Der Winter hat uns nach wie vor im Griff. Besonders in den Bergen liegt noch jede Menge Schnee. Und doch sind wir vor ein paar Tagen zumindest ins Tiroler Lechtal gefahren um im fast schneefreien Tal entlang dieses Wildflußes eine kleine Wanderung zu unternehmen. Los ging es in Weißenbach am Fußgängersteg über den Lech.
Dort befindet sich die alte Johannesbrücke.
Einst überflutete der Lech bei Hochwasser hier das gesamte Tal. Und doch wurde er bisher nicht in ein enges Bett gezwängt wie andere Flüsse.
Die Brücke ist ziemlich neu wie auch die beiderseits befindlichen Betonpfeiler aus dem Jahr 1950.
Was es mit dieser Jahreszahl auf sich hat ist schnell erklärt. Ende April 1945 zerstörte die Wehrmacht beim Rückzug die damals bereits hölzerne Brücke um die nachrückenden Amerikaner aufzuhalten. Dabei wurde auch die Wasserleitung zerstört die Trinkwasser von der anderen Lechseite nach Weißenbach leitete. Erst 1950 konnte man eine stabile Konstruktion für die neue Druckleitung bauen.
Für alle die es genauer wissen wollen habe ich die Tafel abgelichtet.
Wir überqueren den Lech und folgen der "Konkurrenzstraße" flußaufwärts.
Es ist immer wieder erstaunlich wieviel Platz der Fluß auf einer Länge von 50 km hat um sich auszubreiten.
Eine Woche später liegt übrigens diese Gegend erneut unter einer dicken Schneedecke. Und das Anfang April.
Das ist ein Fundament der alten Straße. Der Rest wurde immer wieder von Steinrutschen begraben.
So sieht das dann aus.
Jedes Frühjahr das selbe. Mal kommt mehr und mal weniger Gestein den Berg herunter.
An dieser Stelle gibt es keine Straße mehr.
Die Bedeutung dieses alten Steins konnte ich leider nicht herausfinden.
Einst war die schmale Straße gut gesichert.
Wegen der Rutschung ist die Straße hier auch für Fahrzeuge gesperrt.
Etwas Farbe bringt die Botanik dann doch in diese öde Landschaft.
Der Bach entspringt unter dieser Hütte.
Diese Gestelle nennt man Heinzen. Sie werden teilweise auch heute noch zum Heu trocknen verwendet.
Das ist ein Baggersee wo man Kies entnommen hat.
Nach ein paar Kilometern überqueren wir den Lech auf der neuen Johannesbrücke.
Die ist nach dem Brückenheiligen benannt.
Johannes Nepomuk ist folglich auch hier zu finden.
Wir sind jetzt etwa eineinviertel Stunden unterwegs und kommen zu den Drei Brunnen.
Gleich darauf erreichen wir unseren Rastplatz am Badesee am Lechweg. Auch der diente einst der Gewinnung von Kies.
Obwohl er keine Verbindung zum Fluß hat ist das Wasser des Sees genauso grün wie das des Lechs.
Am See entlang und dann auf verschiedenen Pfaden am Fluß geht es zurück nach Weißenbach.
Solche Buhnen hat man einst gebaut um die Fließgeschwindigkeit des Lechs zu bremsen.
Nachdem wir nicht gerade einen warmen Tag für unsere zweieinhalbstündige Wanderung gewählt haben geht es anschließend nach Weißenbach ins Cafe. Die Wanderung ist nicht anspruchsvoll weil keine Steigungen zu erwarten sind. Im Sommer gibts dazu die Möglichkeit im Lech oder im Badesee zu schwimmen. Bänke für eine Rast sind ausreichend vorhanden.
jürgen