Beiträge von Olifan

    Hallo Irmgard und Klaus,


    das ist wirklich witzig, dass wir Euch mit unserer Urlaubsplanung in Verwunderung stürzen konnten und Ihr im Zweifel wart, ob Mallorca für uns als „Naturliebhaber“ das richtige sein könnte.
    Und es stimmt, eine reine Zweisamkeit mit unberührten Landschaften gibt es nicht. Auf der Insel muss man sich zu dieser Jahreszeit mit sehr sehr vielen die Leidenschaft zur Natur teilen.
    Doch das hat uns nicht gestört.


    Liebe Grüsse
    Albert + Gabi

    Hallo Elke,


    schön, dass Dir unsere Ausführungen gefallen haben!


    Das Auto haben wir von zuhause aus gemietet. Während einer nach der Landung noch auf die Koffer wartete, hat der andere schon am Hertz-Stand die letzten Formalitäten für die Übernahme erledigt.


    Prima, dass Du die 4 Berichte miteinander verlinkt hast, vielen Dank dafür.


    Liebe Grüsse
    Gabi

    Hallo Bernd,


    das freut mich, dass Erinnerungen geweckt wurden.
    Es sieht vielleicht auf den Fotos gefährlicher aus, als es eigentlich ist. Mit dem entsprechenden Schuhwerk, kann man auch als nicht so Geübter einige 100 Meter in die Schlucht vordringen.
    Wir haben sogar Familien mit kleinen Kindern beim Klettern gesehen.


    Zur allgemeinen Information, im Rother Wanderführer Mallorca ist die Durchquerung der kompletten Schlucht beschrieben, die vielleicht nicht für jeden machbar ist: „Abenteuerlicher Trip für Könner!“, ab Escorca sind dafür 5 Stunden angesetzt, Schwierigkeitsgrad schwarz. Wir haben uns mit drei sportlichen, jungen Leuten unterhalten, die sie gerade durchwandert hatten. Selbst die hatten über 6 Stunden dafür benötigt. Ganz wichtig: Vorher unbedingt Informationen über den derzeitigen Wasserstand einholen! – „Das Schluchtbett könnte sich nach Regenfällen in einen Wildwasserstrom verwandelt haben“.


    Liebe Grüsse
    Gabi

    Hallo Elke,


    Danke für die anerkennenden Worte.


    Zitat: Mir gefallen diese Bilder vom botan. Garten und ich bewundere, wie Du all diese lateinischen Namen weißt!
    Kannst Du das einfach oder hast Du Dir die Namen abgeschrieben


    da gibt’s leider nichts zu bewundern -
    Ein paar der Kakteen waren mir geläufig, bei viel zu wenigen stand eine Bezeichnung, so musste ich bei den meisten nachträglich mühselig recherchieren. Aber ich denke mal die Angaben sind richtig.


    Zitat: Wie habt Ihr es geschafft, ohne etwas zu kaufen von diesem schönen Markt wegzugehen- oder hast Du etwas verschwiegen?


    Nein, wir haben nichts verschwiegen! Gereizt hätte mich schon das eine oder andere Stück, aber die Käufe in Urlaubslaune, verkneife ich mir seit einigen Jahren lieber. - Nachdem die knapp 1 m große, holzgeschnitzte Mangopflückerin (unser Mitbringsel aus der Dominikanischen Republik) durch ihren schlecht gearbeiteten, wackeligen Fuß schon mehr Schaden am Wohnzimmerschrank und Parkettboden angerichtet hat, als meine Kinder zu ihren wildesten Zeiten, überlege ich vorher sehr gründlich, ob ich zuhause auch noch meine Freude an dem Urlaubs-Erinnerungsstück haben werde.


    Liebe Grüsse
    Gabi

    4. Tag: Autopista de Ponent - Jardins D’alfabia – Straßenbahn von Soller nach Port Soller – Fornalutx – die Stauseen Cuber und Gorg blau




    Inseltypische Windmühle – Hier allerdings ein moderner Nachbau am Kreisverkehr von Santa Ponsa.


    Eine im Reiseführer empfohlene Route ist die Straße von Capdella nach Puigpunyent. Wir haben die Landschaft, Dörfer und Villen auf Fotos festgehalten.







    Weiter geht die Tour zu den Jardins D’alfabia, den Gärten von Alfabia







    Eine über 100 Jahre alte Platane orientalis mit ihrer unverwechselbaren Rinde steht im Patio des Herrenhauses.














    Alfabia war ursprüngliche die Residenz des maurischen Vizekönigs von Mallorca. Die Anlage ist ein Musterbeispiel arabischer Gartenbaukunst; sie umfasst eine Zisterne, eine Kapelle, eine Ölmühle und Stallungen. Im Herrenhaus ist neben historischen Möbeln und Portraits der einstigen Eigentümer auch eine interessante Bibliothek zu besichtigen.
    Zitat aus dem Reiseführer: „Ein Spaziergang durch die Grünanlagen regt zum träumen an. Palmen, Teiche und Fontänen eingebettet in ein Blumenmeer verzaubern den Besucher und führen ihn in eine andere Welt.“ Bedauerlicherweise waren die Springbrunnen noch nicht in Betrieb.
    Eintrittspreis: 4,50 Euro/Person
    Öffnungszeiten: 1. November bis 31. März Montag - Freitag: 9.30 – 17.30 Uhr
    01. April bis 31. Oktober Montag – Samstag 9.30 – 18.30



    Man sollte es sich nicht entgehen lassen, ein Glas frisch gepressten Orangensaft von den eigenen Orangen-Plantagen zu trinken.




    Unweit der Jardins D’alfabia beginnt der gebührenpflichtige knapp 3 km lange Tunnel „Major“. Die Durchfahrt kostet Euro 4,55/PKW. Wir beschießen den zwar sehr kurvigen jedoch landschaftlich reizvollen Umweg durch die Berge zu nehmen.




    Die Pfarrkirche San Bartolome in Soller steht auf den Mauern einer Moschee und hat eine bombastische Fassade aus dem 18. Jahrhundert.


    Mit der alten Straßenbahn kann man eine 5 km lange Fahrt durch das Valle de los Naranjos (Tal der Orangen) von Soller nach Port Soller unternehmen. Sie verkehrt in der Saison halbstündlich und kostet 4 Euro/ Person. Wir müssen eine Stunde auf die Nächste warten (wie wir schon mehrmals auf unserer Reise erfahren mussten, auf Grund der Wintersaison). So verkürzen wir uns die Wartezeit mit einem leckeren Stück Mandelkuchen.












    Die Straßenbahngleise nach Port Soller verlaufen die meiste Zeit parallel zur Straße oder dicht an Häuserfronten vorbei, so sind die Fotomotive nicht so begeisternd, doch man kann sich den Fahrtwind bei geöffnetem Fenster um die Nase wehen lassen.






    Der exklusive Badeort Port-Soller liegt in einer von Bergen umgebenen geschützten Bucht.


    Vielleicht eines der schönsten Dörfer Mallorcas, das man unbedingt besuchen sollte ist Fornalutx. Inmitten von Orangengärten schmiegt sich der liebvoll gepflegte Ort an einen Hügel. Alle Häuser in den kuscheligen Gassen sind aus unregelmäßig geformten, gelben Naturstein.







    Die dicht beieinander liegenden malerischen Stauseen Cuber und Gorg Blau versorgen Palma mit Wasser.






    Von hier aus hat man auch einen fantastischen Blick auf die höchste Erhebung Mallorcas, den 1443 m hohen Puig Mayor erkennbar an seiner kugelförmigen Radarstation.



    Etwas wehmütig beenden wir den 4., unseren letzten Tag mit der Erkenntnis: Es war wunderschön, doch wir haben noch viel zu wenig von Mallorca gesehen und morgen früh geht es schon wieder heim.



    Informationen und Tipps:


    Reisezeit: 27.03.11 – 01.04.11 = 5 Tage


    Parken (Achtung hohe Bußgelder):
    Weiß gekennzeichnet Parkbuchten (soll es geben, haben wir aber nirgends gesehen) sind kostenfrei.
    Blau gekennzeichnete Parkbuchten sind immer gebührenpflichtig.
    An gelben Markierungen darf keinesfalls geparkt werden – Es wird abgeschleppt.
    Folgendes passierte uns auf einem blau markierten Parkplatz:
    Da der Geldschlitz des Parkplatz-Automaten verschlossen war, haben wir uns keinen Parkzettel ziehen können. Leider haben wir ignoriert einen weiter entfernten Parkautomaten aufzusuchen und prompt ein Knöllchen kassiert. Aber nicht wie bei uns, haben wir fürs Parken ohne Parkschein eine Strafe von Euro 5,--, sondern über stattliche Euro 32,- bekommen. Mit der Option bei Sofortkasse den „Sonderpreis“ von nur Euro 16,- zahlen zu müssen. Das heißt, man muss mit 16 Euro-Münzen (Wer hat die schon!?) den Automaten füttern, den Beleg zusammen mit dem Knöllchen in einen beigefügten Umschlag stecken und das Ganze wieder in den dafür vorgesehenen Schlitz in den Automaten schieben. Da weder eine Bank offen war, noch die Bedienung im Restaurant gewillt war, unseren 20-Euro-Schein zu wechseln, konnten wir die günstigere Variante unserer Sühneleistung nicht in Anspruch nehmen. – Mal sehn, was da nachträglich noch auf uns zukommt!?


    Öffnungszeiten:
    Bei vielen Sehenswürdigkeiten verlängern sich die Eintrittszeiten saisonal zum 01.04. und manche interessante Örtlichkeiten (siehe Sa Leu) sind auch erst ab diesem Zeitpunkt zu besichtigen.


    Wandern:
    Bei unseren vorab Recherchen erfuhren wir, dass 92 % des Tramuntana-Gebirges in Privatbesitz sein soll. Und somit nicht nur für den Verkehr, sondern auch für Wanderer gesperrt ist. So kann es einem passieren, dass der Wanderweg unverhofft an der Umzäunung oder dem Tor einer Finca endet und man auf das Schild: "Prohibido el paso" stößt.


    Radfahrer:
    Mittlerweile gilt die Insel als Europas Radsportziel Nr. 1 und ist gerade im Frühling und Herbst Trainingsmekka internationaler Rennradprofis, die in Gruppen und nicht immer einer hinter dem anderen auch auf engen und steilen Straßen mit zum Teil mehr als 60 km/h Geschwindigkeit unterwegs sind. Hier ist besondere Vorsicht geboten.


    Fazit:
    Mallorca im März ist ideal zum Wandern und Radfahren. Das hat sich durch die Anwesenheit von Mengen an (fast ausschließlich) Rennradlern und Wandergrüppchen bestätigt. Als Reisezeit für Besichtigungen würden wir empfehlen, einen etwas späteren Zeitpunkt (ab April) zu wählen.
    Wir waren fasziniert von der abwechslungsreichen, grünen Landschaft und vom milden, angenehmen Klima. Selbst am Abend konnte man noch im Freien sitzen. Gewünscht hätten wir uns noch mehr blühende Vegetation.
    Wir werden bestimmt noch einmal nach Mallorca reisen, dann aber auf jeden Fall zum Wandern.

    3. Tag: Markttag in Santanyi – Botanicactus – Cala Pi – Kathedrale Palma



    An diesem regnerischen Mittwoch möchten wir uns einen Wochenmarkt ansehen. Hierzu wählen wir den Ort Santanyi. Das kleine, verschlafen wirkende Landstädtchen Santanyi im Süden liegt unweit der Südspitze der Insel. Die Stände befinden rund um die alte Pfarrkirche Sant Andreu Apòstol.







    Ein paar Kilometer entfernt liegt der einzige Botanische Garten Mallorcas: Botanicactus. Er ist mit seiner umfangreichen Pflanzensammlung einer der größten Botanischen Gärten Europas.
    400 verschiedene beheimatete und nicht heimische Pflanzen-Sorten, sowie 12.000 Kakteen kann man auf dem 50.000 qm großen Areal besichtigen. Hier kommen Sukkulenten-Freunde voll auf ihre Kosten.
    ( Ich möchte mich schon mal für die vielen nun folgenden Kakteen-Fotos entschuldigen. Obwohl schon vom Partner ausgebremst, fand meine Begeisterung für die „stacheligen Schönheiten“ kein Ende.)








    Echino- oder Goldkugel-Kaktus




    Am dornigen Stamm des Kapok-Baums wird wohl keiner hochklettern.



    Myrtillo-Kaktus



    Ferocactus



    Aloe arborescens



    Opuntia Tunicata



    Saguaro-Kaktus Es soll hier ein über 300 Jahre altes Exemplar aus Arizona stehen. – Wir haben es leider nicht entdeckt.



    Cleisto-Kaktus



    Aloe Marlothii links, rechts eine Cereus



    Palmfarne oder Sagopalmen




    Agave und Agaven-Knospe



    Opuntia oder Feigenkaktus Feigenkakteen dienten früher der Schweinemast




    Tintenfisch-Aloe mit roter Blüte



    Links eine Yucca queretaroensis - eine extrem seltene Yuccaart.
    Sie ähnelt auf den ersten Blick sehr den schmalblättrigen linearifolias,
    ist durch ihre Blattstruktur aber gut zu unterscheiden. In der Mitte eine Cylindropuntia, rechts Echino- oder Goldkugelkaktus


    Das Wetter hat aufgeklart.
    Cala Pi liegt etwa 17 Kilometer südlich von Llucmajor an der Südküste Mallorcas.






