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  2. Johannes56

Beiträge von Johannes56

  • (11) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 11

    • Johannes56
    • 3. Juni 2022 um 06:16

    Großartig, dein Einsatz, Jürgen! Danke vielmals für diese umfangreiche Dokumentation. Jetzt ist die Kirche Mariä Himmelfahrt mit ihren drei Nepomuks sehr schön beschrieben! Wer hätte das gedacht, dass es da noch einen versteckten dritten gibt?

    Damit zählen wir in Landsberg vier Nepomuks, wer weiß, wo sich noch andere verbergen.

    Auch wenn es in der Wieskirche keinen Nepomuk gibt, ist sie doch ein echtes Juwel. Danke für die Mühen. Gehört die Wieskirche eigentlich auch zu Landsberg?

    Kornelia aus Attendorfberg schickte mir per WhatsApp ein Foto des Nepomuk und ein Bild der Wieskirche, daher war mir der Standort nicht klar und ich hatte auch keine Aufnahme des ganzen Altars.

    Das mit der Nepomuk - Bruderschaft ist interessant. Wien zählte zur Hochblüte des Nepomuk- Kultus 30.000 Mitglieder..

    ich finde es immer interessant und spannend, dass an Orten, wo schon Nepomuks beschrieben wurden, noch welche auftauchen.

    Jürgen, du bist echter Profi-Nepomukjäger geworden und die Fotos sind sehr gut gelungen. Danke!

    Johannes

  • (11) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 11

    • Johannes56
    • 2. Juni 2022 um 08:56

    Velm, Ort und Katastralgemeinde von Himberg, Bezirk Bruck an der Leitha, Niederösterreich

    Nach dem interessanten Nepomuk in Kroatien kommen nun wieder einige aus Niederösterreich. Offensichtlich wollen insbesondere Jürgen und ich unseren Nepomukmoderator Waldi weiter beschäftigen und bald den Teil 12 eröffnen ;)i

    In Velm bei Himberg (es gibt in Österreich einige Velm) steht diese eher schlichte, aber schöne Dorfkirche. Ich mag die Stimmung in diesen kleinen, ruhigen und kühlen Kirchen.

    Velm - Himberg < Nepomuk

    Velm - Himberg < Nepomuk

    Velm - Himberg < Nepomuk

    Velm - Himberg < Nepomuk

    Velm - Himberg < Nepomuk

    An der Seitenwand fällt neben dem Christophorus eine kleine Anbaukapelle auf:

    Velm - Himberg < Nepomuk

    Velm - Himberg < Nepomuk

    Der hl. Nepomuk ist auch hier, wie im Nepomukhof in Göttlesbrunn, mit duftenden Rosen umgeben.

    Velm - Himberg < Nepomuk

    Die Türe lässt sich öffnen, so kann ich ihn besser fotografieren.

    Velm - Himberg < Nepomuk

    Velm - Himberg < Nepomuk

    Velm - Himberg < Nepomuk

    Velm - Himberg < Nepomuk

    Ho Rugg, weiter geht es im Bezirk Bruck...

    Johannes

  • (11) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 11

    • Johannes56
    • 1. Juni 2022 um 08:07

    Kainach bei Wildon, Dorf in Wildon, Bezirk Leibnitz, südliche Steiermark

    Ein verschwundener Nepomuk aufgetaucht in neuem Glanz

    In der Nepomuk-Sammlung Eichinger ist eine Statue bei der Schlosszufahrt zum Schloss Schwarzenegg bei Wildon vermerkt und abgebildet. Diese befand sich, so wie das Schloss in schlechtem Zustand.

    Nepomuk Sammlung Steiermark

    Ich war in den vergangenen Jahren wiederholt bei dem Schloss und fragte auch nach der Nepomukstatue. Aber ich konnte keine sichere Auskunft erhalten. Das Schloss wurde umgebaut und es war dort eine Großbaustelle, die Bauarbeiter meinten, dass die Statue abmontiert wurde und restauriert wird.

