Wow, da gibt es was zum Schauen. Danke für die tollen Bilder. Beeindruckend!
Für euren Besichtigungsmarathon braucht es aber eine gute Konditionen
Johannes
Wow, da gibt es was zum Schauen. Danke für die tollen Bilder. Beeindruckend!
Für euren Besichtigungsmarathon braucht es aber eine gute Konditionen
Johannes
Bist Du auch mit dieser Gabe gesegnet?
Bedingt. Ich habe in meinem Studium der Biologie sehr viel gezeichnet, eher wissenschaftlich, aber, wie ich meine, ganz gut.
Wird es ein neues Marterl vom hl. Rochus im Attendorfberger Wald geben?
Das wurde diskutiert, wir werden sehen
Bei dieser Exkursion in die Vergangenheit auch noch auf das Gemälde eines hl. Nepomuk zu stoßen ist natürlich eine Krönung der Geschichte.
Denkt man an eine Restaurierung des Gemäldes?
Ich werde in Wien bei einer Restauratorin nachfragen, ob dies möglich ist.
Johannes
Attendorfberg, Ortschaft in Hitzendorf, Graz-Umgebung, Weststeiermark
Der hl. Rochus, eine Zeichnung meines Vaters, ein verschwundenes Marterl, die Weberkarde, ein Bild des hl. Johannes v. Nepomuk und wie das alles zusammenhängt.
Ich kann die Geschichte nur verkürzt darstellen, derart verwoben und unglaublich ist sie. Letztendlich hat sie mich zu einem sehr entlegenen Nepomuk geführt, den ich ohne den hl. Rochus nie entdeckt hätte.
Es begann damit, dass mir mein Bruder eine Zeichnung unseres Vaters aus dessen Nachlass schickte mit der Bemerkung: "haben wir hier einen hl. Nepomuk gezeichnet?" Wir deswegen, weil unser Vater und mein Bruder, damals acht Jahre, neben meinem Vater im Wald sitzend, ein Marterl in Attendorfberg gezeichnet haben:
In der Perspektive der beiden Zeichnungen geht hervor, dass mein Bruder rechts von unserem Vater saß, wie wir später noch sehen werden.
Mein Bruder wollte an den Ort des Geschehens 1963 fahren und das besagte Marterl suchen. Ich konnte anhand der zwei Muscheln auf dem Gewand des Heiligen und dem schemenhaften Hund den hl. Rochus identifizieren, stimmte aber zu, diesen besonderen Ort zu besuchen. Mir schien das Unterfangen jedoch aussichtslos, da unsere Erinnerungen über die Stelle im Wald sehr lückenhaft waren und am Internet über dieses Marterl nichts zu finden war.
Also schrieb ich die Gemeinde an, ein Foto der Zeichnung beigefügt, ob man mir über dieses Marterl Auskunft geben kann.
Eine Zeit später meldeten sich bei mir der Altbürgermeister von Attendorfberg Reinhardt und die Lehrerin und Waldpädagogin Kornelia. Beide, und auch der Freund Leo, der täglich auf seinem Schulweg bei dem Marterl vorbeiging, konnten sich erinnern und waren hoch erfreut, dass dieses Dokument auftauchte, denn das Marterl wurde einige Zeit, nachdem es mein Vater und mein Bruder gezeichnet hatten, gestohlen und tauchte nie wieder auf. Es gab auch kein Foto oder sonstigen Beleg. Aber die älteren Bewohnerinnen und Bewohner konnten sich noch gut erinnern und der Weg nach Hitzendorf heißt heute noch "über den Rochus".
Mein Bruder und ich vereinbarten, ein Faksimile der Zeichnung meines Vaters herstellen zu lassen und es den Attendorfbergern als Erinnerung zu schenken. Bei unserem Besuch in Attendorfberg besuchten wir zuerst die ehemalige Unterkunft von den ehrw. Schwestern, wo wir gewohnt hatten. Das Haus gibt es nicht mehr, es steht dort jetzt die Landvilla Pia. Doch an das Nebengebäude, wo wir das Frühstück zubereiteten, erinnerte ich mich noch:
Erinnerungen...