    Der Strand Cala Pi ist eine sehr romantische Badebucht. Er hat seinen Namen vom gleichnamigen Fluss, Torrent de Cala Pi, der hier ins Meer mündet. Er hat feinen weißen Sand und fällt sehr flach ins Meer ab. Das Wasser ist glasklar und türkisblau, fast wie in der Karibik.
    Der ansonsten schöne Strand (nur 45 Meter breit, ragt dafür aber bis zu 140 Meter tief ins Land), ist noch nicht für die Badesaison hergerichtet. Hier tummeln sich gerade mehrere Schulklassen alle in ihren einheitlich blauen Schuluniformen.


    Weiter geht’s nach Palma – Wir möchten uns die Kathedrale La Seu ansehen.





    Die »Kathedrale des Lichts« in Palma ist Touristenmagnet, das Wahrzeichen und eines der imposantesten Bauwerke Mallorcas. Von der Promenade aus hat man diesen schönen Blick. La Seu kann im Winter nur Besuchern der Heiligen Messe betreten werden und ist erst ab 01.04. für die Öffentlichkeit zugänglich.



    Wir waren leider 2 Tage zu früh dran, so konnten wir das von Gaudi gestaltete Innere der Kathedrale und das größte gotische Kirchenfenster, die farbenprächtige Fensterrosette mit einem Durchmesser von 12,5 Metern nur von außen sehen.
    Hier noch ein paar Eindrücke, die wir rund um die Kathedrale eingefangen haben.







    Die Seifenblasen-Künstler erfreuen die hier reichlich vorhanden Touristen.




    Eine kurze Rast an der 600 Jahre alten Olive „Olivera de Cort“. Sie stammt ursprünglich von einem
    Gehöft nahe Pollenca und schmückt nun den Rathausplatz von Palma.



    Eine von vielen recht ansehnlichen Häuserfronten in Palma



    Die Sobrasada, eine Paprikastreichwurst ist eine mallorquinische Spezialität vom schwarzen Schwein. Beim Blick in dieses Geschäft macht sich Hunger bemerkbar und wir beschießen den erlebnisreichen 3.Tag.


    Hier geht es zu Teil 4
    https://www.schoener-reisen.at…BCcke-im-M%C3%A4rz-4.-Tag

    2. Tag: abenteuerliche Straße nach Sa Calobra – Torrent de Pareis



    Das Dörfchen Sa Calobra mit der nahe gelegenen, wunderschönen Schlucht Torrent de Pareis gehört zu den schönsten aber leider auch zu den viel besuchten Ausflugszielen.

    Die abenteuerliche Straße, die in der Bucht von Sa Calobra endet, hat eine Länge von 13,5 Kilometer mit unzähligen, gewagten Serpentinen und geht 900 Meter zum Meer hinab. Bekannt ist die 1932 erbaute Pass-Straße auch für seinen Krawattenknoten (Nus de Corbata), einer 360°-Kurve. Allerdings muss man die gleiche Strecke wieder zurück.







    Eindrucksvoll präsentieren sich die Bergriesen der Tramuntana bei der Anfahrt und dann beginnt die abenteuerliche Abfahrt.




    Mittendrin ein Rastplatz – Nach der Kurbelei tut ein Kaffee gut.









    Das Flussbett des Torrent de Pareis ist ein 3 Kilometer langer Canyon. Seit 2003 ist er Natur-Denkmal. Die Felsenkluft hat zum Teil rechts und links bis zu 200 m hohe Felswände, die durch Karst-Erosion entstanden sind. Der Torrent de Pareis ist nach der Samaria-Schlucht auf Kreta der 2.Größte Europas.





    Trotz des lädierten Knies wollen wir eine Kurztour in das Labyrinth wagen, zumal im Torrent außer ein paar Tümpeln zur Zeit kein Wasser ist. Vom Parkplatz aus, läuft man in Richtung Bucht, geht weiter entlang der Promenade mit zwei Ausflugslokalen, durchläuft 2 beleuchtete Tunnel, bis man den Kiesstrand von Sa Calobra nach 15 Minuten erreicht.



    Nun wendet man sich nach rechts in Richtung Schluchteingang.
    Hier wachsen Unmengen von Mastix-Sträuchern. Der rot blühende, immergrüne Strauch liefert ein klebriges Harz. Es dient als Räucherwerk, Hautklebemittel für Maskenbildner und die Griechen aromatisierten Retsina und Ouzo damit. Das sind nur ein paar von den vielen Anwendungsmöglichkeiten.



    Auch das Diß-Gras findet man überall auf der Insel. Es ist scharf und schneidet von oben nach unten. Wie ich an anderer Stelle selber erfahren musste, ist es auch gefährlich beim Laufen, wenn man mit einem Fuß auf die weit ausladenden Enden tritt, bildet sich eine Schlaufe in der man mit dem anderen Fuß hängen bleiben kann.





    Je tiefer man in die Schlucht vordringt, desto enger wird es und umso höher bauen sich die gigantischen Felsbarrieren vor einem auf. Bei deren Anblick man sich nicht vorstellen kann, diese überwinden zu können.
    Anfänglich gibt es noch die Möglichkeit, sich seitlich an ihnen vorbei zu zwängen. Im weiteren Verlauf muss man sich mühsam über die Hindernisse hinweg kämpfen.





    Nach gut einer Stunde ist es dann soweit, mich verlässt der Mut und trotz Hilfestellung auch die Kraft, den glatten Felskoloss zu überklettern.
    Wir geben uns zufrieden mit dem bisher Erlebten und machen uns auf den Rückweg.
    Die zu zahlende Parkgebühr auf dem bewachten Parkplatz, erstaunt uns dann doch ein wenig: für ca. 3 Stunde Euro 9,--


    Noch eine kleine Anekdote am Rande - Aus dem Autoradio (Mallorca-Inselradio 95,8 auf Deutsch) ertönt folgender Aufruf: „Auf der Finca ... in ... werden zwei Eseldamen von einem eingedrungen, liebestollen, männlichen Esel massiv belästigt. Die Besitzerin der Eselinnen Frau ... bittet inständig, alle Eselbesitzer aus der Umgebung, sich zu vergewissern, dass ihre Tiere noch da sind und denjenigen der feststellt, dass ein Esel abgängig ist, seinen „draufgängerischen“ Ausreißer umgehend bei ...Adresse... abzuholen!“
    Wir fanden diesen Hilferuf äußerst erheiternd. Hier sind anscheinend noch die kleinen Dinge des Lebens bedeutungsvoll und einer Durchsage wert.


    Dieser dürfte es wohl nicht zu sein!? - Der blickt zu unschuldig!
    Ob der „Unhold“ seinem Eigentümer wieder zugeführt werden konnte, haben wir leider nicht mehr gehört, denn wir beenden jetzt unseren 2. Ausflugstag.

    Eigentlich sollte es ja ein Wanderurlaub auf Mallorca werden. Hier wollten wir die bis zu 1443 Meter hohe Sierra de Tramuntana im gebirgigen Nordwesten Mallorcas erkunden. Doch eine Bänderdehnung im Knie, verursacht durch einen Zusammenstoß mit meinem Enkel beim Skifahren, ließ nur noch eine vom Orthopäden genehmigte Mallorca-„Besichtigungstour“ zu.
    Hartmut hat ja schon durch seine schönen Bildberichte einiges Interessante von Mallorca vorgestellt.
    Da es aber noch weiteres Sehenswerte gibt, möchten wir unsere Berichte ergänzend hinzufügen.
    Ich habe unsere Routen in 4 hoffentlich übersichtliche Beiträge aufgeteilt, so wie wir Mallorca in 4 Tagen erlebt haben.


    1. Tag: Von Port D’andratx die Nord-West-Küste entlang bis Deia ca. 30 km



    Als eine der landschaftlich schönsten Strassen auf Mallorca gilt die Strasse von Andratx nach Porto Pollença. Wir haben es leider nur bis Deia geschafft.



    Der exclusive Hafenort Port D’andratx besitzt nur kleine felsige Badebuchten.





    Zu Beginn haben wir uns gleich einmal an einem der unzähligen Kreisverkehre verfahren und sind anstatt auf der Straße Richtung Andratx, in einem Wohngebiet gelandet. Von hier hatten wir dann allerdings einen sehr schönen Blick auf die Bucht Port D’andratx.


    Nächste Station ist die Bucht von Sant Elm




    Sant Elm ist ein beliebter Badeort. Doch außer den beiden einsamen Sonnenanbetern ist am Strand noch nicht viel los. Vorgelagert der Platja de Sant Elm liegt die Insel Sa Dragonera.



    Die Küstenstrasse überzeugt mit ihren phantastischen Ausblicken.



    An der Straße bei Estellenc stand dieser rostige Vierbeiner. Hier hat ein Künstler aus Schrott ein Pferd in Originalgröße erstellt.


    Aussichtspunkt Torre del Verger





    Der aus dem Jahr 1579 stammende Aussichtsturm Torre del Verger oder Torre de Ses Animes (Turm der Seelen), ist ein ehemaliger Wachturm und kann auf einer Metallleiter bestiegen werden. Von hieraus bietet sich ein traumhafter Blick auf die Steilküste.




    Der Name des ruhigen Ortes Banyalbufar leitet sich von der maurischen Bezeichnung „kleiner Weingarten am Meer“ ab und ist berühmt für seine kunstvollen Terrassenanlagen und das ausgeklügelte Bewässerungssystem, das vor mehr als 1000 Jahren eine karge Steinlandschaft in fruchtbare Gärten verwandelt hat. Die Terrassen geben Banyalbufar ein ornamentales, fast spielerisches Aussehen. Bis heute werden hier Gemüse, Obst, Getreide und Wein angebaut. – Bekannt ist vor allem (man höre und staune...) die Traube Malvasia mit einem Sherry-Geschmack. Leider haben wir es nicht geschafft die mallorquinische Schwester der istrischen Traube zu testen.



    Illyrische Siegwurz, pink blühende Pflanze am Wegesrand



    Im Jahre 1838 gingen die Schriftstellerin George Sand und der Komponist Frédéric Chopin in Valdemossa als Touristen an Land. Sie verbrachten gemeinsam einen Winter lang in der Zelle des ehemaligen Kartäuserklosters Real Cartuja de Valdemossa




    Das Kloster mit seinem hübschen, türkisfarbenen Kirchturm




    Der Stadtplatz vor der Karthause



    Palast von König Sanxo – Palau del Rei Sanxo




    An den teils 300 Jahre alten Häusern befinden sich fast überall neben den Eingangstüren, handgemalte Kacheln. Meist ist auf ihnen die Inselheilige Catalina Thomas zu sehen, die 1531 in Valldemossa geboren wurde und die durch ihre besondere Frömmigkeit Wunder bewirkt haben soll.




    Zitat aus dem Mallorca-Reiseführer: “Vor der Pfarrkirche Sant Bartomeu befindet sich ein wunderschöner Rosengarten. An heißen Tagen bietet ein kleiner Spaziergang durch die schattige Anlage eine angenehme Abkühlung.“ Leider blühten noch keine Rosen um diese Jahreszeit.


    Weiter geht es zum Herrenhaus Son Marroig




    Son Marroig ehemaliger Altersruhesitz des Erzherzogs Ludwig Salvator von Habsburg. Im Garten der Villa steht ein ionischer Pavillon aus weißem Marmor mit fantastischem Ausblick auf die Halbinsel Na Foradada. An ihrer Felsspitze hat sie mitten in der Felswand ein 18m großes Loch, was sie zu einem der beliebtesten Fotomotive auf der Insel macht, das so manche Postkarte ziert.





    Wer den Museumseintritt von Euro 4,-- bezahlt hat, kann einen 6 Kilometer langen Spaziergang hinab zum Felsentor Foradada unternehmen.


    Hier noch einige Impressionen vom Garten und dem Museum der prächtigen Anlage:








    Weiter führt uns der Weg zu unserer letzten Station, dem Ort Deia.





    Hier endet unser erster Besichtigungstag. Von der weit oben auf einem Hügel liegenden Pfarrkirche hat man einen Blick über die Ausläufer des Tramuntana-Gebirges aufs Meer.



    Hier geht es zu Teil 2
    https://www.schoener-reisen.at…BCcke-im-M%C3%A4rz-2.-Tag

    Lieber Wallbergler,


    wir haben uns, trotz des heute sonnigen und für Unternehmungen (bis auf die Eiseskälte) idealen Wintertags, deinen Bericht in 3 Teilen genüsslich „rein gezogen“.
    Danke, dass Du uns an dieser beeindruckenden Reise hast teilhaben lassen und Gratulation zu den fantastischen Fotos, obwohl es sich (kaum zu glauben) um gescannte Dias handelt. Deine Aufnahmen von Land und Leuten sind magnetisch anziehend. Hierbei fanden wir die Gerberei „echt strange“, gruselig und doch mit Faszinationsfaktor. Packend zu lesen auch die heiklen bis dramatischen Bakschisch-Erlebnisse: waren anscheinend der Meinung alle Europäer seien Millionäre.
    Trotzdem haben die positven Eindrücke, was Du auch imponierend zum Ausdruck bringst, überwogen.
    Du hast uns mit grandiosen Bildern ein fremdartiges Land fesselnd vorgestellt.