    Bei meinem Ausflug nach Attendorfberg nutzte ich die Gelegenheit, das in der Nähe liegende Schloss nochmals zu besichtigen. Der Eigentümer, Notar Dr. Bernhard Fritzberg, gab mir telefonisch Auskunft, dass das Anwesen aufwändig renoviert wurde und sich dort nun 16 Mietwohnungen befinden. Auch die Statue des hl. Nepomuk wurde restauriert und an einer neuen Stelle beim Schloss aufgestellt. Der ursprüngliche Platz war wegen eines alten Baumes zu unsicher geworden.

    Der Lebens(t) raum Schwarzenegg ist ein besonderer Platz für gemeinschaftliches Wohnen geworden.

    https://wirbeleben.at/sanierungen/schloss-schwarzenegg

    Lebens(t)raum Schwarzenegg -

    Also, aufs Neue hin zum Schloss Schwarzenegg!

    Kainach bei Wildon < Nepomuk

    Kainach bei Wildon < Nepomuk

    Kainach bei Wildon < Nepomuk

    Kainach bei Wildon < Nepomuk

    Kainach bei Wildon < Nepomuk

    Es gibt auch eine Hauskapelle, in der der Bauherr aus 1636, Baron Ferdinand von Maschwander in Form einer gut erhaltenen Wachsbüste ausgestellt ist.

    Kainach bei Wildon < Nepomuk

    Kainach bei Wildon < Nepomuk

    Die gesamte Anlage sieht sehr ansprechend aus und vom Arkadengang hat man den Blick auf den hl. Johannes v. Nepomuk.

    Kainach bei Wildon < Nepomuk

    Kainach bei Wildon < Nepomuk

    Kainach bei Wildon < Nepomuk

    Kainach bei Wildon < Nepomuk

    Er ist mit 1739 datiert, also auch schon ein recht alter Herr. Die Restaurierung ist, wie bei der gesamten Anlage, recht vorbildlich gelungen!

    Kainach bei Wildon < Nepomuk

    Kainach bei Wildon < Nepomuk

    So mancher Nepomuk muss einige Zeit warten, bis er hier bei uns im Forum auftreten darf. Ich freue mich dann immer, wenn der eine oder andere in so schönem Zustand wieder auftaucht! Auch in Wien warte ich noch auf den ältesten Nepomuk von Wien, der demnächst wieder erscheinen soll! Aber Geduld....

    Johannes

  • (11) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 11

    • Johannes56
    • 31. Mai 2022 um 16:46

    Göttlesbrunn, Ortschaft in Göttlesbrunn- Arbesthal, Bezirk Bruck an der Leitha, Niederösterreich

    Ich war schon einmal in Göttlesbrunn und hatte diesen Nepomuk beschrieben:

    Beitrag

    RE: (11) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 11

    Göttlesbrunn, Ortschaft in Göttlesbrunn- Arbesthal, Bezirk Bruck an der Leitha, Niederösterreich

    Am Ortsanfang von Göttlesbrunn, etwas abseits der Brücke über den Göttlesbrunner Bach (an der Stelle steht jetzt die „Winzer Globe“, eine moderne Skulptur) am Vürhapweg steht diese kleine Kapelle zwischen relativ jungen Bäumen.

    https://beyondarts.at/app/carnuntum/…nzer-globe/#ath

    Göttlesbrunn < Nepomuk

    Ich vermute, dass diese kleine Kapelle ursprünglich dort stand, wo jetzt die „Winzer Globe“ stand. Winzer…
    Johannes56
    3. Dezember 2021 um 19:11

    Da Lockdown war, konnte ich mir das Artefakt im Nepomukhof - Weingut Christian Grassl - nicht ansehen. In einem Rätsel von Michael tauchte der hl. Nepomuk in Göttlesbrunn in einem Lied von Willi Resetarits auf: „zwischen Fischamend und Bruck...treff ma si in 2,3 Stund beim heiligen Nepomuk“ wird da gesungen.