Danach wurden wir von Kornelia, ihrem Mann und Leo an besagte Stelle im Wald geführt. Es ist eine besondere Stelle, an der fünf Wege kreuzen und, wie uns Reinhardt später erläuterte, war dort der hl. Rochus nicht zufällig angebracht.
Es war ein merkwürdiges Gefühl, fast 60 Jahre später an dieser Stelle zu stehen und die beiden Bäume wiederzuerkennen. Vorne, an der Eiche war das relativ große Marterl aus Holz befestigt, dahinter etwas rechts, steht eine Buche.
Die beiden Bäume schienen in den 60 Jahren nicht viel dicker geworden zu sein, sie sind wohl im tiefen Wald hauptsächlich in die Höhe gewachsen. Und das Erstaunlichste, was keiner von den Attendorfbergern wusste, man konnte noch die Befestigungsspuren des Marterls an der Eiche erkennen: ein Loch, wo es aufgehängt war, Draht der Befestigung, eine Einkerbung rund um den Baum vom Draht, ein großer Metallnagel und ein Stück Eisen. Die Blickrichtung des Heiligen war klar und damit auch die exakte Position wo unser Vater und mein Bruder beim Zeichnen gesessen sind.
Hier die Perspektiven der Zeichnung unseres Vaters und dem Standort am Originalschauplatz:
Und hier die Perspektive des Platzes, an dem mein Bruder gezeichnet hat;
Reinhardt, den wir am nächsten Tag trafen, erzählte uns, dass der hl. Rochus in seiner Verbindung zu Frankreich an diesem besonderen Platz angebracht wurde. Wir blickten auf ein nahes Gebäude, welches einem Franz Rotsch gehörte:
Der hl. Rochus kam ja aus Montpellier, aus Frankreich. Und von dort wurden auch große Mengen Weberkardenköpfe für die Tuchindustrie importiert. Für Attendorfberg und viele Orte in der Steiermark begann um etwa 1800 mit dem eigenen Anbau von der Weberkarde ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Ab 1789 war der Import durch Unruhen in Frankreich stark eingeschränkt, 1818 sanken die Getreidepreise und erreichten 1824 einen Tiefststand, der den Bauern in der Steiermark zu schaffen machte. Gleichzeitig stieg der Bedarf an Weberkarden, mit denen die Stoffe aufgeraut wurden, durch den Aufschwung der "Tuchfabricationen". A. Süss, ein Tuchhändler, motivierte die Bauern in Attendorfberg, auf die Produktion der hochpreisigen Weberkardenköpfe umzustellen. Kein einfaches Unterfangen, denn der Anbau und die Pflege dieser 2-jährigen Pflanzen, das regelmäßige Ausgeizen und die einheitlichen Größensortierungen der Köpfe war mühsam. Doch es lohnte. 1860 produzierten 300 Bauern bereits 10 Millionen Kardenköpfe, 1865 waren es 18 Millionen. Bald hatten die Kardenköpfe auch den volkstümlichen Namen "Birschtn". 1841 übernahm Franz Rotsch in Attendorfberg die Geschäfte von A. Süss mit dem Vertrieb der Kardenköpfe in der gesamten Monarchie, veranstaltete jährliche "Distelfeste"und erlangte einen beachtlichen Reichtum, bis ab 1930 mit Produktionsumstellungen in der Tuchindustrie der Anbau und damit das Geschäft mit den Weberkardenköpfen zum Erliegen kam.
Franz Rotsch pflegte in der Monarchie gute Beziehungen zu Prag und so kam es, dass er nicht nur das "Prager Kindl" in der Kirche von Hitzendorf spendete, sondern den Attendorfbergern auch ein im Veitsdom geweihtes Bild für die Ortskapelle als Dankbarkeit für die guten Geschäfte schenkte.
Um dieses Bild zu sehen, müssen wir zur Monsberger Kapelle hinauf steigen....
In der Monsberger Kapelle steht links beim Altar eine geschnitzte Holzfigur des hl. Rochus, der als Sinnbild für die aus Frankreich importierte Weberkarde und den Aufschwung dieser Region steht. Er wurde von einem Bildhauer als Andenken an das gestohlene Marterl angefertigt.
Auf dem Altar ist das Bild des hl. Nepomuk angebracht, das leider auch, wie das Altarbild im Stift Rein, durch zu üppigen Blumenschmuck in Leidenschaft gezogen wurde.