    Liebe Grüsse
    Olifan

    Aufgrund des schönen Fotos von Josef und Wallberglers Erwähnung vom Lichterwahn, hier eine nicht ernst zu nehmende Geschichte zum Thema Weihnachtsbeleuchtung:

    Sonntag, 1. Advent
    10.00 h In der Reihenhaussiedlung Önkelstieg lässt die Rentnerin Erna B. durch Ihren Enkel Norbert drei Elektrokerzen auf der Fensterbank ihres Wohnzimmers installieren. Vorweihnachtliche Stimmung breitet sich aus. Die Freude ist groß.
    10.14 h Beim Entleeren des Mülleimers beobachtet Nachbar Ottfried P. die provokante Weihnachtsoffensive im Nebenhaus und kontert umgehend mit der Aufstellung des 10-armigen dänischen Kerzensets zu je 15 Watt im Küchenfenster. Stunden später erstrahlt die gesamte Siedlung Önkelstieg im besinnlichen Glanz von 134 elektrischen Fensterdekorationen.
    19.03 h Im 14 km entfernten Kohlekraftwerk Sotrup-Hötlage registriert der wachhabende Ingenieur irrtümlich einen Defekt der Strommessgeräte für den Bereich Stenkelfeld Nord - ist aber zunächst noch arglos.
    20.17 h Den Eheleuten Horst und Heidi E. gelingt der Anschluss einer Kettenschaltung von 96 Halogen-Filmleuchten durch sämtliche Bäume ihres Obstgartens an das Drehstromnetz. Teile der heimischen Vogelwelt beginnen verwirrt mit dem Nestbau.
    20.56 h Der Diskothekenbesitzer Alfons K. sieht sich genötigt seinerseits einen Teil zur vorweihnachtlichen Stimmung beizutragen und montiert auf dem Flachdach seines Bungalows das Laser-Ensemble Metropolis, das zu den leistungsstärksten Europas zählt. Die 40 m hohe Fassade eines angrenzenden Getreidesilos hält dem Dauerfeuer der Nikolausprojektion mehrere Minuten stand, bevor sie mit einem hässlichen Geräusch zerbröckelt.
    21.30 h Im Trubel einer Yuleclub-Feier im Kohlekraftwerk Sotrup Hötlage verhallt das Alarmsignal aus Generatorhalle 5.
    21.50 h Der 85-jährige Kriegsveteran August R. zaubert mit 190 Flagscheinwerfern des Typs „Varta Volkssturm“ den Stern von Bethlehem an die tiefhängende Wolkendecke.
    22.12 h Eine Gruppe Asiatischer Geschäftsleute mit leichtem Gepäck und sommerlicher Bekleidung irrt verängstigt durch die Siedlung Önkelstieg. Zuvor war eine Boing 747 der Singapur Airlines mit dem Ziel Sydney versehentlich in der mit 3000 bunten Neonröhren gepflasterten Garagen-Zufahrt der Bäckerei Brörmeier gelandet.
    22.37 h Die NASA Raumsonde Voyager 7 funkt vom Rande der Milchstraße Bilder einer angeblichen Supernova auf der nördlichen Erdhalbkugel. Die Experten in Houston sind ratlos.
    22.50 h Ein leichtes Beben erschüttert die Umgebung des Kohlekraftwerks Sotrup-Hötlage. Der gesamte Komplex mit seinen 30 Turbinen läuft mit 350 Megawatt brüllend jenseits der Belastungsgrenze
    23.06 h In der taghell erleuchteten Siedlung Önkelstieg erwacht die Studentin Bettina U. und freut sich irrtümlich über den sonnigen Dezember-Morgen.
    Um genau 23.12 h betätigt sie den Schalter ihrer Kaffeemaschine.
    23.12 h und 14 Sekunden - In die plötzliche Dunkelheit des gesamten Landkreises Stenkelfeld bricht die Explosion des Kohlekraftwerks Sotrup-Hötlage wie Donnerhall. - Durch die stockfinsteren Ortschaften irren verstörte Menschen. Menschen, wie du und ich, denen eine Kerze auf dem Adventskranz nicht genug war.


    Allseits einen schönen 3. Advent mit (nichtsdestotrotz) strahlendem Lichterglanz
    Albert+Gabi

    Hallo wallbergler,


    du siehst mich hier gelinde gesagt fassungslos gleichzeitig überwältigt von Deiner eingehenden Antwort mit den vielen außerordentlich bewegenden Worten der Würdigung. Und wie tief du in unseren fast unzumutbar langen Bericht eingetaucht bist, diesen nicht nur gelesen, sondern Dir auch tiefgründige Gedanken dazu gemacht und mitgefühlt hast, freut uns natürlich unwahrscheinlich.
    Da merkt man gleich die Verbundenheit zwischen uns Gleichgesinnten „Radlern“.
    Zitat: „Wenn das Herz überläuft vor Freude.“ Das tat es wirklich während unserer Tour des Öfteren.


    Die Idee, die 2. Tour über Südtirol anzugehen, entstammte tatsächlich Deinen fantastischen Berichten in 5 Teilen: „Der große Reisebericht- Radtour von Siegertsbrunn nach Meran“ Wobei wir bei der Streckenführung dann doch etwas weiter nach Westen gerückt sind, um die Fahrt und das Erlebnis Vinschgau-Radweg zu genießen.


    Zitat: „Was mir auffiel, ihr habt euch bei dieser ganzen Reise wunderschöne Hotels leisten können, was die Strapazen nicht unerheblich erleichtern kann.“
    Wir haben nicht bewusst den Luxus angesteuert, doch die Chancen ein Zimmer für eine Nacht zu bekommen, potenzieren sich mit der Größe des Hotels, wobei wir eigentlich keinerlei Probleme hatten, denn unsere Reisezeit war noch nicht die Urlaubs-Hochsaison. Wir hätten uns auch mit einer weniger komfortablen Bleibe zufrieden gegeben, mit einer Einschränkung: aus dem Alter „Bandscheiben quälender Bettenlager“ sind wir raus. Gerne haben wir uns dann, nach so einem langen kräftezehrenden Tag, eine behagliche Unterkunft mit ein paar Extras als eine Art Belohnung (ein Bonbon) gegönnt.

    Aus Deinen Kommentaren wird ersichtlich, dass Dir viele Streckenführungen nicht fremd sind.
    Zitat: „Der Reschenpass“
    Landschaftlich ist diese Route ein Genuss für Auge und Seele, bis Kajetansbrücke bewegt man sich weitab von der viel befahrenen Landstraße. Nach Passieren der Schweizer Grenze befindet man sich zwar bis Martina und bis zur Passhöhe auf normaler Landstraße, die aber relativ wenig befahren ist. Für eine zukünftige Tourplanung kann ich Dir diese Strecke nur empfehlen.
    - Wer mit seinem Bike vom Zillertal bis Meran über das Hochgebirge gekommen ist, der wird unsere Piste locker bewältigen. -


    Zitat: „Die Strecke nun, vom Trentino hinein ins Grappaland...“
    Hier kann ich nur empfehlen: Unbedingt fahren, nach jeder Kurve, jeder Fels Umrundung oder Orts Durchfahrung bieten sich neue beeindruckende Bilder und atemberaubende Panoramen.

    Zitat: „Der Mensch neigt ja schon manchmal, Gott Lob zum Vergessen, aber trotz deiner Bescheidenheit muss es eine ungemein anstrengende Tour gewesen sein.“

    Das war es! Doch die auf unserer Fahrt häufig hervor gelockten körpereigenen Drogen (Adrenalin, Dopamin, Serotonin etc.) relativierten die körperliche Anstrengung, mobilisierten ungeahnte Kräfte, und verschafften einen reizvollen Genuss ohne nachhaltige Folgen.


    Vielen Dank übrigens noch für die „treffende“ Bezeichnung als:
    „zache“ Herren,
    „durchtrainierte“,
    „schlanke Burschen“

    Bei künftig aufkommender Kritik an unserer Person oder Figur durch unsere Frauen, werde ich diese Passage Deiner Nachricht gerne zitieren.


    ELMA
    Josef


    Danke an Euch alle fürs Durchhaltevermögen beim Lesen und die freundlichen Worte – Das macht Mut, die in unseren Träumen bereits gefahrene dritte Tour (dieses mal weiter östlich), im nächsten Jahr in die Tat umzusetzen.


    Euer
    Albert und Hans

    Mit dem Rad von München nach Porec - die II.


    Achtung „Wiederholungstäter“! - Es soll wieder losgehen!


    Dass unsere Fahrradreise nach Kroatien keine einmalige Aktion bleiben soll, stand schon damals nach der ersten Tour https://www.adriaforum.com/kro…mit-dem-crossbike-t57661/ fest.
    Auf Grund gleicher Einstellung und identischem Leistungsvermögen hatten Hans und ich ideal harmoniert. Die gemeinsamen Tage verliefen, wie sich das für Männer gehört, einträchtig und unkompliziert. Das gleiche galt auch für die gemeinsamen Nächte, obwohl diese notwendigerweise meist im Doppelbett verbracht werden mussten. Selbst die, durch die Nähe zum Vorschein gekommene, eine oder andere verzeihliche Eigenheit, hatte sich auf unsere Freundschaft nicht nachteilig ausgewirkt. Das Erlebte hat unsere kleine Interessengemeinschaft noch mehr zusammengeschweißt.
    Also werden wir dieses „einmalige Erlebnis“ wiederholen. Auch wenn wir einräumen, dass eine Wiederholung vielleicht nur ein Abklatsch, eine reizlose Kopie der ersten Exkursion sein könnte, weil man sich nicht vorstellen kann, dass es so eindrucksvolle Ereignisse geben könnte, die im Stande wären das damalige Abenteuer zu übertreffen.
    Trotzdem blicken wir voller Optimismus und in freudiger Erwartung auf das, was diesmal an Herausforderungen und Neuem auf uns zukommen wird. Zumal die jetzige Rad-Reise bis auf kurze Abschnitte einen anderen Streckenverlauf hat, was auf jeden Fall schon für Abwechslung sorgen wird.
    Ein wenig Sorgen macht uns, dass die dringend erforderlichen Trainingseinheiten vor unserem Trip diesmal im wahrsten Sinne des Wortes „ins Wasser gefallen“ sind, denn der kühle, regnerische Frühling ließ uns nicht viele Möglichkeiten Kondition aufzubauen, die Beinmuskulatur wieder auf Vordermann zu bringen und die im letzten Jahr angelegten hartnäckigen „Winterreserven“ schwinden zu lassen.
    Erst am Montag stand der Termin fest, dass wir am Mittwoch, den 09.06.10 zu unserer großen Tour aufbrechen wollen.


    Jetzt genug der Vorrede. - Starten wir mit den Tatsachen.


    1. Tag, der Start in München



    Daten zum ersten Tag, Mittwoch der 9. Juni 2010


    Etappe: München-Telfs
    Wetter: sonnig angenehm warm
    Km: 143
    Zeit: 10 ¼ Std. incl. Pausen, 7 ½ Std. reine Fahrtzeit
    Höhenmeter: 1.080 Seefeld
    Strecke: 75% Asphalt, Rest Schotter, gut befahrbar
    Einkehr: Fleck, Gasthaus Papyrer
    Highlight: Verbindung zwischen Mittenwald und Scharnitz
    Übernacht.: Hotel Munde in Telfs, und Abfahrt nach Telfs, 90,--€ incl. Frühstück


    Das Wetter ist ideal, die Sonne strahlt und die Temperaturen sind für den Start unserer mehrtägigen Reise genau richtig.



    Mein „unsensibles Weib“ meint zwar, das Bild hätte was von Pat & Patachon, aber ein Startfoto muss schon sein.
    Als idealer Einstieg und Tourstart bietet sich wieder der Isar Radweg an.
    Zum Auftakt dürfen wir uns über die Isar-Floßfahrer freuen, die bei zünftiger Musik auf eine etwas bequemere Art, als wir unterwegs sind.



    In alter Gewohnheit legen wir eine Rast in Fleck, im „Papyrer“ ein. Bis zum Sylvenstein Speicher folgen wir der gleichen Route wie im Vorjahr.



    Die Beschreibung zu diesem Streckenabschnitt erspare ich mir daher. Parallel zum Speichersee, stetig ansteigend, mit einigen Gefällstrecken zur „Entspannung“, erreichen wir die Mautstraße, welche entlang der Isar von Fall nach Krün führt. Auf diesem Abschnitt wird es immer deutlicher, dass man sich von München (Höhe 530m) in Richtung Seefeld (Höhe 1.080m) bewegt.



    Die bis Wallgau errungenen Höhenmeter büßen wir in der darauf folgenden Abfahrt wieder ein mit der Gewissheit, dass wir sie bis Seefeld wieder erreichen müssen. Vom Ort Wallgau geht es vorbei an der „Pension Neuner“, auf einem dann gut ausgebauten Radweg. Bis und durch Mittenwald wird man dann auf einen ausgeschilderten Weg gelotst, der uns abseits der Straße über Viehweiden und die schöne Voralpenlandschaft nach Scharnitz bringt.



