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  2. Grizzly

Beiträge von Grizzly

  • Grizzly in Aachen

    • Grizzly
    • 18. November 2017 um 10:32

    25.10.
    Lang geschlafen, geduscht (der Regen hat aufgehört) und ab zur Stadtführung. Den Elisenbrunnen habt Ihr ja schon gesehen, von dort gings los, natürlich mit einer langen Erklärung, ähnlich wie meine obige.
    Dahinter ein Park und ein futurisches Gebäude (genau in der Bildmitte),

    ... in dem sich die Aachener Vorzeit verbirgt. Rechts unten ein keltisches Wasserbecken, unten am Bildrand die Reste einer römischen Wasserleitung.

    Ein paar Schritte weiter der Geldbrunnen, gestiftet von der Sparkasse,

    ... als Pendant zum Puppenbrunnen der Aachener Bank, mit beweglichen Figuren.

    Das Printenmädchen mit den etwas zu groß geratenen Printen. Für Zuckerkranke ist diese Führung eigentlich gesundheitsgefährdend,

    ... weil uns ein einschlägiges Geschäft großzügig Printen kosten lässt.

    Aachener Printen schmecken ein bissl wie Nürnberger Lebkuchen, aber nur ein bissl, weil diese Behauptung als schwere Beleidigung der Aachener Printenbäcker mit Ersäufen in einem Bottich Printenteig geahndet wird.

    Das Rathaus ...

    mit dem Karlsbrunnen davor,

    dessen (Karls) Hinterteil die frisch doktorierten Maschinenbaustudenten zu küssen haben. Da die nötige Kletterpartie der zumeist schon erheblich Alkoholisierten die Brunnenbausubstanz beschädigen könnten, steht der Originalkarl im Museum, in welchem hab ich vergessen (im Zweifelsfall in Bonn, da stehen einige Aachener Kulturgüter), und der geküsste Arsch ist eine Kopie.

    Hinter dem Rathaus hat man ein paar Nutzpflanzenbeete angelegt mit Gemüsen und Kräutern, die bereits zur Zeit Karl des Großen zur Ernährung beigetragen haben.

    Wir stehen inzwischen auf dem Katschhof, zwischen Rathaus und Dom.
    Zur Entstehungslegende des Aachener Doms

    ... gehört die Beteiligung des Teufels als Baubeschleuniger. Wie bei anderen Projekten, an denen er mitgewirkt haben soll (zB Steinerne Brücke in Regensburg, Flottbekbrücke in Hamburg-Teufelsbrück, Burgkirche in Nürnberg), verlangte er eine Seele als Preis, meistens die des Ersten, der das Bauwerk betrat. In Aachen war das ein Wolf, den man hineingejagt hatte. Dem riss er vor Wut die Seele aus der Brust (wo auch immer die dort verortet war) und schmiss die Domtür mit solchem Schwung zu, dass er sich noch den Daumen abklemmte. Im Tierkopf an der Tür ist eine kleine Öffnung, da soll er drin stecken.

    Besagter Wolf ist im Domvorraum auf der rechten Seite dargestellt - man beachte die kleine Öffnung in der Brust, aus der der Teufel, wie es scheint, nicht mit der Hand, sondern mit einem chirurgischen Instrument (hatte der schon ein Endoskop ??) den Wolf entseelt hat.

    Gegenüber die besagte Seele, als Pinienzapfen dargestellt, unproportional groß - oder war die aufblasbar ?

    Hinter dem vor einigen Jahren gespendeten Betonaltar, genannt Legostein, befindet sich der Golden Schrein mit (angeblich) den Gebeinen Karl des Großen, ausserdem einigen Reliquien, deren Details ich schon wieder vergessen hab.

    Mit den Reliquien ist das ja so eine Sache. Allein aus dem Holz der Splitter vom Kreuz Jesu soll man angeblich einen ganzen Wald an Kreuzen bauen können. In Aachen haben sie die Windeln Jesu - Frage eines Kindes bei der Führung: "War denn da noch was drin ?" - früher soll man in Antwerpen die nach jüdischem Ritus am 7. Lebenstag abgeschnittene Vorhaut des Jesuskindes aufbewahrt haben. Davon weiss heute nur noch Google u.Co. ("Paeputium Christi"), der Vatikan hat über das Thema ein Redeverbot verhängt.

    Auf diesem Thron wohnte Karl der Große den Gottesdiensten bei, eine schönere Aussicht als er hatte niemand. Der Thron befindet sich auf der Empore, Touristen kommen nur mit Führung rauf.

    Die Aussicht ist wirklich beeindruckend.

    Morgen geht's in den ehemaligen Zwergstaat, davon hab ich ja schon berichtet.

