Beiträge von Udo

    Ach ja der Shaun, der entwickelte sich so richtig zum Säufer unterwegs. Manchmal echt peinlich was der so schluckt ^^


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    Aber ich kann es verstehen, 4 Tage in der prallen Sonne hinten auf dem Rucksack macht durstig

    Hallo Jürgen,

    wir waren am Anfang in einem Bereich mit wenigen Menschen, auch an der Elbquelle war wenig los das kenne ich auch anders.

    Vieles in der Region ist noch ursprünglich, aber auch hier gibt es Massentourismus.

    Der Kammweg ist in diesem Abschnitt besonders gut ausgebaut, das wird im 2. Teil etwas anders.

    Insgesamt ist die Infrastruktur im gesamten Gebirge hervorragend, die Wege sind top ausgeschildert und in sehr gutem Zustand von Wurzelpfad, Schotterweg, Felsblöcke bis Pflasterstraße.

    Da kann sich der Harz z.B. eine Scheibe abschneiden. Man merkt übrigens an der Beschilderung, ob man in Polen oder Tschechien ist, die polnischen Wegweiser sind in Stunden angegeben und die tschechischen in Kilometer.

    Und da man in 2 Ländern unterwegs ist sollte man sowohl Kronen als auch Złoty dabei haben. In manchen Bauden kann man auch in Euro bezahlen, manche akzeptieren nur die Landeswährung. Das kommt im 2. Teil auch noch zur Sprache.

    Danke für euer Lob :)

    Noch zu Sozialismus-Zeiten konnte der Kammweg (Weg der tschechisch-polnischen Freundschaft) nur von Einwohnern dieser beiden Länder betreten werden. Alle anderen konnten zwar von den Talorten hochwandern aber das Überschreiten der Grenze war verboten. Ich habe bei meinem ersten Wanderurlaub 1995 noch mit Kalaschnikow bewaffnete Grenzer am Schlesierhaus und auf der Schneekoppe gesehen.

    Gott sei Dank sind diese Zeiten vorbei und man kann dieses schöne Fleckchen Erde grenzenlos erleben.

    Das Riesengebirge – Kammwanderung Etappe 1


    Meine Berge leuchten wieder,

    Menschenfern und nachtbetaut.

    Atme wieder Heimatodem,

    Wälder rauschen laut.


    Carl Hauptmann


    Schon oft war ich mit Familie und Kollegen im Riesengebirge wandern, Orte wie die Elbquelle, die Kirche Wang oder die Schneeekoppe sind mir sehr vertraut.

    Doch mein Traum war es, einmal auf dem Hauptkamm Rübezahls Reich zu durchqueren.


    Wem das Riesengebirge (polnisch Karkonosze, tschechisch Krkonoše) nichts sagt, es liegt im Dreiländereck Deutschland - Tschechien - Polen und direkt auf dem Hauptkamm verläuft die historische Grenze zwischen Schlesien im Norden (heute Polen) und Böhmen im Süden (heute Tschechien). Es ist das höchste Mittelgebirge Mitteleuropas nördlich der Alpen und gipfelt in der 1603 m hohen Schneekoppe (pl. Śnieżka, tsch. Sněžka).

    Der Hauptkamm beginnt im Westen mit dem 1362 m hohen Reifträger (pl. Szrenica) und endet ca. 40 km weiter östlich bei den Grenzbauden von Klein Aupa (tsch. Mala Upa), das sollte auch ungefähr unsere Wegstrecke sein.


    Zum Nachlesen in Wikipedia:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Riesengebirge


    Ich war mit 2 Kollegen im Juli 2015 unterwegs und wir fuhren aus Norddeutschland zunächst zu unserem Startort Harrachsdorf (tsch. Harrachov) im Bezirk Semil / Okres Semily. Wir nahmen Quartier in einer netten und preiswerten Pension und erkundeten am Nachmittag den Ort.

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    Harrachsdorf ist bekannt durch ein kleines aber feines Skigebiet und seine Skisprungtradition, am Teufelsberg (tsch. Čertova hora) steht ein Schanzenkomplex mit einer der größten Skiflugschanzen der Welt.