    Auch hier meint es der Wettergott gut und beschert uns mit seinem Fönwind aus Süden eine willkommene Art unseren Schweiß zu trocknen.
    Ab Scharnitz führt der Weg entlang der stark befahrenen Landstraße, die allerdings breit genug ist, und wir somit kein wesentliches Hindernis für den fließenden Verkehr darstellen. Mit dem Auto ist man diese Strecke schon oft gefahren, das ansteigende Gelände nach der Abzweigung Leutasch hat man allerdings so noch nie wahrgenommen. Bis man zur Einfahrt nach Seefeld kommt, ist diese lange Steigung eine sehr schweißtreibende Angelegenheit, die durch heftigsten Gegenwind noch erschwert wird.
    Die Abfahrt nach Seefeld verschafft uns wieder eine kurze Phase der Erholung, die sich aber schnell relativiert, durch die zwei heftigen Anstiege nach Mösern.



    Im Bewusstsein, von jetzt an geht’s bergab, erreichen wir die Höhe und begeben uns auf die Abfahrt nach Telfs. Diese Strecke ist mit einem voll beladenen Fahrrad mit aller Vorsicht anzugehen. Die langen Geraden verführen zum schnellen Fahren, benötigen aber einen erheblichen Bremsaufwand vor den abschüssigen Haarnadel-Kurven.
    Mit Ankunft in Telfs haben wir 143 km zurückgelegt. Wir sind mit unseren Kräften am Ende und entscheiden den Radltag zu beschließen. In der Ortmitte bietet sich das Hotel Munde zum Verbleib an. Obwohl an der Ortsdurchfahrtstraße gelegen, befinden sich die hübschen Zimmer ruhig gelegen im hinteren Bereich.



    Durch die flotte Abfahrt nach Telfs, ist unsere verschwitzte Radlkleidung bereits getrocknet und benötigt nur noch eine sehr kurze Zeit „der Durchlüftung“ auf dem Balkon unseres Zimmers.



    Nach dem geschafften Pensum freuen wir uns auf eine warme Dusche, ein schmackhaftes Essen, ein erfrischendes Weißbier und ein kleines, naturreines Marillenwässerchen und dann nur noch in die Kiste mit erholsamen Träumen.


    2. Tag, ab Telfs auf den Innradweg, mit Zielrichtung Pfunds



    Daten zum zweiten Tag, dem Donnerstag 10. Juni 2010


    Etappe: Telfs – Lafairs
    Wetter: sonnig, heiß, heftiger Gegenwind
    Km: 81
    Zeit: 8 ½ Std., 4 ¾ Std. reine Fahrtzeit
    Höhenmet.: 633 Telfs – 980 Lafairs
    Strecke: mit kleinen Ausnahmen Asphalt
    Einkehr: Gasthof Neuenzoll/Fleiß
    Highlight: Innradweg um Imst und die gesamte Radstrecke nach Landeck bis Pfunds
    Übernachtung: Lafairser Hof, 104,--€ Zimmer incl. Frühstück freie Nutzung Sauna, Dampfbad und Hallenbad sehr gute Küche



    Gut ausgeschlafen und nach einem ausgiebigem Frühstück begeben wir uns auf die 2. Etappe unserer Tour. Raus aus Telfs, über die Autobahnbrücke auf die Bundesstraße und von dort zum Einstieg des Inntal Radweges.



    Uns erwarten ein herrlicher Tag, eine wundervolle Landschaft und ein Gegenwind, der es heute frontal auf uns abgesehen hat.



    Zwischen Autobahn, Inn und der Bundesstraße ist dieser Radweg sehr gut angelegt, führt allerdings an einer Stelle auf die Bundesstraße und lässt dort leider jeglichen Hinweis auf die Weiterführung vermissen, was uns zu einem unnötigen Umweg zwingt. Vielleicht sind wir auch so schnell, dass wir die Kennzeichnung übersehen.



    In der Folge entschädigt die Strecke durch eine abwechslungsreiche und reizvolle Landschaft. Bis Imst ist der Radweg vorbildlich ausgebaut und es macht Spaß, trotz der stets wiederkehrenden kurzen Steigungen.



    Obwohl der Inn noch immer Hochwasser führt, können wir einigen aktiven Rafting-Fahrern zuschauen, die auf dem reißenden Fluss paddeln.



    Die Strecke Imst – Landeck führt eine geraume Zeit an der Autobahn, später an der Bahnstrecke entlang. Sie beschert erst eine lange Steigung, um uns dann mit der Abfahrt nach Landeck zu erfreuen. Hier finden wir keine Radweg-Ausschilderung, dass ist aber nicht sonderlich problematisch, da der Ort schnell zu bewältigen ist. Kurz darauf ist auch wieder die Beschilderung für den Radweg vorhanden. Erstmals entdecken wir die Kennzeichnung: „Via Claudia Augusta“.


    Die Strecke abseits der Landstraße ist sehr gut gekennzeichnet und angenehm zu fahren. Nachdem wir auf der Route Telfs – Landeck immer einen heftigen Gegenwind aus Richtung Westen hatten, nun aber den Weg zum Reschenpass in Richtung Süden nehmen, haben wir die Hoffnung auf veränderte Windverhältnisse.


    Doch unser „lästiger Gegenspieler“, bleibt uns weiterhin erhalten, scheint sogar noch ein bisschen zugelegt zu haben. Selbst auf gerader Strecke haben wir das Gefühl einer „Steigung“.
    Es ist Zeit, eine Pause einzulegen. In Neuenzoll, mit schmackhaftem Essen und der notwendigen Radlerhalben zur Ergänzung des Flüssigkeitspegels schöpfen wir wieder neue Kräfte.



    Unsere Planung war so ausgelegt, dass wir heute noch den Reschenpass bewältigen wollten. Die stetig ansteigende Strecke und der heftige Sturmwind mit einer Geschwindigkeit von gefühlten 60km/h, veranlassen uns in Pfunds vom Sattel zu steigen und im dortigen Hotel Lafairser Hof um Aufnahme zu bitten. Die höheren Mächte haben dann doch noch ein Einsehen und bescheren uns mit dieser Bleibe einen Pool, eine Sauna und ein Dampfbad, was wir vielleicht auch den erschwerenden Umständen zu verdanken haben, ohne die wir sicher weitergefahren wären.



    Also rein in die Entspannung - Hans tut dies in der Sauna und ich im Pool.



    3. Tag, ab Pfunds auf der Via Claudia Augusta nach Südtirol



    Daten zum dritten Tag, dem Freitag 11. Juni 2010


    Etappe: Pfunds – Plaus
    Wetter: sonnig, heiß, heftiger Gegenwind
    Km: 108,2
    Zeit: 9 Std., 6 Std. reine Fahrtzeit
    Höhenmet.: 980 Lafairs – 1.504 Reschen
    Strecke: mit kleinen Ausnahmen Asphalt
    Einkehr: Gasthof Sportplatz, St.Valentin
    Highlight: der neu angelegt Radweg rechts vom Reschen- und Haidersee bis Plaus
    Übernachtung: Stechers Wohlfühlhotel in Plaus, Übernachtung incl. Halbpension für das Doppelzimmer
    € 126,--. Sehr schönes Hotel und ausgezeichnetes Essen.


    Nach ruhiger Nacht, gutem Schlaf und ausgezeichnetem Frühstück geht es wieder auf die Piste. Was wird uns wohl erwarten? Natürlich...............der Gegenwind! - Das Ganze scheint schon System zu haben. Dennoch, führt uns ein sehr gut ausgebauter und gekennzeichneter Radweg weit abseits der Fahrstrasse durch blühende Wiesen, vorbei an typischen alpenländischen Bauernhäusern bis zur Kajetansbrücke.



    Hier verlässt man den Radweg und begibt sich über die Schweizer Grenzstation auf die Landstraße in Richtung Martina. Stetig ansteigend durch ein Canyon ähnliches Tal erreicht man nach einer Abfahrt (schade, man ist oben, fährt runter und muss dann um ein vielfaches wieder hoch) wiederum eine Schweizer Grenzstelle. Eine Kontrolle für uns zwei Radler bleibt an beiden Stationen aus, stattdessen werden wir mit einem teilnahmsvollen Blick bedacht.



    Jetzt ist er da, der Anstieg auf den Reschenpass. Noch ein kräftiger Schluck aus der Wasserflasche, ein Fruchtriegel zur Stärkung und furchtlos ran an den Berg.


    Gleich am Anfang informiert uns ein Hinweisschild, dass wir es mit 11 Kehren zu tun bekommen werden. Ein Countdown beginnt. Problemlos erreichen wir schon bald die Kehre 10. Bis zum Auftauchen der Kehre 9 werden wir allerdings mental auf eine heftige Geduldsprobe gestellt. Die dann folgenden Kehren kommen in kürzeren und somit erträglicheren Abständen. Die Steigung mit ca. 7% ist ebenfalls moderat und der Autoverkehr hält sich in Grenzen, da der normale Betrieb über die Hauptverbindung geführt wird.



    Während unserer Tour kam der Wind stets konstant aus Richtung Süden. Am Reschenpass zeigt er sich plötzlich außerplanmäßig inkonsequent. Nun hält er sich streng an die Verkehrsregeln und folgt den Windungen der Passstrasse ungestüm bergab, also immer uns entgegen. Diese kleine Erschwerniszulage gehen wir selbstverständlich „leidenschaftlich kämpferisch“ an.



    Oben angelangt eröffnet sich ein fantastisches Panorama auf das Tal und die Ortschaft Nauders. Die steile Abfahrt verschafft wieder etwas Erholung und der unvermindert böige Südwind trägt dazu bei, dass wir nicht so oft bremsen müssen und somit die Beläge schonen. – Alles nur eine Frage der Einstellung.



    Von Nauders bis zum Reschensee ist der Radweg sehr gut ausgebaut und vorbildlich beschildert. Die verwaiste italienische Grenzestelle ist schnell erreicht und es eröffnet sich kurz danach ein grandioser Blick auf den malerischen See und die beeindruckende Bergwelt im Hintergrund.



    Nach einigen kurzen Anstiegen und Abfahrten erreicht man den See und hat nun die Wahl den Radweg links oder rechts zu benutzen. Links führt er auf direktem Weg an der allerdings stark befahrenen Landstraße entlang. Rechts ist er neu angelegt, abseits der Straße und deshalb auf jeden Fall empfehlenswert. Kurz nach der Liftstation Schöneben beginnt der sehr gut markierte Einstieg. Am Ende geht es über die Staumauer auf die andere Seite hinunter. Hier läuft es wie geschmiert bis zum verträumt gelegenen Haider See.


    Der Blick in Fahrtrichtung, dem Radweg folgend und über den Haider See, zeigt uns im Hintergrund das Ortler-Massiv.



    Hier gönnen wir uns bei einer Pause eine Portion Spaghetti, die locker für zwei Personen gereicht hätte. Allen, die großen Hunger haben und nicht auf Qualität verzichten wollen, können wir die Gaststätte an den Tennisplätzen, nicht weitab der Hauptstraße wärmstens empfehlen.



    Ab hier führt der Radweg wieder abseits der Hauptverkehrsstraße durch eine wunderbar friedliche Landschaft, immer bergab, dem verdienten Lohn nach dem schweißtreibenden Aufstieg. Diese grandiose Strecke beschreiben zu wollen ist müßig. Im Schnellverfahren zähle ich die Orte auf, die wir passieren: Burgeis, Schleis, Laatsch, Glurns, Laas, Schlanders und Latsch. Mit einigen Aufnahmen haben wir versucht etwas davon einzufangen, was leider nur teilweise gelungen ist.




    Wer ein echtes Erlebnis mit dem Rad haben möchte, der sollte vom Reschensee bis Meran diesen Weg mit seinen ca. 85 km befahren und genießen. Mit dem Zug bis Mals im Vinschgau und dem Bus bis Reschen (Fahrradmitnahme gewährleistet) ist die Abfahrt dann ein wahrer Genuss.






    Um eine Übernachtung in Meran zu vermeiden (etwas außerhalb in der schönen Landschaft ist uns lieber), brechen wir unsere Tour für den heutigen Tag in Plaus ab und nehmen uns ein Zimmer in Stechers Wohlfühlhotel. Das mit der Halbpension verbundene außergewöhnlich gute 4-Gänge-Gourmetmenue erfreut Leib und Seele und gibt uns die erforderliche Kraft für den nächsten Tag.



    4. Tag, ab Plaus auf dem Etschtal-Radweg nach Levico-Therme



    Daten zum vierten Tag, dem Samstag 12. Juni 2010


    Etappe: Plaus – Levico Therme
    Wetter: sonnig, heiß, beste Voraussetzungen
    Km: 122,34
    Zeit: 9 ½ Std., 6 Std. reine Fahrtzeit
    Höhenmet.: 194mTrient – 490m Pergine
    Strecke: mit kleinen Ausnahmen Asphalt
    Einkehr: Albergo Dolomiten, Neumarkt
    Highlight: Die Abfahrt nach Meran und die Etschtal Radweg Autobahn bis Trient und der beginnende Brenta-Radweg ab Pergine
    Übernachtung: Hotel Bavaria incl. Frühstück und Abendessen für 104,-- € das Doppelzimmer. Sehr freundlich, empfehlenswert.