  • unerwünschter Wecker

    • Grizzly
    • 16. November 2017 um 13:57

    Das - parallel zum Insekten- v.a. Bienenbestand - auch die Anzahl der Vögel zurück geht, war ja in den letzten Tagen öfter Medienthema. Was mich an die Kehdinger Wildganstage erinnert, bei denen ich vor sechs Jahren war, und die es laut HP immer noch gibt. Und die ich bisher vergessen hatte, hier reinzustellen:
    Kehdinger Wildganstage 2011

  • Kehdinger Wildganstage 2011

    • Grizzly
    • 16. November 2017 um 13:53

    Wenn Gänse aufgestiegen sind und im Schwarm irgendwo hinfliegen, bilden sie schnell eine Formation, damit die hintere Flieger Windschatten bekommen. Wer vorn fliegt, hat das natürlich nicht, sondern die meiste Flügelarbeit, weshalb er/sie schnell abgelöst wird. Wie die Viecher das kommunizieren, weiss man noch nicht. Auf jeden Fall ist deshalb logisch, dass es nicht die Leitgans ist, die vorne fliegt - das würde sie nicht lang durchhalten.

    Langsam kommt die Gänsetour zu ihrem Ende, dem Busfahrer tun vom Kurbeln die Arme weh, und wir, die meisten von uns jedenfalls, müssen zu ihren Autos zurück. Und wer heute noch nach Schleswig-Holstein will, nimmt am besten die Fähre bei Wischhafen.

    Vogelmäßig ist man ja jetzt ein bissl sensibilisiert, deshalb fallen einem die im Watt rastenden Viecher eher auf -
    wie sie heissen, verraten sie leider nicht, und sind auch zu weit weg.

    Gute Nacht, Vögel, es wird Zeit für mich zu geh'n ...

  • Kehdinger Wildganstage 2011

    • Grizzly
    • 16. November 2017 um 13:41

    Mit diesem Bus sind wir jetzt alle unterwegs, auf schmalen Feldwegen, auf denen herumzukurven und womöglich sogar an verkehrswidrig in Kurven geparkten PKW vorbeizuzirkeln immer wieder Applaus abnötigt.

    Für die Rindviecher sind wir die Attraktion des Tages,

    für die Nonnengänse weniger.

    Allerdings erkennt der Schwarm bald, dass keine wirkliche Gefahr droht,

    und landet wieder, um weiterzugrasen.

    Wobei immer ein paar Vögel Fresspause haben und dafür Wache stehen. Schon ein einzelner Mensch, mehr noch ein Hubschrauber (das könnte ja ein Raubvogel sein !) nötigt den Wachhabenden und damit den ganzen Schwarm, aufzufliegen.

    Die Graugänse, schwerer als die Nonnengänse und zum Teil ganzjährig vor Ort, sehen das nicht so eng. Ein Hubschrauber z.B. bringt sie nicht aus der Ruhe, eine in der Nähe stehende Touristengruppe wie wir auch nicht.

    Während der Bustour bekommen wir auch ein bissl was erzählt, wobei sich die,
    um die es geht, mit lautstarken Zwischenrufen bemerkbar machen.

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    So langsam schaukelt der Bus uns dann wieder zurück nach Freiburg.

  • Kehdinger Wildganstage 2011

    • Grizzly
    • 16. November 2017 um 13:34

    Das ist jetzt auch schon sechs Jahre her ...

    Kehdingen ist eine Landschaft zwischen Stade und Cuxhaven am niedersächsischen Elbufer. Vom nördlichen Hamburg oder von Schleswig-Holstein fahre zumindestens ich dorthin nicht durch den oft verstopften Elbtunnel, sondern mit der Fähre Glückstadt-Wischhafen. Womit man dann bereits mitten im Kehdinger Land ist.

    Von dort in Richtung Norden kommt man nach Nordkehdingen (logisch) bzw. in den Ortsteil Freiburg, das zwecks Unterscheidung zur großen Schwester Freiburg im Breisgau Freiburg an der Elbe heisst.

    Freiburg an der Elbe hat im Gegensatz zu dem im Breisgau einen Hafen, wenngleich nur für flache Boote.

    Und hier finden jeden Herbst die Wildganstage statt, diesmal am vergangenen Wochenende. Das meiste davon natürlich draussen auf den Elbwiesen und -feldern, aber einiges auch drinnen, im Kornspeicher.

    Aber wenn man sich nach halbstündiger Wartezeit an der Elbfähre bis hierher durchgekämpft hat (ausnahmsweise hab ich das Auto genommen, denn ein Zug kommt hier schon seit 1936 nicht mehr her), dann braucht man erstmal was zu beissen. Die Wildganstage bieten hierzu u.a. Gänsekeule an, was ich etwas pietätlos finde, denn ich will ja den Gänsen beim Fliegen zugucken und sie nicht aufessen. Das denken die anderen Kornspeicher-Gäste anscheinend auch - das Spanferkel geht weitaus besser weg als die Gans.

    Natürlich waren es keine Nonnengänse
    die hier zum Verzehr angeboten werden, denn erstens sind die geschützt, und zweitens, so wird uns später erklärt, würden die nach einem 5000-Kilometer-Flug aus Nowaja Semlija/Sibiren auch überhaupt nicht schmecken: "Da können Sie auch ihre Schuhsohle aufessen".

