgestellt und schon gehts hinein.
Solche Zeichen sind weit verbreitet in Bayerns Traditonswirtschaften. Leider ist die Brauereiwirtschaft derzeit geschlossen. Man sucht einen neuen Pächter.
Meister Adebar farblich verfremdet.
Am ehemaligen Stadttor prangt das Wappen der Familie Oettingen-Spielberg.
Die existiert bis heute, residiert jedoch mittlerweile bescheiden und nicht mehr im großen Schloß. Ihr wisst doch alle wie die Nebenkosten von Einfamilienhäusern in den letzten Jahren gestiegen sind. ![]()
Home - Fürst zu Oettingen-Spielberg’sche Verwaltung
Dieser steinerne Bürger begrüßt den Besucher.
Und noch eine ehemalige Gaststätte an der Hauptstraße. Der geschwungene Giebel ist typisch für Häuser des Bürgertums in Nordschwaben.
Die Post war vor mehr als 100 Jahren eine ganz andere Institution als heute. Auch der Personentransport wurde mittels Postkutschen in Bayern durchgeführt. Eine dieser Personen machte Station in Oettingen.
Den kennen wir doch oder?
Anscheinend hat das Fürstenhaus Thurn und Taxis damals gut verdient zählt die Familie doch bis heute zu den wohlhabendsten in Deutschland.
In einer Seitenstraße steht das ehemalige Kino.
Weiter gehts auf der Schloßstraße, dem Zentrum des Städtchens.
Auf der einen Seite wohnten und arbeiteten früher die Katholiken und auf der anderen die Protestanten. Heute gilt das natürlich nicht mehr.
Links das Rathaus, rechts das Hotel Krone.
Hier öffnet sich auch die Straße zu einem Platz wo die Eisdiele schon auf uns wartet.
Bürgerhäuser auf der gegenüberliegenden Seite der Straße.
Wir verlassen das Zentrum und gehen in Richtung Zwinger.
Hier ist jemand ganz weit in die Vergangenheit gereist.
die katholische Kirche St. Sebastian
Und auch ein Stück der Stadtmauer hat man hier stehengelassen. Den ausrangierten Kamin hat sich eine Storchenfamilie als Heimstätte ausgesucht.
Der ehemalige Zwinger war in diesem Stadttor.
Vor der Brücke über die Wörnitz erinnert diese Tafel an die Zerstörungen durch einen Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg. Ob es in Oettingen ein kriegswichtiges Ziel gab oder die feindlichen Piloten wie gelegentlich nur ihre Bombenlast abwerfen wollten bevor es zurück zum heimatlichen Fliegerhorst ging weis ich nicht.
Auf der einen Seite der Brücke steht ein Nepomuk.
Ob all die hier ausgestellten Antiquitäten einmal einen Käufer finden?
Wir nähern uns langsam dem fürstlichen Schloß mitten in der Stadt.
Unter dem Hauptgebäude hindurch führt ein weiteres Tor in die Stadt.
Über dem Schloß weht die Fahne des Fürstenhauses. Mittlerweile ist jedoch das Land Bayern Eigentümer des Anwesens. Ihr wisst doch, die Nebenkosten...
Die großzügigen Räumlichkeiten dienen nicht nur zur Repräsentation und für Veranstaltungen. Nein, darin sind auch Behörden und sonstige Verwaltungen untergebracht.
Die evangelische Kirche St. Jakob steht direkt neben dem Schloß. Von außen konnte ich wegen der Enge keine Gesamtaufnahme machen.
Der Kirchenfachmann wundert sich wieso hier Heiligenfiguren zu sehen sind? Das erklärt sich dadurch, daß diese Kirche einst eine katholische Kirche war.
Irgendwann in der Vergangenheit hat auch der Platz auf dem Friedhof um die Kirche nicht mehr ausgereicht. Also hat man den aufgelöst und die alten Grabsteine innen sichtbar in der Kirche vermauert. So bleiben Zeugnisse der Ortsgeschichte hoffentlich für die nächsten Jahrhunderte erhalten.
Der Hauptflügel des fürstlichen Schlosses.
Das was im Bild als Nr. 1 bezeichnet ist gehört zum Schloßpark wo heute die fürstliche Familie wohnt. Teile des Parks sind für die Öffentlichkeit zugänglich.
Das war auch schon unser Rundgang durch Oettingen. Gerne hätte ich ein frisch gezaptes helles der örtlichen Brauerei vor Ort verkostet. Aufgrund der aktuell geschlossenen Brauereigaststätte gab es halt ein Eis. Auch nicht schlecht.
jürgen