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  1. Schoener Reisen » Forum » Sehen, erleben und berichten
  2. Grizzly

Beiträge von Grizzly

  • Das Storchendorf Rühstädt

    • Grizzly
    • 22. August 2017 um 12:43

    Sorry, ich hatte Euch letztes Jahr das Ende meines Berichts vorenthalten. Hier isser:

    6.8.2016, vor Einbruch der Dämmerung

    Wir sind gestärkt, und die Führung kann losgehen.

    In Rühstädt werden die Störche großenteils nur beringt,

    Das sind die neuen ...
    und das die alten

    in Bergenhusen (Schleswig-Holstein) auch besendert. Hierzu gibt's eine Extraseite des NABU:
    https://blogs.nabu.de/stoerche-auf-reisen/category/karte/

    Wenn man den Bericht erst ein Jahr später schreibt,
    hat man die Hälfte vergessen

    Rühstädt ist ja relativ flach, und einen erhöhten Punkt findet man nur mit Hilfe, wie auf dem Balkon dieser Scheune, unmittelbar unter dem Dach, auf dem ein Storch sitzt und zwischendrin seine Verdauungsprodukte deutlich hörbar herunterprasseln lässt - wenn's heiss ist, lässt er's, wie die Führerin erklärt, gern über seine Beine laufen, zwecks Kühlung. Uns schützt das Dach, derweil wir das Panorama und die Geräuschkulisse der vom Abendflug heimkehrenden Vögel geniessen.

    Irgendwann ist es zu dunkel zum Photographieren und die Führung zu Ende.


    7.8.2016

    Die Sonne scheint, die Störche sind unterwegs, ich sitze unter der Rieseneiche vorm Storchenkrug und warte auf den Rufbus, dessen einziger Fahrgast ich wieder bin. Ich seh's kommen, dass ich, wenn ich mal wieder herkomme, von Bad Wilsnack ein Taxi brauche, weil nix mehr fährt.
    Dann noch ein unfreiwilliger fast zweistündiger Aufenthalt in Wittenberge, weil der IC nicht auf meinen Regionalzug gewartet hat. Und das neben einem riesigen aber leer stehenden Bahnhofsgebäude - hier gibt's nicht mal mehr eine Bahnhofswirtschaft, lediglich einen Kiosk in dem man nicht sitzen kann, und 200 Meter weiter eine Dönerbude mit zwei Barhockern und ein bissl Überdachung davor. Service ist was anderes.


    P.S.
    Das Storchenfest hatte ich ja um eine Woche verpasst, das scheint immer am letzten Juli-Wochenende zu sein - einen Hinweis auf 2018 hab ich noch nicht gefunden, also besser nachfragen z.B. hier:
    Storchenclub Rühstädt e.V., Am Schloss 5, 19322 Rühstädt
    Tel: 038791 / 6703, Fax: 038791 / 80727, Email: storchenclub-ruehstaedt@t-online.de
    https://www.storchenclub.de/

    Während es am "meinem" Wochenende jede Menge freie Übernachtungsplätze gab, dürfte es am Storchenfest-Wochenende enger werden. Kontakt z.B.
    Storchenkrug (da war ich), Storchenhof (nette Athmosphäre, Fahrradverleih).
    Wahrscheinlich gibt's noch mehr - auch für die, deren Budget das Schlosshotel sprengt, aber ich wollte es Euch nicht vorenthalten.

  • Störche vor dem Abflug

    • Grizzly
    • 22. August 2017 um 11:50

    Hab bei der Gelegenheit entdeckt, dass mein Rühstädt-Storchen-Bericht vom letzten Jahr noch nicht fertig war - aber jetzt:
    Das Storchendorf Rühstädt

  • Das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park

    • Grizzly
    • 22. August 2017 um 11:40

    Danke für die Ergänzungen - ich hab das vor einem Jahr nicht gesehen, weil damals beschäftigt mit Reisevorbereitungen, meine schwedische Tante war am 1.6. 95jährig gestorben, am 27.8. war die Trauerfeier, und ich musste alles mögliche organisieren.