    Nun war es soweit, dass ich mir diesen Torso des Nepomuks, der ursprünglich in dem Bildstock stand, den ich beschrieben habe, selbst ansehen konnte. Das ist der Eingang zum Weingut Grassl:

    Göttlesbrunn < Nepomuk

    Es gibt hier keinen Heurigenbetrieb mehr, dafür aber ein gutes Sortiment an roten und weissen Bio-Weinen.

    Göttlesbrunn < Nepomuk

    Im Hof, neben blühenden Rosen befindet sich das Artefakt, dessen Bild auch die Etiketten der Weine schmückt.

    Göttlesbrunn < Nepomuk

    Göttlesbrunn < Nepomuk

    Die Statue stammt aus 1740, wurde 1945 zerstört und von der Familie Grassl unter Schutt gefunden, als Torso restauriert und 1978 hier im Hof angebracht.

    Göttlesbrunn < Nepomuk

    Göttlesbrunn < Nepomuk

    Es ist damit einer der ältesten Nepomuks dieser Gegend. Und der Nepomuk-Wein schmeckt vorzüglich! Prost!

    Göttlesbrunn < Nepomuk

    Johannes

  • (11) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 11

    • Johannes56
    • 31. Mai 2022 um 11:55

    Tobelbad, Ortschaft in der Gemeinde Haseldorf-Tobelbad, Graz-Umgebung, Steiermark

    Ein verkaufter, ein gestohlener und ein neuer Nepomuk

    Eigentlich hatte Tobelbad zwei barocke Nepomuks, beide sind auf Wanderschaft gegangen. Dieser hier, der heute der Sammlung Belvedere gehört, stand ursprünglich in einer Kapelle in Tobelbad und wurde 1927 vom Kunsthändler Fritz Szamek ans Belvedere in Wien verkauft. Wie Herr Szamek in den Besitz dieser prächtigen Statue kam, ist nicht überliefert oder für mich noch nicht bekannt.

    Beitrag

    RE: (4) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 4

    Wien, 1030, Landstrasse, Belvedere und Palais Schwarzenberg

    Verlässt man den Belvederegarten auf den Rennweg und blickt man beim Durchgang nach rechts, sieht man dort die große Darstellug einer Apotheose des hl. Nepomuk. Diese Statue wurde 1724 von Johann Jacob Schoy geschaffen und stand ursprünglich in Tobelbad. Als das Hauptwerk von Schoy gilt der Hochaltar des Grazer Doms.

    Wien, 1030 < Nepomuk
    Wien, 1030 < Nepomuk
    Wien, 1030 < Nepomuk

    Geht man den Rennweg stadteinwärts Richtung Schwarzenbergplatz, so findet man diesen etwas…
    Johannes56
    25. November 2017 um 17:01
    Apotheose des heiligen Johannes von Nepomuk
    sammlung.belvedere.at

    Dann gibt es diesen Bildstock beim Friedhof:

    Tobelbad

    Der barocke Nepomuk von beachtlicher Größe wurde 2008 gestohlen. 2009 wurde dann durch Sammlung aus Bausteinen und einem Nepomukfest eine aus Holz geschnitzte Figur des Grazer Bildhauers Gottfried Blaickner um 14.000 Euro finanziert. Diese Figur wurde 2009 in dem Bildstock aufgestellt und geweiht.

    Tobelbad

    Tobelbad

    Bei der Renovierung des Bildstocks fand man ein altes Fresco mit dem hier in dieser Quelle transkribierten Textes:

    https://tobelbad.sr-kaiserwald.at/kleindenkmaeler

    Tobelbad

    “Den 20 en entschlaffen
    Herrn Lorenz Strohschnelder
    Im 17 Jahr seines Alters zu Graz
    Oh, Heiliger Johannes bitt für ihn
    daß Ihm Gott die ewige Ruhe verleihe
    den 3 ten July 831
    Als Badegast sein Vater bei der Einweihung.“

    (Die erste Zeile ist nicht ganz sicher - weil schwer zu lesen und 831=1831.)