    Nach einem erholsamen Schlaf und sehr gutem und umfangreichem Frühstück, widmen wir uns wieder unserem lieb gewonnenen Tagwerk. Aufgesessen und hinein in den sonnigen Südtiroler Morgen begeben wir uns auf den Radweg Richtung Meran, der sich immer parallel an der Etsch entlang schlängelt. Kurz vor der steilen Abfahrt am Wehr stürzt sich der Fluss schäumend in die Tiefe.


    Oberhalb von Meran beginnt der neu angelegte Radweg, der sich in verwegenen Serpentinen in die Stadt hinab windet. Er ist zwar nicht lang, aber ein rasantes Erlebnis. Die Strecke ist sehr gut ausgebaut mit angelegten Ruhezonen und man hat immer einem herrlichen Blick über die Stadt und das Tal mit den unzähligen Obstbäumen und Weinreben. Wer die Strecke einmal befahren sollte, darf auf diesen Teil keines Falls verzichten.



    Die Durchfahrt von Meran ist gut gekennzeichnet, führt allerdings durch Industriezonen, sowie einige Kilometer über die Ausfallstraße Richtung Bozen, bis wieder ein deutlicher Hinweis auf den Radweg entlang der Etsch zu erkennen ist. Hier beginnt die so genannte Radweg-Autobahn: breit, gut befahrbar jedoch stark frequentiert. Da wir heute am Samstag unterwegs sind, haben wir ein erhebliches Verkehrsaufkommen an Freizeitradlern.
    Empfohlen wird im Rahmen der „Via Claudia Augusta“ die rechts der Etsch liegende Straße, welche über die dort liegenden Ortschaften führt. Sicher ist diese Strecke für das Auge schöner, aber durch ständige kleine Steigungen und Gefälle, für „Kilometer-Fresser“ wie uns mit einem weit entfernten Ziel im Auge nicht so geeignet.




    Der Radweg streift Bozen lediglich am Rande und führt dann weiter Richtung Süden. Ein paar zusätzliche Kilometer, die wir uns hier „gönnen“, sind nicht der schlechten Beschilderung zuzuschreiben, sondern unserer Unachtsamkeit, auf Grund des größeren Interesses an der Umgebung, als an den Wegweisern.
    Die hier weiterführende Strecke geht bis Trient und verläuft dabei weit ab von den Hauptverkehrsstraßen. Lediglich Querstraßen müssen verschiedentlich passiert werden. Immer auf den sehr starken Verkehr achtend, bewegen wir uns trotz der vielen Wochenendradler recht flott in Richtung Süden.
    Rechts rauscht die Etsch, links vom Radweg stehen Bäume in ihrem prachtvollen, satten Grün. Wir bewegen uns nebeneinander zügig vorwärts, begleitet vom Gesang der Vögel, die sich wie wir, an diesem schönen Tag erfreuen. Besonders ein gefiederter Sänger hat es uns angetan. Er begleitet uns schon eine ganze Weile und erstaunt durch seine virtuosen Melodien. Wir müssen ihm gefallen, denn er bleibt uns treu. Nach einiger Zeit interessiert uns doch, um welche Gattung es sich bei diesem „Sänger“ handelt. Wir werfen einen Blick nach oben und nach hinten und erkennen auf Anhieb den „Musikanten“. Er sitzt auf einer Rennmaschine (ohne Klingel), trägt eine knallig rote Hose, sowie ein farbiges Oberteil mit der Aufschrift „Cube-Racing-Team“, hat stramme Wadln und ist blitzartig an uns vorbei, nachdem wir ihm endlich Raum zum Überholen geschaffen haben. An dieser Stelle möchten wir uns recht herzlich bei unserem unfreiwilligen Weggefährten, für die über einen Kilometer lang andauernde gepfiffene, musikalische Unterhaltung bedanken.



    Über die 60 Kilometer von Bozen bis Trient gibt es nichts Außergewöhnliches zu berichten, lediglich dass sie sich fast ausschließlich gerade und weit einsehbar dahin ziehen.
    Da wir am heutigen Tag noch den Einstieg in das Brenta Tal erreichen wollen, hatten wir uns im Vorfeld informiert, welche Möglichkeiten es gibt, um von Trient nach Pergine zu kommen. Da auf dieser Strecke nochmals ca. 300 Höhenmeter zu bewältigen sind und diese Straße stark befahren ist, erlauben wir uns den erholsamen Luxus und nehmen für diesen Abschnitt die Bahn. Jedem der einmal in die Situation kommt, diese Etappe zu fahren, können wir diese Lösung nur empfehlen. Preiswert allemal, denn wir zahlen für zwei Personen mit Fahrrädern insgesamt lediglich 6,-- €. Der Zug ist optimal ausgestattet für die Mitnahme von Fahrrädern und bewältigt die Route bis Pergine in ca. 20 Minuten.
    Ab Pergine beginnt wieder der Radweg, der allerdings etwas schwierig zu finden ist. Nach Verlassen der Bahnstation geht es immer bergab, die Autobahn überqueren und dann parallel dazu weiter in Richtung See.



    Am späten Nachmittag erreichen wir den Lago di Caldonazzo, den größten See im Trentino, der hier friedlich in einem Tal eingebettet liegt. Da am Ende, an den Abflüssen des Sees erstmals der Name „Brenta“ auftaucht, gehe ich davon aus, dass hier der Fluss entspringt. Der Radweg führt auf der rechten Seite direkt am See entlang, auch hier wieder mal gekennzeichnet mit „Via Claudia Augusta“ und mit herrlichen Ausblicken, die Lust machen zu verweilen. Da wir aber noch über genügend Zeit und ausreichend Kraft verfügen, treibt es uns weiter bis Levico Therme.
    Hier begeben wir uns auf die Hotelsuche und haben bereits mit dem zweiten Versuch im Hotel Bavaria Erfolg. An der Rezeption empfängt uns ein junger Mann, der aus Düsseldorf stammt und im Hotel Bavaria arbeitet. Es handelt sich hier um ein historisches Hotel, das seinen Namen durch den Besuch der Kaiserin Sissi erhielt, deren Gemälde zur Erinnerung noch überall zu sehen sind.



    Leider nehmen wir uns nicht die Zeit und haben auch nicht die Muße, diesen reizvollen Ort näher kennen zu lernen. Es würde sich bestimmt lohnen. Doch nach bewältigter vierter Etappe, sind der Hunger und der Wunsch nach Entspannung größer, als die Entdeckerlaune.
    Nach dem wir das allabendlich übliche Procedere absolviert haben, gönnen wir uns noch einen kleinen Grappa zum Abschluss des Tages.



    5. Tag, Levico Therme – Montebelluna



    Daten zum fünften Tag, dem Sonntag 13. Juni 2010


    Etappe: Levico Therme - Montebelluna
    Wetter: sonnig, angenehme Temperatur
    Km: 111
    Zeit: 7 Std., 5 ½ Std. reine Fahrtzeit
    Höhenmet.: 480m Levico – 109 Montebelluna
    Strecke: mit kleinen Ausnahmen Asphalt
    Einkehr: Gasthof in Bassano del Grappa
    Highlight: Brenta – Radweg und Tal
    Übernachtung: Albergo San Marco, Übernachtung incl. Frühstück für
    das Doppelzimmer € 92,--. Schönes Hotel leider kein Lokal im Haus.


    Gut geschlafen, gut gefrühstückt, gut in Form und von der Sonne begrüßt, was will man mehr. Wir ignorieren die ersten leisen Proteste eines gewissen Körperteils, welches die Verbindung zum Fahrradsattel herstellt, schwingen uns damit auf denselben und starten zur Tour auf den Brenta-Radweg.




    Auch hier ist Italien wieder ein absolutes uneingeschränktes Lob auszusprechen, die Fahrradroute ist nahezu perfekt angelegt und führt durch die italienischen Südalpen. Die ebenfalls durch das Tal gebaute Autobahn ist kaum wahrnehmbar und deshalb nicht störend. Der Weg schlängelt sich immer am Fluss entlang, umrundet Felsen, vorbei an idyllisch angelegten Freizeitplätzen und durch malerische Ortschaften. Da wir an einem Sonntag unterwegs sind, haben wir das Gefühl wir befinden uns in der Hauptverkehrzeit. Die Strecke wird von Freizeit- und Rennradlern in Massen bevölkert.



    Wer diese Genusstour einmal durchführen möchte, der hat die Möglichkeit in Bassano del Grappa mit dem Fahrrad den Zug zu besteigen und bis Pergine zu fahren. Von dort geht es über ca. 75km an der Brenta entlang bis zurück nach Bassano del Grappa. Ein sehr schönes Erlebnis mit Einkehrmöglichkeiten und auf Grund nur kleiner Erhebungen nicht anstrengend.



    Am Tal-Ausgang endet der Radweg und geht über in normale Landstrassen, hinein nach Bassano del Grappa (Venetien). Dieser Ort mit seinem historischen Stadtkern und der Ponte degli Alpini ist ein kleines Juwel in dieser Region. Dass es sich hier um eine heiß umkämpfte Stadt des ersten Weltkriegs handelt, ist zum Glück nicht mehr erkennbar. Auch dass der Name der Stadt in einem direkten Bezug zum gleichnamigen Getränk steht, beruht laut informierten Kreisen nicht auf Tatsachen.






    Es ist Sonntag und es bewegen sich Massen von Besuchern und Touristen durch die Stadt. Die Lokale sind überfüllt und die Preise scheinen dem Andrang entsprechend angepasst worden zu sein. Diese Tatsache bekommen wir zu spüren, als wir uns ein attraktives Lokal am Fluss aussuchen und für eine Miniportion Nudeln mit kümmerlichen Auszügen von Spargel, sowie zwei Bier mit Lemonsoda schlappe 52,-- € auf den Tisch des Hauses legen müssen. Zum ersten Mal nicht so gestärkt nach der „üppigen“ Mahlzeit und in dem Gefühl abgezockt worden zu sein, verlassen wir diese dann auch leicht „angefressen“ und schleunigst, um wenigstens noch einige Kilometer auf unserem Weg in den Süden zu bewältigen.


    Ab hier enden die schönen Radwege, wir bewegen uns gemeinsam mit allen Verkehrsteilnehmern auf den Hauptverbindungsstraßen, wie üblich in Italien unter großer Rücksichtnahme der Autofahrer für Radler. Gegen ca. 16:00 Uhr erreichen wir Montebelluna (GEOX-Fabrik) und entschließen uns zu einer kurzen Rast in einem Cafe. Kaum haben wir uns niedergelassen, fallen die ersten Tropfen. Dann bricht es über uns herein, der Himmel schüttete aus was er hat, und bewirft uns obendrein mit Kieselstein großen Hagelkörnern. Diese sicher extra für uns arrangierte Show dauert 4 Stunden, führt zu überquellenden Gullydeckeln, überschwemmten Straßen und zwei völlig durchnässten Radlern, die verzweifelt das Hotel suchen, dessen Standort uns von Einheimischen bestimmt perfekt beschrieben wurde, aber mangels Italienisch-Kenntnissen unsererseits einfach nicht zu finden ist. Dass es von diesem Ereignis keine Fotos gibt, liegt weniger daran, dass wir eventuellen Lesern dieses Berichtes unseren triefenden Anblick ersparen wollten, sondern beruht auf dem Anliegen, unsere Kameras vor dem Ertrinken zu bewahren.



    Aber das Glück ist uns wieder mal hold. Wie zwei begossene Pudel stoppen wir nach unserer ergebnislosen Suche vor einem Cafe. Der gut deutsch sprechende ältere Herr und Besitzer, erkennt sogleich unsere „Notlage“, ruft im Hotel an, organisiert einen Abholdienst für uns und deponiert unsere Drahtesel in seiner abgeschlossenen Garage.
    Wie üblich, duschen, umziehen und ausnahmsweise mal auf die Suche nach möglichen Plätzen zum Trocken unserer klitschnassen Klamotten gehen. Im Hotel gibt es leider keine Möglichkeit zu essen, aber nicht weit entfernt befindet sich eine sehr gute, preiswerte Pizzeria, die zu unserer Freude sogar Paulaner Weißbier im Programm hat. Und welcher Lichtblick - auf dem im Hintergrund laufenden TV können wir das erste WM-Spiel der Deutschen Mannschaft gegen Australien verfolgen und mitfiebern. Zum Abschluss des schönen Tages noch einen Grappa auf den Sieg unserer Fußballjungs, Rückweg ins Hotel und ab in die Kiste, mit der Hoffnung dass unsere Radl-Trikots bis zum nächsten Morgen wieder getrocknet sind.



    6. Tag, Montebelluna - Grado



    Daten zum sechsten Tag, dem Montag 14. Juni 2010


    Etappe: Montebelluna - Grado
    Wetter: sonnig, hieß
    Km: 135
    Zeit: 8 Std., 6 Std. reine Fahrtzeit
    Höhenmet.: 109 Montebelluna - Meereshöhe
    Strecke: ausschließlich Asphalt
    Einkehr: ohne, wir leben von Müsliriegeln
    Highlight: Zu- und Überfahrt nach Grado
    Übernachtung: Hotel/Pension Milano, Übernachtung incl. Halbpension für
    das Doppelzimmer € 120,--. Älteres aber gepflegtes Haus, sehr gutes Essen.