  • Wolfsburg und seine Automuseen

    • Grizzly
    • 17. August 2017 um 12:48

    Lieber Jürgen,
    an den Ausdruck Rucksack-Golf kann ich mich nicht erinnern. Wobei der Rucksack groß und praktisch war, ich hatte da zeitweise eine zusammengeklappte Sperrmüll-Matratze drin, die schnell in irgendeinem WG-Zimmer ausgelegt war und mich als pflegeleichten Übernachtungsgast auswies (wenn man von der Geräuschkulisse absah).

    Später gab's ja den Golf Variant als Kombi, hätte man auch Jetta-Variant nennen können.
    Die Umbenennungen bezogen sich m.W. auf die Folgemodelle "meines" Einser-Jettas.

  • H: 1684 Demjén > Fahrradabstellplatz

    • Grizzly
    • 17. August 2017 um 12:33

    Also, ich kann auch kein Ungarisch, aber Googeln:
    Kerekparut heisst Radweg.
    Fejelsztes irgendwas mit Entwicklung.
    Demjen weiss auch der Googleübersetzer nicht - sorry, Demjen heisst ja der Ort.

    Külterületi (schönes Wort !) irgendwas mit Kultur - dachte ich.
    Der US-lastige Übersetzer sagt outskirt, mein dickes Englischbuch "Straßenrand". Aha.
    Ein anderer Übersetzer, auch Google, sagt "Peripherie".

    közigazkatasi = administrativ - irgendwas mit Verwaltung, Bürokratie.
    területen = Bereich.

    Also waren die gut 400.000 Euro (Waldis Umrechnung stimmt m.E.) für den ganzen Radweg,
    wär jetzt nur noch die Frage wie lang der ist - der Routenplaner sagt: 5 km.

  • Wolfsburg und seine Automuseen

    • Grizzly
    • 17. August 2017 um 12:08

    Neben dem Käfer ein den Konkurrenten ähnlicheres Modell auf den Markt zu bringen, wurde schon seit den späten Fünfzigern versucht. Hier ein Ponton-Prototyp von 1960, der ein bissl an den Renault Dauphine erinnert.

    1961, mit dem VW 1500, war's dann soweit.


    Der luftgekühlte Heckmotor wurde ein bissl plattgedrückt, was Laienmontagen wie den Wechsel der Zündkerzen erschwerte, weil man schlechter dran kam (beim Käfer war das so schön übersichtlich, dass sogar eine technische Niete wie ich das schaffte), darüber war sogar noch ein kleines Gepäckfach.

    Ab Ende der 60er gab's auch vorn ein bissl mehr Stauraum.

    Ausserdem hatte man das Platzwunder VW Variant, die Kombiversion des 1500/1600, in dessen Kofferraum ich 1974 als Zivi des Heidelberger Querschnittgelähmtenzentrums zwei Rollstühle einfach auf den Krempel, den ich sonst so mitschleppte, oben drauf schmeissen konnte, ohne die Fußrasten abzumontieren. Fies wurde es höchstens, wenn übel gelaunte DDR-Grenzer den darunter gelegenen Motor sehen wollten, dann musste alles raus.


    Vom Variant haben sie kein Auto stehen, sondern nur ein Photo aus Indien oder Thailand.

    Irgendwann waren die luftgekühlten Motoren nicht mehr aktuell,

    da halfen auch die Weiterentwicklungen der 1500/1600, die Typen 411/412 nicht mehr.


    Ein Luftkühler, der Typ 181, wurde noch bis 1980 für die Bundeswehr gebaut, aber nicht nur für die.


    Dort konnte man auch die vom Käfer übrig gebliebenen Frontblinker verbraten.

    Es folgte, ab 1874, der Siegeszug des Golf, Jetta und Passat, sowie des kleinen Bruders Polo.


    Dieser Strandgolf ist ein bissl lang geraten.

    Genau so einen roten Jetta hatte ich,


    mit dem bin ich ungezählte Male zwischen Nordhessen und Hamburg hin- und hergefahren - und danach ab 1991 (das seh ich jetzt erst, dass die nebeneinander stehen), einem "weinroten"
    Golf 2.