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    Im Ortsteil Neuwelt (tsch. Nový Svět) befindet sich die große Glashütte mit Schleiferei „Novosad & Sohn“, hier entsteht das berühmte böhmische Glas. Angeschlossen ist ein Glasmuseum mit Shop und eine Gasthausbrauerei. Man kann hier sogar in Bier baden …

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    Viele Häuser in diesem hübschen Ort sind noch traditionell mit viel Holz gebaut, wie diese Pension in unserer Nachbarschaft.

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    Nach einer entspannten Nacht und einem guten Frühstück begann unsere 1. Etappe bei Traumwetter und das sollte die nächsten Tage auch so bleiben. Der Rucksack ist gepackt, mein Mitwanderer Shaun hat es sich oben bequem gemacht. Er wird mich als Talisman auf dieser Wanderung begleiten wie so oft.

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    Wir starteten an der Pension, durchquerten den Ort vorbei an schönen Holzhäusern im Riesengebirgsstil und erreichten bald das Tal der Mummel (tsch. Mumlava), die hier einen tiefen Einschnitt geschaffen hat zwischen dem Schlesischen Hauptkamm und dem parallel verlaufenden Böhmischen Kamm.

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    Etwas außerhalb von Harrachsdorf passieren wir die erste Sehenswürdigkeit, den wunderschönen Mummelfall (tsch. Mumlavský vodopád). Er ist der wasserreichste Wasserfall des ganzen Riesengebirges und stürzt über eine 8 m hohe Granitstufe hinab, unten haben sich die sogenannten Teufelsaugen (tsch. Čertova oka ) ausgewaschen.

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    Da wir gerade erst gestartet sind lassen wir heute die gastliche und sehr gemütliche Mummelfallbaude links liegen, unser Forstweg zieht weiter entlang des Flusses talaufwärts.

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    Immer wieder bleiben wir stehen, um dieses idyllische Flußtal zu genießen. Dieser Weg ist nicht so stark frequentiert wie zum Beispiel der Aufstieg zur Schneekoppe. Wir treffen nur auf ganz wenige Menschen unterwegs und genießen einfach die Stille.

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    Am Rastplatz „Rübezahls Frühstück“ (tsch. Krakonošova Snidanĕ) machten wir die erste Pause und stärkten uns mit einem guten tschechischen Bier, bevor gleich der Aufstieg aus dem Mummeltal hinauf auf den Hauptkamm beginnt.

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    Nun liegt ein Anstieg von knapp 200 Höhenmetern vor uns, allmählich gewinnen wir an Höhe und die grenznahe urige Wosseckerbaude (tsch. Vossecka bouda) kommt bald in Sicht.

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    Während die Wanderer das köstliche Bier genießen macht Shaun es sich an dem alten Kachelofen gemütlich. Die Atmosphäre in den Bergbauden des Riesengebirges ist einfach unbeschreiblich, teilweise uralt und voller Sammlerstücke.

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    Und leider ist auch die Verpflegung immer sehr lecker, egal ob fest (Knödel, Gulasch) oder flüssig (Pilsner Urquell oder das echte Budweiser) ?


    Da wir gut in der Zeit lagen gingen wir nicht direkt weiter zu unserem Tagesziel, der Reifträgerbaude (pl. Schronisko Szrenica), sondern steuerten die nahegelegene Elbquelle an. Die Wege sind jetzt gesäumt von Knieholz, hier im Riesengebirge ist durch die nördliche Lage die Baumgrenze schon bei ca. 1250 Höhenmetern erreicht.

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    Auf der nassen Elbwiese (tsch. (Labská louka) in einer Höhe von ca. 1400 m entspringen mehrere kleine Rinnsale, eins davon hat man mit Stein eingefaßt als symbolischer Elbbrunnen.

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    Gegenüber befinden sich an einer kleinen Steinmauer die Stadtwappen aller 26 Städte, die die Elbe von Spindlermühle (tsch. Špindlerův Mlýn) bis zur Mündung in die Nordsee bei Cuxhaven durchfließt.

    Dieses Bauwerk ist ein erstaunliches Beispiel von grenzüberschreitender Völkerverständigung und wurde bereits 1968 geschaffen, also im Jahr des Prager Frühlings.

