Wie erkenne ich den Heiligen Nepomuk?

  • Johannes hat für uns eine Zusammenstellung der wichtigsten Erkennungsmerkmale geschrieben,

    Hier in Teil 8

    #151

    (8) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 8


    Ich denke. sie könnte hifreich sein für alle, die sich auf die Suche nach einer Nepomukdarstellung machen und möchte sie deshalb hier nochmals einfügen


    Zitat:
    "Nepomuk hat weder Schwert, noch Feder in der Hand. Das, was Nepomuk oft in seinen Händen hält, ist ein Kreuz und eine Märtyrerpalme. Manchmal wurde die Märtyrerpalme als Feder missinterpretiert, da er ja auch Gelehrter, Rechtsanwalt, war, es handelt sich aber immer um eine Märtyrerpalme.


    Aber nicht immer hat er die Märtyrerpalme und auch nicht immer das Kreuz. Ein Schwert hält er aber sicher nicht. Also ist der in #144 Gezeigte mit Kreuz, Märtyrerpalme sowie Schwert sicher kein Nepomuk. Ihm fehlt auch die für den hl. Nepomuk so typische Mozetta, das ist ein kurzer Umhang aus Pelz, Nerz oder, in dieser Zeit meist sibirisches Eichhörnchen. Unten an der Mozetta sieht man häufig die Schwänze der Tiere. Die Mozetta zeichnet Nepomuk als hohen Würdenträger und nicht einfachen Priester, wie andere Heilige, aus.


    Auf dem Kopf trägt Nepomuk ein Birett, die Priesterkappe, aber das auch nicht immer, oft ist er ohne diesem dargestellt. Das Birett tragen aber auch viele andere Priester, die heilig gesprochen wurden.


    Oft hat er einen Sternenkranz aus fünf Sternen, dann ist es sicher ein Nepomuk, denn kein anderer Heiliger hat fünf Sterne (diese sind der hl. Maria quasi entliehen). Die fünf Sterne stehen für TACUI - ich habe geschwiegen. Manchmal wird er auch mit sieben Sternen dargestellt, für die sieben Tugenden. Einen Heiligenschein wie ihn der Heilige in #144 hat, trägt er nie, und wenn er einmal einen trägt, ist er irrtümlich angebracht, das habe ich auch schon gesehen.


    Manchmal macht er den Schweigegestus, indem er einen Finger an den Mund hält. Oft macht diesen Schweigegestus stellvertretend ein bei ihm in der Nähe angebrachter Putto.


    An Altären sieht man oft die Zunge als Symbol, diese wurde ja bei der Öffnung des Sarkophages im Rahmen des Kanonisationsprozesses (der Heiligsprechung) am 15. April 1719 in Prag (also 369 Jahre nach seiner Geburt) unversehrt aufgefunden und daraus entstand die Legende um das Beichtgeheimnis mit der Königin und das Schweigen als Symbol. Manchmal hält Nepomuk die Zunge selbst in einer Hand, oft hält sie ein Putto oder sie ist in einem Sternenkranz eingebettet. Bei großen Altären muss man oft länger schauen, bis man sie entdeckt, manchmal ganz oben.


    (Heute weiß man, dass es sich nicht um Zungengewebe handelte, sondern um Reste der Gehirnmasse, aber das ändert nichts an der Legende...)


    Auf bildlichen Darstellungen sieht man oft die Szenen mit der Wallfahrt nach Alt-Bunzlau, der Beichte, der Folter und dem Brückensturz.


    Zumeist wird der hl. Nepomuk mit einem Vollbart dargestellt und leicht leidendem oder sanftem Blick, seine Körperhaltung ist oft etwas verkrümmt, aber auch das variiert.


    Bei solitären Statuen ist das sicherste Erkennungsmerkmal die Mozetta, kombiniert mit Birett, Kreuz und Märtyrerpalme.


    Es ist anfangs gar nicht so leicht, auch ich habe ihn öfter einmal verwechselt, aber irgendwann kennt man den Habitus so gut, dass man ziemlich treffsicher wird, auch wenn die Darstellungen äußerst vielfältig sind und sich über die Zeit verändert haben. Bei modernen Nepomuks tu ich mir auch oft schwer.


    Johannes"




    Danke, Johannes !


    Liebe Grüße,

    Elke

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