25.10.
Lang geschlafen, geduscht (der Regen hat aufgehört) und ab zur Stadtführung. Den Elisenbrunnen habt Ihr ja schon gesehen, von dort gings los, natürlich mit einer langen Erklärung, ähnlich wie meine obige.
Dahinter ein Park und ein futurisches Gebäude (genau in der Bildmitte),

... in dem sich die Aachener Vorzeit verbirgt. Rechts unten ein keltisches Wasserbecken, unten am Bildrand die Reste einer römischen Wasserleitung.

Ein paar Schritte weiter der Geldbrunnen, gestiftet von der Sparkasse,

... als Pendant zum Puppenbrunnen der Aachener Bank, mit beweglichen Figuren.

Das Printenmädchen mit den etwas zu groß geratenen Printen. Für Zuckerkranke ist diese Führung eigentlich gesundheitsgefährdend,

... weil uns ein einschlägiges Geschäft großzügig Printen kosten lässt.

Aachener Printen schmecken ein bissl wie Nürnberger Lebkuchen, aber nur ein bissl, weil diese Behauptung als schwere Beleidigung der Aachener Printenbäcker mit Ersäufen in einem Bottich Printenteig geahndet wird.
Das Rathaus ...

mit dem Karlsbrunnen davor,

dessen (Karls) Hinterteil die frisch doktorierten Maschinenbaustudenten zu küssen haben. Da die nötige Kletterpartie der zumeist schon erheblich Alkoholisierten die Brunnenbausubstanz beschädigen könnten, steht der Originalkarl im Museum, in welchem hab ich vergessen (im Zweifelsfall in Bonn, da stehen einige Aachener Kulturgüter), und der geküsste Arsch ist eine Kopie.
Hinter dem Rathaus hat man ein paar Nutzpflanzenbeete angelegt mit Gemüsen und Kräutern, die bereits zur Zeit Karl des Großen zur Ernährung beigetragen haben.


Wir stehen inzwischen auf dem Katschhof, zwischen Rathaus und Dom.
Zur Entstehungslegende des Aachener Doms

... gehört die Beteiligung des Teufels als Baubeschleuniger. Wie bei anderen Projekten, an denen er mitgewirkt haben soll (zB Steinerne Brücke in Regensburg, Flottbekbrücke in Hamburg-Teufelsbrück, Burgkirche in Nürnberg), verlangte er eine Seele als Preis, meistens die des Ersten, der das Bauwerk betrat. In Aachen war das ein Wolf, den man hineingejagt hatte. Dem riss er vor Wut die Seele aus der Brust (wo auch immer die dort verortet war) und schmiss die Domtür mit solchem Schwung zu, dass er sich noch den Daumen abklemmte. Im Tierkopf an der Tür ist eine kleine Öffnung, da soll er drin stecken.

Besagter Wolf ist im Domvorraum auf der rechten Seite dargestellt - man beachte die kleine Öffnung in der Brust, aus der der Teufel, wie es scheint, nicht mit der Hand, sondern mit einem chirurgischen Instrument (hatte der schon ein Endoskop ??) den Wolf entseelt hat.

Gegenüber die besagte Seele, als Pinienzapfen dargestellt, unproportional groß - oder war die aufblasbar ?

Hinter dem vor einigen Jahren gespendeten Betonaltar, genannt Legostein, befindet sich der Golden Schrein mit (angeblich) den Gebeinen Karl des Großen, ausserdem einigen Reliquien, deren Details ich schon wieder vergessen hab.

Mit den Reliquien ist das ja so eine Sache. Allein aus dem Holz der Splitter vom Kreuz Jesu soll man angeblich einen ganzen Wald an Kreuzen bauen können. In Aachen haben sie die Windeln Jesu - Frage eines Kindes bei der Führung: "War denn da noch was drin ?" - früher soll man in Antwerpen die nach jüdischem Ritus am 7. Lebenstag abgeschnittene Vorhaut des Jesuskindes aufbewahrt haben. Davon weiss heute nur noch Google u.Co. ("Paeputium Christi"), der Vatikan hat über das Thema ein Redeverbot verhängt.
Auf diesem Thron wohnte Karl der Große den Gottesdiensten bei, eine schönere Aussicht als er hatte niemand. Der Thron befindet sich auf der Empore, Touristen kommen nur mit Führung rauf.


Die Aussicht ist wirklich beeindruckend.

Morgen geht's in den ehemaligen Zwergstaat, davon hab ich ja schon berichtet.











sondern die Adalbertkirche,
während mir derartiges inzwischen vertraut ist.