    Ein vom Regen gereinigter, strahlend blauer Himmel mit vereinzelten, kleinen, fluffigen Wölkchen erwartet uns. Die im TV ausgestrahlte Wettervorhersage ist ebenfalls positiv. Also auf zur nächste Etappe. Unser Abholdienst vom Vortag wird zum Bringdienst zurück an den Standort der Räder. Der freundliche Chef des Cafes hat unsere Fahrzeuge schon bereitgestellt und wir genehmigen uns noch einen leckeren Cappuccino bei ihm, bedanken uns für die nicht alltägliche Unterstützung und schwingen uns auf die Räder.
    Von der Strecke gibt es bis zu unserem Eintreffen in Grado nichts Bemerkenswertes zu berichten, da wir uns ausschließlich auf Hauptverkehrsstraßen bewegen. Hier gilt der bekannte Spruch „Der Weg ist das Ziel“. An dieser Stelle will ich deshalb lediglich den Streckenverlauf kurz darstellen. Wir bewegen uns über Oderzo (große Umgehungsstraße) Portogruaro nach Latisana. Ab hier verläuft die Strecke parallel zur Autobahn nach San Giorgio di Nagaro und Cervignano. Ab dieser Stelle biegt man auf eine fast gerade Strecke ab, die über Aquileia geradewegs über den Straßendamm nach Grado führt. Hier ist auch wieder ein Radweg angelegt, der zwar nicht befestigt, aber sehr gut befahrbar ist. Vorbei an aktiven Ausgrabungen geht es direkt ans Meer, wo uns wieder mal eine steife Brise entgegen weht und damit die Zufahrt nach Grado etwas erschwert.




    Bei der Suche und Vermittlung einer Unterkunft ist uns die freundliche und sehr gut deutsch sprechende Dame im Tourist Büro behilflich. Im Stadtzentrum, in ruhiger Lage der Fußgängerzone bekommen wir ein Hotel, geführt von einer liebenswürdigen älteren Dame. Alles ist sehr hübsch eingerichtet und penibel sauber. Man kann sagen eines unserer nettesten, der bisher bereisten Hotels. Ein gravierendes Manko zeigt sich jedoch, als sich ein „größeres, menschliches Bedürfnis“ einstellt und man weder zur Kategorie Schlangenmensch gehört, noch über besondere akrobatische Fähigkeiten verfügt. Der Abstand zwischen WC-Sitz und fester Duschwand beträgt lächerliche 20 cm. Ganz besonders schlechte Karten hat Hans mit seinen 1,94 m. Man weiß beim Sitzen einfach nicht wohin mit seinen Beinen. Breitbeinig wird es fast zum Spagat. Senkrecht nach oben ist unzweckmäßig, denn man könnte sein Ziel verfehlen. Quer auf der Schüssel sitzend und die Beine waagerecht über das daneben hängende Bidet, ist auch eher zum Brüllen als hilfreich.



    Uns zieht es ans Meer, darum machen wir einen Spaziergang zum Strand. Am Eingang des abgesperrten Strand-Abschnitts prangt ein Schild: Euro 12,-- . Mit dem kostenpflichtigen Eintritt zur Adria haben wir ein echtes Akzeptanz-Problem und verzichten daher auf einen erfrischenden Sprung ins kühle Nass. Stattdessen begeben wir uns zurück in den Speisesaal des Hotels und lassen uns ein gutes 3-Gänge Menü schmecken. Abweichend zu den Vortagen entscheiden wir uns dieses Mal für einen regionalen Wein. Gemütlich sitzend vor dem Hotel lassen wir den Abend ausklingen und verfolgen nebenbei im TV das Spiel von Italien und teilen den Frust der Tifosis über das Ergebnis. Nach diesem ausgefüllten Tag mit packendem Abschluss begeben wir uns in die wohlverdiente, komfortable Horizontale.



    7. Tag, Grado – Porec



    Daten zum siebten Tag, dem Dienstag 15. Juni 2010


    Etappe: Grado - Porec/Gulici
    Wetter: sonnig, heiß
    Km: 94,1
    Zeit: 5 Std. reine Fahrtzeit (Rad)
    Abfahrt: 8:30 Hotel, Abfahrt Schiff 9:40, Ankunft Triest 11:05, Ankunft Porec/Gulici 18:00
    Strecke: ausschließlich Asphalt
    Einkehr: Bistro, Portoroz
    Schnaps auf Haus zur Begrüßung Highlight: Überfahrt nach Triest und Ankunft
    Übernachtung: wie üblich in Gulici


    Herrliches Wetter, blauer Himmel, gut geschlafen und leckeres Frühstück, was will man mehr. Wenn jetzt nicht ein gewisser Körperteil schon lauter protestieren würde, könnte dieser Tag in die Kategorie „perfekt“ eingeordnet werden. Mit dem deutlich spürbaren Symptom aus der unteren Körpermitte, begeben uns zum Hafen, um mit dem Boot bequem nach Triest zu gelangen, was auch unserer ursprünglichen Planung entspricht. Grund dafür ist die unattraktive Strecke über Monfalcone mit den Industrielandschaften. Das Boot befördert uns für Euro 6,-- pro Person in 1 ½ Stunden nach Triest, wo wir den letzten sportlichen Teil unserer Reise auf zwei Rädern antreten.




    Die Triest Durchfahrt kennen wir bereits aus dem Vorjahr. Selbstverständlich wissen wir auch noch wo wir falsch gefahren waren. Doch kaum zu glauben in alter Tradition wählen wir wieder den gleichen unkorrekten mühsamen Weg. - Man greift ja gerne auf „Altbewährtes“ zurück! Bis zur slowenischen Grenze bewältigten wir die Strecke danach recht flott, um dort den Einstieg in den Radweg D8 (Parenzana) zu nutzen. Die Ausschilderung und Weiterführung ab Skofie ignorieren wir bewusst, da uns der offizielle Radweg wieder zu weit ins Hinterland führen würde. Ab Dekani erfolgt wieder der Einstieg, der uns an der Autobahn entlang nach Koper bringt, wo inzwischen die Streckenführung fertig gestellt ist, so dass Überquerungen von Straßen hinfällig sind.




    Der Weg führt direkt am Meer entlang nach Izola, wo man über mehrere Ecken durch die Außenbezirke geleitet wird, bis man wieder den Einstieg auf die Parenzana ohne Autoverkehr erreicht. Diese Strecke windet sich bergauf und bergab durch das Gelände mit herrlichem Ausblick auf die Bucht von Izola und nach Durchquerung von beleuchteten Tunnels auf das hüglige, bewaldete Hinterland. Eine weitere Tunnel-Passage und rasante Abfahrt führt nach Portoroz. Nach einer kurzen Pause, einem Schinken/Käse Toast und Radler, sowie zur Begrüßung in Slowenien vom freundlichen Wirt einen „Schnaps von Haus“, nehmen wir den nächsten Teil der Tour in Angriff.






    Wir lieben die Herausforderung, deshalb entschieden wir uns für einen kleinen Umweg, der uns Steigungen beschert, die uns mal wieder die Grenzen unseres Leistungsvermögens aufzeigen. Nötig wäre dieser Abstecher nicht gewesen, er enthüllt aber durchaus reizvolle Landschaften, bis wir uns auf der Abfahrt zu den am Meer liegenden Salinen wieder erholen können. Hier geht es relativ gleichmäßig und flach bis zu den Grenzstationen dahin.
    Dieses Mal wollen sowohl die Slowenen wie auch die Kroaten unsere Ausweise sehen, allerdings ohne Zollkontrolle. Noch ein ordentlicher Schluck aus der Pulle und dann ran an den Aufstieg, den wir ja bereits „kennen und lieben gelernt“ haben.



    Oben angekommen hätte man die Gelegenheit die Parenzana im kroatischen Teil weiter zu befahren. Nach inzwischen reichlich zurückgelegten Kilometern und der Tatsache, dass dieser Streckenabschnitt eher für Mountainbikes, nicht aber für Crossbiker mit allerhand Gepäck geeignet ist, verzichten wir auf diesen Teil. Sicher ergibt sich die Gelegenheit die Parenzana auf dem schönsten Abschnitt von Groznian nach Vizinada, über Livade und Motovun, mit entsprechenden Bikes zu einem anderen Zeitpunkt zu befahren.
    Jetzt geht es auf der bekannten Strecke über Umag und Novigrad und das Mirnatal nach Porec zum Zielpunkt unserer nun siebentägigen Reise.
    Bei der jetzigen Ankunft wissen wir, dass weder ein Fotograf noch ein Abholdienst auf uns warten. Trotzdem, ist alles im Haus so vorbereitet, dass unserer Erholung und Regeneration in den nächsten Tagen nichts im Wege steht. Schnell sind unsere Sachen verstaut. Nach einer Dusche sind auch wir wieder in einem vertretbar hygienischen Zustand, um bei der „Zugangskontrolle“ für ein vorzügliches Essen im Restaurant Dvi Murve zu bestehen. Die Temperatur ist angenehm, so lassen wir auf der Terrasse in unserem Haus, bei einem guten Glas Wein und einer Pfeife den Tag ausklingen. Und resümieren noch ein wenig denn:


    - WIEDER HABEN WIR ES GESCHAFFT -


    Diese doch recht sportliche Tour, bei der wir in vielen Phasen den „inneren Schweinehund“ überwinden mussten und oftmals am Rande der körperlichen Belastbarkeit waren, erfüllt uns mit berechtigtem Stolz.
    Was wir weder wollen noch können, ist unsere erste Rad-Reise mit dieser zu vergleichen. Trotzdem kann man sagen, dass unsere 2009er Tour noch den Charakter einer Premiere hatte und damit mehr „prickeln“ verursachte. Die jetzige Exkursion ist wesentlich routinierter aber auch sportiver abgelaufen. An erster Stelle und absolut im Vordergrund stand immer die Streckenbewältigung, an Zweiter die Würdigung der traumhaft schönen Landschaften. Für Kulturelles fehlte uns die Muße, daher möge man uns verzeihen, dass wir während der sieben Tage nicht eine Kirche, nicht ein Museum, weder eine Burg, noch ein Schloss, oder ähnliches besucht bzw. besichtigt haben.


    Zusammenfassung der Tourdaten


    Insgesamt ca. 41 Std. reine Fahrtzeit, entsprechen 19,5 kmh im Schnitt


    Bewältigte Höhenmeter: 1973m insgesamt


    1. Etappe München-Telfs 143 km
    2. Etappe Telfs-Lafairs 81,13 km
    3. Etappe Lafairs-Plaus 102,8 km
    4. Etappe Plaus-Levico 122,34 km + 20 km Bahn
    5. Etappe Levico-Montebelluna 111 km
    6. Etappe Montebelluna-Grado 135 km
    7. Etappe Grado-Porec 94,1 km + Boot nach Triest


    Gesamtstrecke: 789,37 km



    Da uns dieses Mal der Rückholdienst versagt bleibt, haben wir ein Kleinbus-Unternehmen im Internet ermittelt, tofolean-reisedienst@gmx.eu; welches uns vom Busbahnhof in Porec nach München für Euro 70,-- /Person incl. Fahrrad, sogar ausnahmsweise bis vor die Haustür bringt.
    An diesem Sonntag verabschiedet sich Porec unter Tränen von uns. Auf dem Weg zum Busbahnhof öffnet der Himmel seine Schleusen und zwingt uns noch vor dem Besteigen des Busses, zu einem kompletten Kleiderwechsel.
    Diese zweite, gelungene um nicht zusagen perfekte Radlreise lässt nicht nur für die Zukunft hoffen, sondern lockt mit dem Versprechen, dass alle guten Dingen (vielleicht im nächsten Jahr schon) DREI sind.
    Mit vielen Grüßen von Albert und Hans

    Danke an alle für die Antworten!!!
    Müssen in der Form Danke sagen. Wir finden leider keinen „DANKE-Button“, trotz freundlicher Unterstützung und ausführlicher Erläuterung sogar mit Foto seitens Tom. Danke Tom!


    Die beiden jungen Frauen hinten rechts könnte man mal "wegschneiden " und ein Rätsel draus machen: Was die beiden wohl entdeckt haben?


    Super kreative Idee, Elke
    Chance verpasst! Behalten wir im Hinterkopf. Vielleicht ergibt sich mal wieder so eine Möglichkeit.


    Liebe Grüße
    Albert+Gabi

    In unserem Istanbul-Bericht haben wir dieses Foto nicht untergebracht.
    Wir möchten es euch aber unbedingt zeigen und meinen, es passt super in diese Rubrik und bringt zum Schmunzeln.