  • Wolfsburg und seine Automuseen

    • Grizzly
    • 8. August 2017 um 13:54

    Neben dem beliebten Kabrio ...

    ... gab's Versuche, den Käfer als Taxi einzusetzen.


    mit entferntem Beifahrersitz, für mehr Beinfreiheit

    Aber auch als Viertürer (1953)


    setzten die sich nicht durch, wohl wegen des engen Innenraums.


    VW konnte nicht nur Käfer.
    1964-74 war der "Fridolin, offiziell Typ 147, vor allem als Postwagen unterwegs.

    Und für "Sportliche", weniger für überbreite Herrschaften wie mich, gab's den Karmann Ghia. Aktuell (d.h. Frühjahr 2015) waren hier im Rahmen einer Karmann-Ghia-Sonderausstellung einige Prototypen zu sehen, die man im Regelfall nicht auf der Straße sah, im Gegensatz zu dem roten unten rechts, von 1968.

    Die sehen nicht unbedingt so aus, wie man sich damals einen VW vorstellte.


    Für Kleinunternehmer unverzichtbar, gab's die "Bullis" oder Transporter,
    erstmal den T1 mit der geteilten Frontscheibe.


    1949 war die Heckfenstersicht noch nicht berauschend.

    Ein Krankentransportwagen war halt noch ein solcher,

    es passten sogar zwei Patienten rein,

    im Gegensatz zu heute, wo man stattdessen eine ganze Ambulanzausrüstung vorhält, und, vor allem in diversen Fremdspachen, gleich das ganze Fahrzeug "Ambulanz" heisst.

  • Helgoland im Juni

    • Grizzly
    • 8. August 2017 um 10:34

    Ich betätige mich ja gern als Geschichtskorrektor und stelle Fragen, was wäre wenn ...
    ... in diesem Fall weitsichtige Briten 1890 den Deal mit Helgoland verweigert hätten ?


    Helgoland hätte, wie später auch, eine Teilautonomie unter Beibehaltung der britischen Oberhoheit bekommen können, ähnlich wie die Åländer, die ihr Schwedisch-Sein leben dürfen, aber zu Finnland gehören. Und auch während des 2. Weltkriegs gemäß einem Abkommen zwischen Finnland und der Sowjetunion neutral blieben.
    Das hätten die Briten alles mit dem deutschen Kaiserreich aushandeln können, was den Insulanern die maßlose Aufrüstung und wahrscheinlich auch die anschliessende Zerstörung erspart hätte. Kann natürlich sein, dass die Insel im 1. oder 2. Weltkrieg von deutscher Seite angegriffen worden wäre - aber wenn beide Seiten bereits vorher eine dauerhafte Demilitarisierung abgesprochen hätten, hätte dieser Pakt vielleicht halten können, womöglich sogar die gesamte politische Großwetterlage entspannt.

    OK, jetzt mit dem Brexit hätte es ein paar Probleme gegeben, aber sicher keine unlösbaren.

    Leider war ich 1890 nicht dabei
    Danach hätte ich wohl bei den Briten Asyl beantragen müssen, weil Hassobjekt Nummer 1 bei allen Deutsch-Besoffenen.

  • Wolfsburg und seine Automuseen

    • Grizzly
    • 4. August 2017 um 07:45

    Bevor ich mich ins Wochenende verabschiede (Familiengeburtstag in Heilbronn) und die letzten Tage keine Zeit für weitere Photoarbeiten hatte: Dankschön lieber Jürgen !
    So ein Automuseum oder Oldtimertreff weckt doch immer wieder schöne Erinnerungen.

    Mein erster war ein VW Standard Baujahr 1965, sah so ähnlich aus wie der blaue 60er, oben weiss, unten grün (ehemaliger Kundendienstwagen von Rank-Xerox, die waren damals alle grün-weiss). Mit dem kam ich immerhin von Düsseldorf bis Prag und zurück. Der 2., ein weisser 69er (ähnlich wie der weisse 66er oben, nur die Stoßstange wie der 1302) und Geschenk meiner Tante (die nichts anderes als Käfer fahren konnte und ihren letzten in den 90ern aus Brasilien importieren liess) "überlebte" immerhin schon 3 Jahre, u.a. eine Reise von Heidelberg nach Lissabon und zurück.