Auf der Rückseite des Bildes findet sich der Beleg der Stiftung durch Franz Rotsch:
Das Medaillon, welches Nepomuk trägt verweist auf das Palladium in Altbunzlau.
Das Faksimile der Zeichnung meines Vaters vom Marterl des hl, Rochus soll einen Platz in der Monsberger Kapelle finden.
Danke an alle, die diese lange Geschichte zu Ende gelesen haben, für meinen Bruder und mich war es ein besonderes Erlebnis und ich finde die Zusammenhänge dieses Bildes vom hl. Nepomuk, dem hl. Rochus und der Weberkarde sehr spannend.
Ich bedanke mich bei den Attendorfbergern für ihre Gastfreundschaft, die Begleitung zu den Plätzen unserer Vergangenheit und bei Reinhardt für die ausführliche Dokumentation der geschichtlichen Zusammenhänge!
Johannes
Auf dem Foto sieht man Stangen an der Wand. Das scheinen sie wohl zu sein.
Danke, die habe ich übersehen. Jedenfalls fantastisch! Alle sind schön, da würde ich mir schwer tun, den schönsten zu wählen.
Johannes
Herrliche Innenhöfe mit toller Bepflanzung! Ich frage mich, wie die das so hinbekommen und wie das gegossen wird....
Johannes
Hattest Du in dieser Stiftskirche eine solche Pracht erwartet?
Nein, es war ein spontaner Besuch mit meinem Bruder und seiner Frau, da wir in der Gegend von Graz in einer besonderen Mission unterwegs waren. Ich wußte erst, als ich die Basilika betrat, dass ich hier vor bzw. unter einem Meisterwerk des Joseph Adam Mölk stehe. Auch der Nepomukaltar war für mich eine Überraschung. Zu der Mission, die uns zu einem hl. Rochus und dann zu einem Nepomuk-Bild aus Prag geführt hat, und wie das alles mit der Weberkarde und unserem Vater zusammenhängt, berichte ich hier später.
Johannes
Rein, Stift Rein, Marktgemeinde Gratwein - Straßengel, Steiermark
Dieses älteste Zistersienserstift der Welt liegt in einer Talebene, woher sich der Name Rein vom Slowenischen "rauna" ableitet.
Die Stiftskirche ist eine Basilika minor und zwischen zwei Hochzeiten fanden wir Einlass.
Es ist wohl die prächtigste erhaltene Malerei mit Scheinarchitektur, die in den Originalfarben des uns bereits bekannten Meisters Joseph Adam Mölk erhalten ist.
Schauen, Staunen...
Rechts fällt ein Altar auf, den wir uns näher betrachten wollen.
Der hl. Nepomuk zeigt auf das neu gegründete Stift links im Bild, rechts im Bild ist der Brückensturz zu sehen.
Das Bild zeigt die typischen Schäden von Feuchtigkeit, die durch zu viel Blumenschmuck entstanden ist. Das ist leider nur noch schwer zu restaurieren.
Johannes
Jedenfalls Marienkäfer ![]()
Ob asiatisch oder europäische Art, kann ich anhand der Larve nicht sagen.
Heuer gab es kaum Frost, dadurch haben sich die Läuse massenhaft vermehrt, was wiederum die Marienkäfer auf den Plan gerufen hat.
Wenn ich unter dem Zwetschgenbaum stehe, regnet es das klebrige Sekret der Läuse. Das ist seit Auftreten tausender Marienkäfeelarven schlagartig besser geworden. Wenn sie vollgefressen sind, fallen sie vom Baum und die Verwandlung zum Imago beginnt.
Johannes
Ein Käfer?
Ja, und er macht sich jetzt in Scharen sehr nützlich, schau einmal genauer bei deinen Pflanzen, dann siehst du sie vielleicht auch. Bei mir fallen sie vom Zwetschgenbaum auf den darunter stehenden Oleander, vollgefressen und eigentlich schon satt.
Johannes
Schulwissen: 6 Beine= Insekt
Ja, gut beobachtet. Musste schmunzeln, als sie unlängst in einer Zeitung von den großen Zecken, diesen gefährlichen Insekten, schrieben. Die hatten nicht durchgezählt....