    Ich traute meinen Augen kaum, als ich diese beiden auf dem Motorroller an der Ampel stehen sah. Noch ehe ich meinen Fotoapparat rausgekramt hatte, setzten sie sich wieder in Bewegung. Die Enttäuschung in meinem Gesicht über den verpassten Moment bemerkte der Rollerfahrer und kam zu meiner großen Freude zurück, um sich und seinen coolen Gefährten ablichten zu lassen.
    Eigentlich wollte ich das Foto zuschneiden, um Fahrer und Sozius noch mehr hervorzuheben, fand dann aber die zwei jungen Frauen mit ihren aussagefähigen Emotionen so bezeichnend für die Komik dieser Aufnahme, dass ich sie mit drauf ließ.
    Wir vermuten es handelt sich um einen Staffordshire Terrier. Aufgrund der übergroßen stylischen Sonnenbrille lässt es sich leider nicht genau erkennen.


    Liebe Grüße
    Albert+Gabi

    Ganz lieben Dank für die freundliche Aufnahme und das positive Echo auf unser „Erstlingswerk“ hier im Forum.



    P.S. Darf ich Euch fragen wer für Euch diese 4 Tagesreise organisiert hat ( Flug, Unterkunft)


    Liebe Elke,
    darfst Du! Wir hatten bereits Anfang März im Internet nach einer günstigen Pauschalreise Hotel/Flug für Oktober gesucht. Bester Anbieter war damals Opodo. Das von ihnen beworbene 4-Sterne Hotel „Sogut oder Sögüt“ mit guter Preis/Leistung und eben solcher Bewertung haben wir ausgewählt. Dann haben wir noch ein wenig mit den Hin- und Rückflugzeiten jongliert, bis die günstigste Pauschale gefunden war. Wir würden jetzt aber nicht unbedingt auf Opodo pochen, denn der Preis hängt wahrscheinlich vom Kontingent des jeweiligen Anbieters ab.


    - ich sehe schon, diese wohl einmalige Stadt zwischen Orient und Okzident sollte ich unbedingt mal besuchen, im Hinterkopf habe ich dies ja schon längere Zeit, aber Eurer Reisebericht bestärkt mich, das doch mal angzugehen!


    Hallo Tosca,
    ja, mach das! Istanbul können wir uneingeschränkt empfehlen. In dieser facettenreichen Stadt findet jeder etwas, dass er an einer Städte-Reise schätzt.


    das können wir kaum glauben, was ihr in den nur vier Tagen alles gesehen habt.


    Hallo Irmgard und Klaus,
    Stimmt, wir haben in diese 4 Tage viel reingepackt. Trotzdem sind uns doch viele Attraktionen, die wir nur zu gerne auch noch besichtigt hätten, entgangen. So haben wir z.B. leider keinen Fuß auf den asiatischen Teil gesetzt. Außerdem hatten wir keine Zeit mehr für:
    die Blaue Moschee, den Emirgan-Park, die Chora-Kirche, die Yildiz-Anlage, das Mevlevi-Kloster mit den tanzenden Derwischen, das Hippodrom, die Konstantinssäule, die Yedikule-Festung, den attraktiven OT Ortaköy, sowie Üsküdar und die Prinzen-Inseln im asiatischen Teil. – „Hilft nichts, wir müssen noch mal hin!“


    Hallo Helmut,
    wir hatten uns schon richtig Sorgen gemacht, da wir keine Deiner wunderbaren „Wortakrobatiken“ (=absolut positiv gemeint) mehr im Adria-Forum zu lesen bekamen. Wir sind erleichtert und freuen uns sehr, wieder von Dir zu hören!

    Von mir wirst du nie vergessen, wegen deiner unverwechselbaren Radreise.


    Vielen Dank für Deine Aussage. Auch wir erinnern uns gerne an Eure außerordentlich sportliche Tour über die Alpen nach Südtirol und weiter. Inspiriert davon haben auch wir bereits im Juni d.J. eine zweite Tour nach Porec auf einer Route über Südtirol bewältigt. Bisher haben wir es leider noch nicht geschafft diese zu veröffentlichen, aber wir arbeiten daran.

    Habt ihr den Kaiser Wilhelm Pavillon vor der Süleymanmoschee gesehen?


    Leider nein! Aber toll wie viel Dir, trotzdem Deine Istanbulreise

    vor ewigen Zeiten

    war, doch noch in Erinnerung geblieben ist und welche Detailinformationen sogar noch im Gedächtnis sind.
    Istanbul hat also auch bei Dir „bleibende Eindrücke" hinterlassen.


    Liebe Grüße und nochmal Danke an alle
    Albert+Gabi

    Istanbul - Sehenswürdigkeiten der Kulturhauptstadt 2010


    Ende Oktober machten wir eine 4-tägige Städtereise zu der westlichsten Metropole Asiens und gleichzeitig in die östlichste Stadt Europas - nach Istanbul.
    Mit ihren gigantischen Ausmaßen erstreckt sie sich ca. 150 Kilometer von West nach Ost entlang des Bosporus und ca. 50 Kilometer von Nord nach Süd. Sie beherbergt ca. 13 Millionen Einwohner, deren Durchschnittsalter bei 28 Jahren liegen soll.
    Über Jahrhunderte wurde die Stadt immer wieder von neuen Gruppen: Griechen, Römern, Persern, Kreuzrittern, Tataren und Türken erobert und geprägt. Daher bietet sie mit ihrer architektonische Vielfalt eine atemberaubende Mischung aus Moscheen mit Minaretten und Bürotürmen, Jahrhunderte alten Basaren und modernen Shopping Mals, osmanischen Holzhäuschen und luxuriösen Villen.


    Leider war die Zeit viel zu kurz. So konnten wir uns gerade mal einen Überblick verschaffen und auch nur einen kleinen Teil der unzähligen Sehenswürdigkeiten dieser faszinierenden Stadt besichtigen. Trotzdem möchten wir unsere Eindrücke und Erlebnisse hier festhalten und erstmalig einen Reisebericht in das „Schöner-Reisen-Forum“ einstellen.


    Da uns der Wettergott nicht gerade hold war, es regnete ausgiebig und der heftige Wind lies uns kaum den Regenschirm festhalten, beschlossen wir obwohl gar nicht eingeplant das Archäologische Museum zu besuchen.



    Das Museum liegt im Ortsteil Sultanahmet gleich neben dem Topkapi-Palast. Die annähernd 45.000 Exponate, die im Museum ausgestellt sind, bestehen aus 10.000 Statuen und Statuetten, 9.000 steinernen Objekten, 12.000 Töpfer-, 10.000 Metall-, und 3.000 Glaswaren. Ein einziger Tag reicht bei weitem nicht aus, um alles zu besichtigen. Wir haben uns hauptsächlich auf die Statuen konzentriert:



    Göttervater Zeus



    Tyche eine Tochter des Zeus hält Plutos Gott des Reichtums auf dem Arm (aus dem 2.Jhdt.n.Chr.)



    Marmorstatuette von Marcus Aurelius römischer Kaiser 2.Jhdt.n.Chr.


    Hermaphroditos aus der griechischen Mythologie ist ein zweigeschlechtlicher Jüngling, den Aphrodite dem Hermes geboren hat.



    Teilstücke aus Mosaik des weltberühmten Ischtar-Tores aus Babylon erbaut von Nebukadnezar II.


    Leichenschmaus aus der griechischen Antike (4.Jhdt.v.Chr.)




    Sarkophag der klagenden Jungfrauen



    Darstellung Kampf der Giganten ( mit Schlangen-Unterschenkeln) gegen die griechischen Götter 2.Jhdt.n.Chr.


    Alexander-Sarkophag aus dem 4.Jhdt. v.Chr. gefunden bei den Ausgrabungen von Sidon, dem heutigen Libanon. Die sterblichen Überreste von Alexander dem Großen befinden sich allerdings nicht darin.




    Wahre Massen von alten Statuen und Fragmente zusammen mit moderner Kunst, die anscheinend keinen Platz im Museum gefunden haben und im Außenbereich des Museums ausgestellt sind.
    Öffnungszeiten: tägl. 9-17 h außer Mo Eintrittspreis: 10 TL


    Der im Jahre 528 von Kaiser Justinianus erbaute Galata-Turm ist einer der ältesten Türme Istanbuls. 1348 war er Hauptbastion der Befestigungsanlage von Konstantinopel.



    Der Turm hat ein 3,75 Meter starkes Mauerwerk, ist 62 Meter hoch und ermöglicht Besuchern einen Rundblick über die Stadt.


    Blick über den Bosporus auf den asiatischen Teil von Istanbul



    Die Moschee rechts mit den 6 Minaretten ist die Sultan-Ahmet oder Blaue Moschee, links ist die Hagia Sofia zu sehen.


    Blick auf die Galata-Brücke gleich am Ende links die Süleymaniye Moschee


    Unterhalb der Turmspitze befindet sich ein Restaurant, welches man mit dem Aufzug erreichen kann. Steigt man die letzten zwei Stockwerke, die Treppe zur Aussichtsgalerie hinauf, wird man mit dem phantastischen Blick auf die Altstadt belohnt. Möchte man in dem Restaurant essen, sollte man dies nach 20 h tun, denn sonst ist der Blick durch Besucher auf der Aussichtsplattform versperrt.
    Öffnungszeit: 8.30-20 h, Eintrittspreis: 15 TL


    Die wichtigste Straße im Stadtteil Beyoglu ist die Istiklal Caddesi, eine Fussgängerzone und die Flaniermeile Istanbuls. Hier sollte man mit der roten nostalgischen Straßenbahn eine Tour machen. Die knapp 2 km lange Fahrt mit der alten Bimmel-Bahn kostet 1,50 TL



    Sie beginnt ihre Fahrt am Galata Hügel, dem Tünel-Platz, ( Hier fährt übrigens auch eine der ältesten U-Bahnen.) führt über den Galatasaray-Platz, und endet am Taksim Platz, dem Verkehrsreichsten der Stadt, welcher auch regelmäßig Schauplatz für Demonstrationen ist.





    Denkmal der Republik-Gründung 1923.

    Die Istiklal Straße bietet neben einem großen Angebot von kulturellen Möglichkeiten wie Galerien, Antiquariate, Kinos, Musiklokalen auch viele Geschäfte, Buchläden, Kaufhäuser, Restaurants usw. Von hier aus sollte man einen Abstecher in die Parallelstraße Nevizade machen und sich die appetitlichen Obst- und Fischstände ansehen.






    Der Große Basar (Kapali Carsi) wurde im 15 Jhdt. von Sultan Mehmet II. aus Holz erbaut und befindet sich in der Altstadt. Damals wurden nur Stoffe, später auch andere Waren angeboten.
    Der Bazar brannte zu verschiedenen Zeiten (1546, 1660, 1695, 1701 und 1750) nieder, wurde aber immer wieder neu errichtet und jeweils erweitert.



    Er beherbergt auf über 200.000 Quadratmetern Fläche in seinen labyrinthisch gestalteten Gassen an die 4.000 Läden und Banken, Wechselstuben und Restaurants, Teestuben, Brunnen und Gebetshäuser.
    Hier bieten sich vielfältige Möglichkeiten sich zu verlaufen. Die am meisten vertretenen Waren sind Schmuck, Silberwaren, Lederwaren und natürlich türkische Teppiche und Kelims.





    Aber auch sehr Ungewöhnliches wie Blutegel werden angeboten. Hier sind sie zum Naturwissenschaftler mit Professur erhoben worden und heißen „Prof. Dr. Sülük“.
    Öffnungszeiten: 8.30 – 20 h außer So


    Bei Yerabatan Saray handelt es sich um die größte Zisterne des alten Byzanz. Die Zisterne diente zur Wasserversorgung der Stadt und wurde unter Kaiser Justinian als Wasserspeicher angelegt. Yerabatan Saray liegt direkt gegenüber der Hagia Sophia und wird auch „Versunkener Palast“ genannt. Eine Treppe führt den Besucher in die unterirdische Zisterne, wo heute noch das Wasser steht, in dem unzählige Karpfen schwimmen.









    Hier befinden sich auch zwei Medusen-Köpfe sie dienten als Säulen-Fundament. Das unterirdische Gewölbe wird von 336 Säulen getragen, die seit 1400 Jahren das Einstürzen der Decke verhindern.
    Öffnungszeiten: 9 - 18 h Eintrittspreis: 10 TL
    Tipp: Im Sommer finden hier Konzerte mit klassischer Musik statt.


    Der Ägyptische Basar oder auch Gewürzbasar ist ein Erlebnis für Auge und Nase. Gerne hätten wir die würzigen exotischen Gerüche in diesen Bericht mit einfließen und den Leser an diesem sinnlichen Erlebnis teilhaben lassen.



    Außer Gewürzen werden auch noch die unterschiedlichsten Teesorten, Heilkräuter, Samen, getrocknetes Obst, Nüsse, sowie die typisch türkischen süßen Kalorien-Bomben angeboten.


    Die Hagia Sophia war im Altertum eine christliche Kirche des byzantinischen Reiches, später wurde sie Moschee der Osmanen und ist heute ein Museum. Somit ist die Hagia Sophie beeinflusst von christlicher und islamischer Kultur.