  • Grizzly in Aachen

    • Grizzly
    • 16. November 2017 um 13:22

    Hab ich. Wobei ich mich als Diabetiker da begrenzen muss.

  • Grizzly in Aachen

    • Grizzly
    • 16. November 2017 um 13:15

    24.10. nachmittags

    Last Exit ist laut eigener HP ein Kulturkneipencafe in der Krakaustr. 1, wo ich heut Mittag einen leckeren Lauchhackeintopf gegessen hab. Dann frage ich nach einem Buchladen, der Mitarbeiter malt mir das auf dem Stadtplan auf (sowas Neumodisches wie Navi hab ich nicht, weder als fußläufig noch automobil) und meint, das sind etwa zehn Minuten - "nein, eher fünf".

    "Eher zehn", kontert eine Dame, "das ist doch kein Sprinter".

    Um 16:29 und den Plan in der Hand mache ich mich auf die Socken.
    Um 16:39 erreiche ich mein Ziel, nicht gesprintet aber leicht ausser Atem.
    Die Dame hat gewonnen, sie weiss es nur nicht.

    Zurück zum Dom-Eingang

    Stolpersteine zum Gedächtnis an den letzten Wohnort der ermordeten Juden kennt man ja, Diese Steine erinnern an die Toten der AIDS-Epidemie, direkt neben der Dompforte.

    Wem es jetzt kalt wird, der kann das wenige hundert Meter weiter unten am Elisenbrunnen ändern und zumindestens seine Hände wärmen - aber Vorsicht, das Wasser ist heiss (53°C) !. Und der leichte Geruch nach faulen Eiern ist gewöhnungsbedürftig.

    Von dort kommen wir ...

    und da geht's rein.

    Der Elisenbrunnen ist übrigens auch Aachens zentraler Busbahnhof.

    Hier kommt's raus, an anderer Stelle sogar mit 74°C,

    Das Wasser soll so gesund sein, dass es auch schon seit Jahrtausenden gekrönte Häupter

    ... und andere Großkopferte hierher verschlagen hat. Sogar die Römer waren schon da.

    Wegen dieser durch den vulkanischen Boden erwärmten heissen Quellen dürfte sich Aachen auch Bad Aachen nennen. Darauf haben sie verzichtet, um im Städte-Alphabet weiter vorn zu bleiben (während meine zeitweiligen Wohn- und Arbeitsorte Wildungen und Zwesten diese Chance zum großen Sprung nach vorn sofort genutzt haben).

    Morgen geht's weiter.

  • Grizzly in Aachen

    • Grizzly
    • 16. November 2017 um 13:13

    24.10.2017

    Aachen steht auf der Liste der Städte, in denen ich noch nie war. Also hab ich mich gestern in den Zug gesetzt und bin da hin gefahren. Wenn man zwischen Duisburg und Aachen montagabends im Regionalexpress steht, bekommt man einen Eindruck davon, dass NRW unser bevölkerungsreichstes Land ist. Aber ein Großteil der insgesamt 85 Minuten Verspätung hat die Bahn schon irgendwo bei Hamburg eingefahren - zum Glück war ich da schon durch.

    Aus meinem Hotelzimmer hat man einen guten Blick auf den Aachener Hauptbahnhof.

    Heut am ersten Tag bin ich ohne Plan in die Aachener Innenstadt getappt.
    Das hier ist nicht der berühmte Dom,
    sondern die Adalbertkirche,

    Mit für Katholen bisher eher untypischen Aktivitäten,

    während mir derartiges inzwischen vertraut ist.

    Nah dabei der Willy-Brandt-Platz, mit einem Brunnen und einer Metallblume, die auf und zu geht.

    Nach einiger Suche hab ich endlich den Dom gefunden, ein im Gegensatz zum hellen Hamburger Michel dunkel und geheimnisvoll wirkender Bau, rund wie ein Theater. Dabei jede Menge Gold ...

    Ein Weihwasserbecken. Katholiken tauchen ihre Hand rein, befeuchten ihre Stirn damit und fühlen sich dann spirituell gestärkt - angeblich soll es zischen, wenn ein Nichtkathole (wie ich) seine Hand reintaucht.
    Ich hab's noch nicht probiert.

  • NL-1698 MAASTRICHT > Denkmal für Jan Pieter Minckelers

    • Grizzly
    • 15. November 2017 um 18:33

    Also ich hab das nur zitiert. Wieviel CO2 im einen wie im anderen Fall emittiert würde, weiss ich nicht. Günstig ist die aktuelle Prozedur auf jeden Fall für den Maastrichter Stadtsäckel.

  • NL-1698 MAASTRICHT > Denkmal für Jan Pieter Minckelers

    • Grizzly
    • 15. November 2017 um 14:23

    Das mit der "ewig brennenden Flamme" ist, aus den erwähnten Umweltgründen, inzwischen geändert, was Wikipedia offensichtlich noch nicht bemerkt hat.

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