    Mein Käfer-Nachfolger war ein Renault R4.

    Zu den "Selbstmörder-Türen" fällt mir noch ein,

    Zitat

    Eine besondere Gefahr bestand für Kinder, die früher weder angegurtet waren noch in Kindersitzen saßen

    dass ich als Vier- oder Fünfjähriger in unserem Lloyd "Leukoplastbomber", der auch solche Türen hatte, oft neben meinem Vater in der beschriebenen Weise auf dem Beifahrerseitz saß.

    Wär heut ein Fall fürs Jugendamt.

  • Wolfsburg und seine Automuseen

    • Grizzly
    • 1. August 2017 um 13:31

    Dann schau'ma doch mal rein.


    1937 wurde der VW-Käfer, damals KdF-Wagen genannt, vorgestellt. Es folgte eine riesige Werbekampagne, den Menschen wurde vorgegaukelt, sie könnten sich mit wöchentlich 5 Mark ein Auto ansparen - bei einem Durchschnittsmonatslohn von knapp 150 Mark dh 37-38 Mark pro Woche war das eine ganze Menge.
    Aber das ersehnte Auto kam nicht, dafür der Krieg, und das Geld war trotzdem weg, verschlungen von der Rüstungsproduktion, was auch der Zweck der verlogenen Propaganda gewesen war.

    Bis Kriegsende wurde der VW meist in Form des Kübelwagens gebaut,


    vorne mit sogenannten Selbstmördertüren.

    Zitat

    Die hinten angeschlagenen Türen wurden 1961 in Deutschland verboten, weil sie bei unbeabsichtigtem Öffnen während der Fahrt nicht durch den Fahrtwind zugedrückt, sondern durch den großen Luftwiderstand der Türfläche aufgerissen und überdreht werden. Außerdem ist beim Aussteigen das unbedarfte Öffnen auf der Straßenseite gefährlicher als bei vorn angeschlagenen Türen. Hält ein Insasse während der Fahrt die sich öffnende Tür mit der Hand fest (z. B. um sie wieder zu schließen), wird bei höheren Geschwindigkeiten die Kraftwirkung unterschätzt und die Person kann am Arm nach außen gezogen werden. Die abstehende Tür kann sich verspreizend an Gegenverkehr oder einem Hindernis am Straßenrand verkeilen. Eine besondere Gefahr bestand für Kinder, die früher weder angegurtet waren noch in Kindersitzen saßen.



    Scheibenwischermotor. Ob man mit dem Hebel bei defektem Scheibenwischermotor von innen die Scheibenwischer manuell bedienen kann, wie ich das in einem russischen Kriegsfilm gesehen habe, weiss ich nicht.

    ... oder als Schwimmwagen.

    Eine kleine Anzahl Käfer wurden unittelbar nach dem Krieg für's britische Militär herhestellt.


    (von hinten oben links neben dem Schwimmwagen).


    Ende der Vierziger ging's dann los - noch 1945 war die um die um die Industrisanlage gruppierte Siedlund von "Stadt des KdF-Wagens" in Wolfsburg umbenannt worden.

    Der in geringer Stückzahl bis Kriegsende gebaute Käfer blieb erstmal so gut wie unverändert.


    BN: Britische Zone, Niedersachsen

    1955 gibt's minimal mehr Rückfenstersicht, mit dem "Ovali",

    und 1960 hat das Heckfenster schon fast heutige Ausmaße.

    Seit 1966 isses noch ein kleines bissl größer und blieb bis zuletzt unverändert,

    während das Frontfenster eine kleine Wölbung bekam -

    zum Vergleich vorher:


    Der 1303 mit der herumgezogenen Frontscheibe

    wurde als geschlossener PKW nur wenige Jahre gebaut (1972-1975), danach nur noch als Cabrio.

    1978 endete die Käfer-Produktion in Emden, 2003 gab's den letzten Käfer aus Mexiko, die Ultima Edicion. Insgesamt sind über 23 Millionen Käfer vom Band gelaufen.

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