    Man könnte ja den Grazer Bildhauer fragen, ob er nicht Lust hat, auch den gestohlenen Rochus von Attendorfberg zu schnitzen...

    Johannes

  • Andalusien > Teil 4: Alcázar de los Reyes Christianos in Córdoba

    • Johannes56
    • 31. Mai 2022 um 06:54
    Zitat von Jofina

    Nun lasse ich mal die Bilder sprechen.

    Und wie die sprechen! Du hast ein gutes Auge und stellst deine Fotos immer sehr schön zusammen, danke!!

    Johannes

  • Mali Losinj 2017

    • Johannes56
    • 30. Mai 2022 um 11:33

    Den Film habe ich erst jetzt gesehen, das lässt einen schönen Urlaub erwarten! Und der Juli ist ja nicht mehr so weit weg. Vorfreude ist doch auf was Schönes!

    Ich drücke die Daumen, dass alles klappt.

    Johannes

  • Andalusien > Teil 3: die Mezquita-Catedral von Córdoba

    • Johannes56
    • 29. Mai 2022 um 21:20

    Wow, da gibt es was zum Schauen. Danke für die tollen Bilder. Beeindruckend!

    Für euren Besichtigungsmarathon braucht es aber eine gute Konditionen

    Johannes

  • (11) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 11

    • Johannes56
    • 29. Mai 2022 um 20:04
    Zitat von waldi

    Bist Du auch mit dieser Gabe gesegnet?

    Bedingt. Ich habe in meinem Studium der Biologie sehr viel gezeichnet, eher wissenschaftlich, aber, wie ich meine, ganz gut.

    Zitat von waldi

    Wird es ein neues Marterl vom hl. Rochus im Attendorfberger Wald geben?

    Das wurde diskutiert, wir werden sehen

    Zitat von waldi

    Bei dieser Exkursion in die Vergangenheit auch noch auf das Gemälde eines hl. Nepomuk zu stoßen ist natürlich eine Krönung der Geschichte.

    Denkt man an eine Restaurierung des Gemäldes?

    Ich werde in Wien bei einer Restauratorin nachfragen, ob dies möglich ist.

    Johannes

  • (11) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 11

    • Johannes56
    • 29. Mai 2022 um 19:27

    Attendorfberg, Ortschaft in Hitzendorf, Graz-Umgebung, Weststeiermark

    Der hl. Rochus, eine Zeichnung meines Vaters, ein verschwundenes Marterl, die Weberkarde, ein Bild des hl. Johannes v. Nepomuk und wie das alles zusammenhängt.

    Ich kann die Geschichte nur verkürzt darstellen, derart verwoben und unglaublich ist sie. Letztendlich hat sie mich zu einem sehr entlegenen Nepomuk geführt, den ich ohne den hl. Rochus nie entdeckt hätte.

    Es begann damit, dass mir mein Bruder eine Zeichnung unseres Vaters aus dessen Nachlass schickte mit der Bemerkung: "haben wir hier einen hl. Nepomuk gezeichnet?" Wir deswegen, weil unser Vater und mein Bruder, damals acht Jahre, neben meinem Vater im Wald sitzend, ein Marterl in Attendorfberg gezeichnet haben:

    Attendorfberg > Nepomuk


    Attendorfberg > Nepomuk


    Die Zeichnung unseres VatersDie Zeichnung meines Bruders, 8 Jahre

    In der Perspektive der beiden Zeichnungen geht hervor, dass mein Bruder rechts von unserem Vater saß, wie wir später noch sehen werden.

    Mein Bruder wollte an den Ort des Geschehens 1963 fahren und das besagte Marterl suchen. Ich konnte anhand der zwei Muscheln auf dem Gewand des Heiligen und dem schemenhaften Hund den hl. Rochus identifizieren, stimmte aber zu, diesen besonderen Ort zu besuchen. Mir schien das Unterfangen jedoch aussichtslos, da unsere Erinnerungen über die Stelle im Wald sehr lückenhaft waren und am Internet über dieses Marterl nichts zu finden war.