    Der außergewöhnliche byzantinische Bau wurde von Kaiser Justinian im 5. Jahrhundert n. Chr. in sensationell kurzer Bauzeit nämlich nur 5 Jahren und 10 Monaten errichtet. (Seit 18 Jahren sind türkische Restauratoren damit beschäftigt, einen Teil der Innenkuppel wieder herzustellen.)
    1453 kehrte der Islam in das ehemals größte Gotteshaus der Christenheit ein. Es wurden Minarette errichtet und die Kreuze durch Halbmonde ersetzt. Viele der christlichen Symbole wurden abgedeckt, aber nicht zerstört. So sind heute noch gut erhaltene Relikte beider Religionen in dem seit 1935 zum Museum deklarierten Bau vorhanden.
    Beherrscht wird das Bild des Gotteshauses durch die rund 56 Meter hohe Kuppel mit dem massiven, rötlichen Mauerwerk. Im Innern der Kirche wirkt die mächtige Kuppel so, als schwebe sie förmlich über dem riesigen Kirchenschiff. Beeindruckend sind die herrlichen Mosaiken auf goldenem Hintergrund.


    Innenkuppel mit Seraf (Serafin) Dieser Engel aus dem 9.Jhdt., der das Tor zum Paradies bewachen sollte, wurde erst 2009 unter 6 Schichten bei Restaurationsarbeiten wieder entdeckt.



    Die sog. Deesis, die Mosaik-Darstellung von Jesus Christus zwischen der Mutter Maria und Johannes dem Täufer zählt zu einem der wichtigsten spätbyzantinischen Kunstwerken.


    Die 8 runden 7,5 m großen Schrifttafeln aus Kamel-Leder auf grünem Grund mit goldener Schrift preisen den Namen Allahs, seines Propheten Mohammed, sowie die Namen 6 verschiedener Kalifen.



    Dieser aus einem einzigen Marmorblock hergestellte Krug wurde während der Regierungszeit von Murad III 1574 aus Pergamon mitgebracht.



    Die Kanzel des Imam



    herrlich verzierte Säulen




    Öffnungszeiten: Di-So 9-16 h, Eintrittspreis: 20 TL


    Der Bosporus, das Schmuckstück Istanbuls, ist eine 30 km lange natürliche Wasserstraße, die das Marmara Meer mit dem Schwarzen Meer verbindet. Ihre Breite misst zwischen 660 m und 3300 m.
    Somit ist sie die engste Meerenge der Welt, die für internationale Seefahrt genutzt wird. Seine Gewässer sind tückisch und schwer zu befahren. Eine Strömung auf der Oberfläche fließt vom Schwarzen Meer zum Marmara Meer, Richtung Süden, und hat eine Geschwindigkeit von bis zu 5 km in der Stunde. In etwa 40 m Tiefe besteht eine Gegenströmung nach Norden, Richtung Schwarzes Meer.




    An der Galata-Brücke befinden sich viele Fisch-Grillstationen – hier eine ganz Prächtige auf einem Schiff.




    Hier ankern auch die Ausflugsboote mit denen man eine Rundfahrt durch den Bosporus machen kann. Von den Menschenmassen sollte man sich nicht abschrecken lassen. Man findet schnell einen Platz auf einem Schiff.
    Eine ca. 2-stündige Tour kostet ab ca. 15 TL



    Galata-Brücke mit Galata-Turm



    Dolmabahce Saray Der Palast wurde 1856 am Ufer des Bosporus errichtet und löste den Topkapi-Palast als Sultansresidenz ab. Beim Bau des Palastes wurde mit Gold, Marmor und Kristallen nicht gespart. Neben dem öffentlichen Bereich des Palastes können bei einer Führung der alte Harem und die Privaträume des Sultans besichtigt werden. Auch heute noch wird der Dolmabahce Palast für offizielle Anlässe wie Staatsbesuche genutzt.
    Öffnungszeiten: tägl. 9-15 h außer Mo+Do



    Dahinter sieht man die Dolmabahce Moschee, das Ritz Carlton Hotel-Hochhaus und daneben dass den Fußballfreunden bekannte Besiktas Stadion



    Hochhäuser neben Moscheen mit Minaretten


    Luxus-Unterkünfte am Wasser



    Bosporus-Brücke mit 1074 m Länge Eröffnet 1973 davor die Ortaköy Moschee


    Ortaköy Moschee



    wunderschöne Residenzen und Holzvillen im Jugendstil


    Selbst um eines dieser einfachen Stadthäuser sein Eigen zu nennen, muss man Millionär sein.



    Die Fatih-Sultan-Brücke ist eine 6-spurige Autobahn.



    prächtige Luxusvillen im Grünen



    Die Rumeli-Festung (Rumelihisari) befindet sich auf der europäischen Seite des Bosporus. Die Festung wurde 1452 errichtet, um eine bessere Kontrolle über den ankommenden und abfahrenden Verkehr an der engsten Stelle der Meerenge zu haben. Hier ist diese gerade einmal 660 Meter breit. Danach wurde die Festung als Gefängnis und Lagerplatz genutzt.



    Diese bildschönen Anwesen mit Blick auf den Bosporus befinden sich auf der asiatischen Seite.



    Im Beylerbeyi-Palast (erbaut 1861 – 1865) veranstaltete Mustafa Kemal Atatürk 1935 die erste Weltfrauenkonferenz.



    Der Leander-Turm (Kiz Kulesi) ist ein Leuchtturm, der auf einem kleinen Inselchen mitten im Bosporus liegt. Nachdem der Tochter eines Sultans prophezeit wurde, dass sie an einem Schlangenbiss sterben werde, diente ihr der sog. Mädchenturm als Zufluchtsort. Sie konnte der Legende nach ihrem Schicksal aber dennoch nicht entfliehen und wurde durch eine Schlange getötet, die sich in Weintrauben befand, welche ihr in die Unterkunft gebracht worden waren.



    Der Topkapi-Palast war Jahrhunderte lang der Wohn- und Regierungssitz der Sultane. Es lebten bis zu 5000 Menschen in den Räumlichkeiten. Auf dem über 69 Hektar großen Palast-Arial befinden sich die Irenenkirche, die Agalar Moschee, eine Bibliothek, die Palastschule, ein Küchentrakt, Waffen- und Gerätehäuser, sowie der Harem und die Schatzkammer. Auffällig ist, dass der Topkapi-Palast im Gegensatz zu anderen Prachtbauten im ersten Moment eher unscheinbar wirkt. Erbaut wurde der Palast 1453 vom Eroberer Konstantinopels, Sultan Mehmet II. Er besteht aus mehreren filigranen Einzelgebäuden, die um vier Höfe errichtet sind. Überall im Palast ist osmanische Kunst und Dekoration zu besichtigen und der Reichtum der osmanischen Herrscher zu erkennen.






    Eingangstore



    einer der 4 Höfe mit Säulengang



    Ahmet-Brunnen



    Eingang zur Schatzkammer




    prunkvolle Wohnräume



    Lohnenswert ist ein Besuch des sagenumwobenen Harems. Unter dem Regiment der Mutter des Sultans hielten sich hier der Sultan und bis zu 1500 Haremsdamen, Konkubinen, Eunuchen und Sklaven auf. Der Harem ist ein Palast innerhalb des eigentlichen Palastes mit ca. 400 luxuriösen Privatgemächern. Zu besichtigen sind hier prachtvolle Bäder und reich verzierte Zimmer
    .


    Thronsaal



    Blumentüren und Blumenfenster



    Seit 1923 ist im Topkapi-Palast ein Museum untergebracht. Es zeigt Sammlungen von Porzellan, Gewändern, Juwelen und Waffen aus dem osmanischen Reich, sowie islamische Reliquien, wie eines der ältesten Koranexemplare.
    Öffnungszeiten: täglich außer Di 9 – 17 h
    Eintrittspreis Topkapi-Palast 20 TL
    Eintrittspreis Harem im Palast 15 TL



    Tipps und Infos:


    Kosten: Wir hatten frühzeitig gebucht, und für den Lufthansa-Linienflug (München – Istanbul/Atatürk) incl. der 4 Übernachtungen in einem 4-Sterne-Hotel mit Frühstück Euro 254,-/Person bezahlt.
    Mit der englischen Sprache kommt man meist zurecht. Die vielen gut deutsch sprechenden Türken wie an der türkischen Riviera findet man hier nicht. Auch findet man hier nicht diese heftige Aufdringlichkeit beim Einkaufen.
    Währung: 1 Türkische Lira entspricht Euro 0,50. Am günstigsten wechselt man in den zahlreichen Wechselstuben. Man findet auch überall Bankautomaten.
    Bei der Hotelauswahl sollte man darauf achten, dass das Domizil nicht in unmittelbarer Nähe einer Moschee liegt, denn am späten Abend, wie auch zur frühen Morgenstunde, werden die Korangesänge des Muezzin aus den Mikrofonen der Minarette in ohrenbetäubender Lautstärke übertragen und man sitzt schon mal aufrecht im Bett.
    Wer vor hat einen Leihwagen zu mieten, sollte sich im Klaren sein, dass es fast überall zu Dauerstaus kommt und der Fahrstil der Türken sehr rasant und auch rigoros ist. Zum Wechseln der Fahrspur wird nicht etwa der Blinker eingesetzt, sondern die Hupe betätigt und gleichzeitig brutal reingedrängt. Viele Ampeln werden überhaupt nicht beachtet und anscheinend von den Lenkern als rein farbiges „Zierwerk“ angesehen. Also Achtung auch als Fußgänger. Zebrastreifen werden von Autofahrern nicht berücksichtigt - sie lockern nur den tristen Straßenbelag auf.
    Bei vielen Sehenswürdigkeiten werden Digitale-Audio-Führer (Kopfhörer mit einer kleinen Tastatur, die man um den Hals trägt) für 10 TL angeboten. Diese kann man auch zu zweit benutzen und sich auf Deutsch während des Rundgangs alles genau erklären lassen.
    Bei Moschee-Besuchen muss man die Schuhe ausziehen. Man sollte sie auf jeden Fall, in den meist zur Verfügung gestellten Tüten, mit sich nehmen. Wenn sie in den Regalen zurückgelassen werden, kann es passieren, dass ein anderer Gefallen daran findet und man plötzlich ohne Schuhe dasteht.
    Bei Benutzung der in Massen vorhandenen gelben Taxis (Taksi) ist darauf zu achten, dass der Fahrer den Taxameter (counter) einschaltet. Tut er das nicht, ist davon auszugehen, dass er einen überteuerten Fahrpreis abkassieren will. Ansonsten sind die Taxifahrten im Vergleich zu unseren recht günstig.
    Obwohl wir auf dieses Verkehrsmittel einige Male zurückgegriffen haben, waren wir lt. Garmin in den 4 Besichtigungstagen fast 50 Kilometer zu Fuß unterwegs.
    Fotografieren ist fast überall erlaubt (Ausnahme: Schatzkammer im Topkapi-Palast). In den Moscheen und manchen Teilbereichen der Museen stehen Schilder, dass man zwar fotografieren aber weder Blitz noch Stativ verwenden darf.
    Essen gehen in den einfachen kleinen Esslokalen (lokantasi) und Straßenküchen ist günstig. In Restaurants kann es ein „teurer Spaß“ werden. Trotzdem sollte man mal das kulinarische Erlebnis „Meze“ probieren. Man wählt zwischen vielen kleinen würzigen Vorspeisen aus, welche zwischen 8 und 15 TL pro Schälchen kosten und isst warmes Fladenbrot dazu. Ein Glas Wein bekommt man ab 10 TL. Ein Kännchen Apfeltee kann im Restaurant auch schon mal 10 TL kosten. Üblich sind 1-2 TL für ein Glas. Unbedingt sollte man auch mal eines der übersüßten Gebäckstücke bei den Bäckereiketten Özsüt, oder Saray probieren.


    Von einer äußerst peinlichen Situation, in welcher ich „meinen Beitrag zur Türkisch-Griechischen-Völkerverständigung“ geleistet habe, möchte ich noch berichten: Statt „Kebab“ bestellte ich etwas geistesabwesend „Gyros“ (vom Schwein), woraufhin der schlagfertige Wirt spöttisch konterte: „Oohh, would you like some Zaziki to the Gyros, and afterwards an Ouzo or a greek coffe?“ Für diejenigen, die es nicht wissen, in der Türkei isst man natürlich Döner Kebab (vom Lamm, Kalb oder Huhn) und Cacik (wörtlich: tschasche), trinkt selbstverständlich Türkish coffe und Raki. Ist zwar prinzipiell alles das Selbe. Doch war wohl meine versehentlich griechische Schweinefleisch-Bestellung für die Türken ein absolutes „no go“ und kam anscheinend massiv beleidigend. Meine offensichtliche Betroffenheit und mein Sorry-Gestammel wurden dann aber doch noch mit einem freundlichen Lächeln honoriert.


    Fazit: Istanbul ist faszinierend, hat unwahrscheinlich viel zu bieten und bei uns bleibende Eindrücke hinterlassen. Wir würden gerne noch mehr kennen lernen. Wenn es klappt, gibt es irgendwann eine Fortsetzung.


    Liebe Grüsse
    Albert + Gabi

    Hallo vadda,


    wir haben Euren wunderschönen Bildbericht bis zum Ende mitverfolgt.
    Nun ist es an der Zeit Danke zu sagen, für die unterhaltsamen und informativen Einblicke in eine von uns bislang unterschätzte Region.
    Euch ist es mit dieser aufwendigen Reportage geglückt, die beeindruckenden und vielfältigen Besonderheiten Slawoniens ins rechte Licht zu rücken.


    Danke und liebe Grüsse
    Olifan