Ich bin erstaunt, wie gut dokumentiert die Nepomuks in Ungarn sind.
Das habe ich, oder haben wir, größtenteils unserem ungarischen Kollegen Attila Terbócs zu verdanken. Er hat in nur kurzer Zeit fast alle ungarischen Nepomuks besucht und dokumentiert. Ich habe nur einige Details ergänzt. Attila war übrigens auch in der Slowakei unterwegs und hat zum Teil auch Deine Funde dort in seiner Liste.
Den Bereich Amerika würde ich nicht auf Brasilien und Mexiko beschränken. Wenn ich mir auf der Karte anschaue wie groß Neuspanien war, dann könnten zwischen Alaska und Feuerland noch einige Nepomuks versteckt sein.
Außerdem haben wir noch nicht alle europäischen Länder durchforstet. Da dürften auch noch welche zu finden sein.
Der Bezug Spaniens und Segovias zum Hl Johannes Nepomuk kommt nicht von ungefähr.
Schon 1731 ordnete der Vizekönig von Neuspanien an, dass das neu geschaffene Barlovento-Bataillon während seines Aufenthalts in Spanien ihn als Schutzpatron haben sollte.
Am 24. Mai 1758 teilte der Generalkapitän der Marine, Don Juan José Navarro, Marquis von La Victoria, dem Marineminister mit, dass die Schirmherrschaft auf das Marinebataillonskorps übertragen worden sei, und man feierte das Fest von San Juan Nepomuceno am 16. Mai.
König Karl III. von Spanien wurde 1759 zum König von Spanien ernannt. Vorher war er Herzog von Parma und Piacenza, König von Sizilien und Neapel. Nach dem Erbfolgekrieg sollte er Maria Theresia von Österreich heiraten, was aber scheiterte. Es war aber eine Verbindung zu den Habsburgern vorhanden, wie eben zwischen allen Königshäusern. Die Gründung des Königlichen Artilleriekorps und seines Colleges geht auf die Politik zurück, die Karl III. nach seiner Ankunft in Spanien im Jahr 1759 in die Tat umsetzte. Er ordnete am 29. Januar 1762 die Gründung des Real Cuerpo de Artillería (Königliches Artilleriekorps) und des Royal College (Königliche Universität) in Segovia an.
Nachdem die Umbauarbeiten am Alcázar (Burg in Segovia) abgeschlossen waren, das Gelände für die praktischen Ausbildungen bestimmt war und die Lehrer und 60 Kadetten der Studentenkompanie anwesend waren, wurde am 16. Mai 1764 der erste Lehrgang des Royal College of Artillery in einem der Hauptsäle des Alcázar feierlich eingeweiht.
Ein königlicher Befehl vom 18. März 1878 bestätigte San Juan Nepomuceno als Patron der Marineinfanterie. Der König übermittelte den Gerichtskommandos seinen souveränen Willen, dass "am 16. Mai, wenn das Fest des Schutzpatrons San Juan Nepomuceno gefeiert wird, eine Galaveranstaltung für diejenigen stattfinden soll, die dem Marinekorps angehören, und denen die eine religiöse Funktion innehaben Ausgaben zu gestatten, soweit es die allgemeinen Unterhaltungsfonds der Regimenter, Bataillone und Postaderos zulassen; in Frage kommt die Bezahlung des Bildnisses des Heiligen oder eines Porträts in Malerei, das in der Kapelle der Kaserne, in der die Marinetruppen normalerweise untergebracht sind, vorhanden sein muss.“
Im gleichen Zeitraum entstand nur etwa 10 km vom Zentrum von Segovia entfernt eine Nepomukkapelle.
Die deutschen Glasmachermeister, die Mitte des 18. Jahrhunderts nach Real Sitio de San Ildefonso (oder auch La Granja) kamen, waren dem Märtyrer Johannes Nepomuk so sehr ergeben, dass sie 1766 die Königliche Kongregation von San Juan Nepomuceno gründeten. Sie ließen selbst ein Bild des Heiligen anfertigen und stellten es zu seiner Verehrung in einer schlecht gebauten Baracke auf, die ihnen die Königinmutter Isabel de Farnesio geschenkt hatte. Sie wurde unter Karl III. erbaut und 1779 vom Abt dieser Stätte gesegnet. Seine Majestät stellte das Land großzügig zur Verfügung, und die Kinder D. Gabriel und D. Antonio spendeten die gesamten behauenen Steine, die nach dem Bau der Casa de Infantes übrig blieben. Dieses Gebäude, das sich möglicherweise an der gleichen Stelle wie die heutige Kapelle befand, bot nicht die Bedingungen, die von seinen Brüdern gefordert wurden, deren Zahl durch die Aufnahme neuer Mitglieder, darunter auch Reservekandidaten, wuchs. Aus diesem Grund wurde im Jahr 1778 mit dem Bau eines neuen Gebäudes begonnen, zu dem Zeitpunkt, an dem ihnen laut Santos Martín Sedeño auch das Prager Kapitel eine Reliquie desselben Heiligen schenkte. Dabei handelte es sich offenbar nicht um ein sehr solides Bauwerk, da es 1793 in Trümmern lag. Heute ist der Glockenturm das einzige Element, das das wieder aufgebaute Gebäude als religiös erkennen lässt. Es wird heute privat als Kunstgalerie genutzt.
Übrigens hat das spanische Schiff "San Juan Nepomuceno" als Teil der spanischen Armada an der Schlacht von Trafalgar teilgenommen.
Wer basteln möchte kann sich einen Bausatz des Schiffes kaufen.
Liebe Grüße von waldi ![]()