    Also schrieb ich die Gemeinde an, ein Foto der Zeichnung beigefügt, ob man mir über dieses Marterl Auskunft geben kann.

    Eine Zeit später meldeten sich bei mir der Altbürgermeister von Attendorfberg Reinhardt und die Lehrerin und Waldpädagogin Kornelia. Beide, und auch der Freund Leo, der täglich auf seinem Schulweg bei dem Marterl vorbeiging, konnten sich erinnern und waren hoch erfreut, dass dieses Dokument auftauchte, denn das Marterl wurde einige Zeit, nachdem es mein Vater und mein Bruder gezeichnet hatten, gestohlen und tauchte nie wieder auf. Es gab auch kein Foto oder sonstigen Beleg. Aber die älteren Bewohnerinnen und Bewohner konnten sich noch gut erinnern und der Weg nach Hitzendorf heißt heute noch "über den Rochus".

    Mein Bruder und ich vereinbarten, ein Faksimile der Zeichnung meines Vaters herstellen zu lassen und es den Attendorfbergern als Erinnerung zu schenken. Bei unserem Besuch in Attendorfberg besuchten wir zuerst die ehemalige Unterkunft von den ehrw. Schwestern, wo wir gewohnt hatten. Das Haus gibt es nicht mehr, es steht dort jetzt die Landvilla Pia. Doch an das Nebengebäude, wo wir das Frühstück zubereiteten, erinnerte ich mich noch:

    Attendorfberg > Nepomuk

    Attendorfberg > Nepomuk

    Attendorfberg > Nepomuk

    Erinnerungen...

    Attendorfberg > Nepomuk

    Danach wurden wir von Kornelia, ihrem Mann und Leo an besagte Stelle im Wald geführt. Es ist eine besondere Stelle, an der fünf Wege kreuzen und, wie uns Reinhardt später erläuterte, war dort der hl. Rochus nicht zufällig angebracht.

    Attendorfberg > Nepomuk

    Attendorfberg > Nepomuk

    Es war ein merkwürdiges Gefühl, fast 60 Jahre später an dieser Stelle zu stehen und die beiden Bäume wiederzuerkennen. Vorne, an der Eiche war das relativ große Marterl aus Holz befestigt, dahinter etwas rechts, steht eine Buche.

    Attendorfberg > Nepomuk

    Die beiden Bäume schienen in den 60 Jahren nicht viel dicker geworden zu sein, sie sind wohl im tiefen Wald hauptsächlich in die Höhe gewachsen. Und das Erstaunlichste, was keiner von den Attendorfbergern wusste, man konnte noch die Befestigungsspuren des Marterls an der Eiche erkennen: ein Loch, wo es aufgehängt war, Draht der Befestigung, eine Einkerbung rund um den Baum vom Draht, ein großer Metallnagel und ein Stück Eisen. Die Blickrichtung des Heiligen war klar und damit auch die exakte Position wo unser Vater und mein Bruder beim Zeichnen gesessen sind.

    Attendorfberg > Nepomuk

    Attendorfberg > Nepomuk

    Attendorfberg > Nepomuk

    Attendorfberg > Nepomuk

    Hier die Perspektiven der Zeichnung unseres Vaters und dem Standort am Originalschauplatz:

    Attendorfberg > Nepomuk

    Und hier die Perspektive des Platzes, an dem mein Bruder gezeichnet hat;

    Attendorfberg > Nepomuk

    Reinhardt, den wir am nächsten Tag trafen, erzählte uns, dass der hl. Rochus in seiner Verbindung zu Frankreich an diesem besonderen Platz angebracht wurde. Wir blickten auf ein nahes Gebäude, welches einem Franz Rotsch gehörte:

    Attendorfberg > Nepomuk

    Der hl. Rochus kam ja aus Montpellier, aus Frankreich. Und von dort wurden auch große Mengen Weberkardenköpfe für die Tuchindustrie importiert. Für Attendorfberg und viele Orte in der Steiermark begann um etwa 1800 mit dem eigenen Anbau von der Weberkarde ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Ab 1789 war der Import durch Unruhen in Frankreich stark eingeschränkt, 1818 sanken die Getreidepreise und erreichten 1824 einen Tiefststand, der den Bauern in der Steiermark zu schaffen machte. Gleichzeitig stieg der Bedarf an Weberkarden, mit denen die Stoffe aufgeraut wurden, durch den Aufschwung der "Tuchfabricationen". A. Süss, ein Tuchhändler, motivierte die Bauern in Attendorfberg, auf die Produktion der hochpreisigen Weberkardenköpfe umzustellen. Kein einfaches Unterfangen, denn der Anbau und die Pflege dieser 2-jährigen Pflanzen, das regelmäßige Ausgeizen und die einheitlichen Größensortierungen der Köpfe war mühsam. Doch es lohnte. 1860 produzierten 300 Bauern bereits 10 Millionen Kardenköpfe, 1865 waren es 18 Millionen. Bald hatten die Kardenköpfe auch den volkstümlichen Namen "Birschtn". 1841 übernahm Franz Rotsch in Attendorfberg die Geschäfte von A. Süss mit dem Vertrieb der Kardenköpfe in der gesamten Monarchie, veranstaltete jährliche "Distelfeste"und erlangte einen beachtlichen Reichtum, bis ab 1930 mit Produktionsumstellungen in der Tuchindustrie der Anbau und damit das Geschäft mit den Weberkardenköpfen zum Erliegen kam.

    Franz Rotsch pflegte in der Monarchie gute Beziehungen zu Prag und so kam es, dass er nicht nur das "Prager Kindl" in der Kirche von Hitzendorf spendete, sondern den Attendorfbergern auch ein im Veitsdom geweihtes Bild für die Ortskapelle als Dankbarkeit für die guten Geschäfte schenkte.

    Um dieses Bild zu sehen, müssen wir zur Monsberger Kapelle hinauf steigen....

    Attendorfberg > Nepomuk

    Attendorfberg > Nepomuk

    Attendorfberg > Nepomuk

    Attendorfberg > Nepomuk

    Attendorfberg > Nepomuk

    In der Monsberger Kapelle steht links beim Altar eine geschnitzte Holzfigur des hl. Rochus, der als Sinnbild für die aus Frankreich importierte Weberkarde und den Aufschwung dieser Region steht. Er wurde von einem Bildhauer als Andenken an das gestohlene Marterl angefertigt.

    Attendorfberg > Nepomuk

    Attendorfberg > Nepomuk

    Auf dem Altar ist das Bild des hl. Nepomuk angebracht, das leider auch, wie das Altarbild im Stift Rein, durch zu üppigen Blumenschmuck in Leidenschaft gezogen wurde.

    Attendorfberg > Nepomuk

    Auf der Rückseite des Bildes findet sich der Beleg der Stiftung durch Franz Rotsch:

    Attendorfberg > Nepomuk

    Das Medaillon, welches Nepomuk trägt verweist auf das Palladium in Altbunzlau.

    Attendorfberg > Nepomuk

    Das Faksimile der Zeichnung meines Vaters vom Marterl des hl, Rochus soll einen Platz in der Monsberger Kapelle finden.

    Danke an alle, die diese lange Geschichte zu Ende gelesen haben, für meinen Bruder und mich war es ein besonderes Erlebnis und ich finde die Zusammenhänge dieses Bildes vom hl. Nepomuk, dem hl. Rochus und der Weberkarde sehr spannend.

    Ich bedanke mich bei den Attendorfbergern für ihre Gastfreundschaft, die Begleitung zu den Plätzen unserer Vergangenheit und bei Reinhardt für die ausführliche Dokumentation der geschichtlichen Zusammenhänge!

    Johannes

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