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    Wir trafen hier einen deutschen Weltenbummler, der mit einem klapprigen uralten Rad ohne Gangschaltung und einem alten Koffer den gesamten Verlauf der Elbe abradeln wollte. Wir erhielten Wochen später tatsächlich ein Zielfoto von ihm an der Kugelbake in Cuxhaven.

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    Nur wenige hundert Meter weiter stürzt die noch junge Elbe den Elbfall (tsch. Labský vodopád) 40 m hinab und nimmt im Tal der Siebengründe noch weitere Bäche auf, bevor sie sich kurz vor Spindlermühle mit dem Weißwasser vereint.

    Ausnahmsweise gibts hier ein Bild aus Wikipedia zum Elbfall aus dem Jahre 1900, die neue Elbfallbaude ist ein so häßlicher Betonklotz dass ich sie nicht fotografieren mochte .

    Quelle Wikipedia:

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    Mit diesen Eindrücken gingen wir das kurze Stück hinauf zum Hauptkamm und wanderten auf dem Grenzweg an den Quargsteinen (tsch. Tvarožnik) und den Sausteinen (pl. Trzy Świnki ), beides markante Felsformationen, unserem Ziel entgegen.

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    Wie auf einem Kegel thront die Reifträgerbaude vor uns, der kurze aber knackige Aufstieg ist nochmal schweißtreibend.

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    Angekommen an der Rezeption dann der Schock, die Baude ist ausgebucht! An diesem Tag fand ein Treffen von Funkamateuren statt und es war kein Zimmer mehr frei. Ich hatte es versäumt hier zu reservieren. Neben der Baude waren auf einem Gerüst die Antennen montiert.

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    Die sehr nette Dame kümmerte sich fürsorglich um uns, versorgte uns erst mal mit einem lebensrettenden kühlen Blonden und telefonierte mit der in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Neuen Schlesischen Baude (pl. Schronisko na Hali Szrenickiej). Dort waren noch Zimmer frei und nach dem wir unser Bier geleert hatten ging es wieder fast 100 Höhenmeter steil bergab.

    Die Neue Schlesische Baude machte von außen einen sehr guten Eindruck und wir bekamen ein geräumiges Quartier.

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    Allerdings war die Verständigung mit dem Personal etwas schwierig. Wir hatten nicht erwartet dass man überall deutsch versteht und meine polnischen Sprachkenntnisse sind sehr überschaubar, aber dass junge Leute so gar kein Englisch sprechen hat uns doch etwas erstaunt.

    Aber es hat alles gut funktioniert und so haben wir unser Abendessen draußen in der Sonne genossen und hier endet unser 1. Tag.

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    Wir haben heute in 7,5 Stunden 19,4 km zurückgelegt mit 1.175 Höhenmetern bergauf und 657 Höhenmetern bergab. Die Nacht war etwas ungemütlich, da ich keine Ohropax mithatte und einer von uns den ganzen Wald nebenan abgesägt hat ||


    Fortsetzung folgt demnächst


    Verzeichnis der 3 Teile


    Das Riesengebirge – Kammwanderung Etappe 1


    Das Riesengebirge – Kammwanderung Etappe 2


    Das Riesengebirge – Kammwanderung Etappe 3




    Hallo zusammen, hier stelle ich gleich meinen ersten Reisebericht online über eine Wanderung durch das Riesengebrige. Da wir öfter die Grenze zwischen Tschechien und Polen überschritten haben aber sowohl der Startort Harrachov als auch der Zielort Mala Upa in Tschechien liegen landet der Bericht hier.

    Die Wanderung hat 2015 stattgefunden und die Bilder sind alle mit damals üblichen Smartphones entstanden, also bitte erwartet keine Top-Qualität.


    Viel Spaß wünscht Udo, hoffentlich klappt das mit dem Einstellen alles :/

    Danke für das Einstellen dieses Rätsels Jürgen.

    Es gibt übrigens jedes Jahr am Wochenende um den 13. August den Mauerweglauf, einen 100 Meilen (160,9km) Ultramarathon. Start und Ziel ist der Jahnsportpark im Prenzlauer Berg, zu DDR-Zeiten das Stadion des verhassten Stasi-Fußballklubs BFC Dynamo.

    Die Laufrichtung wechselt jedes Jahr, mal mit und mal gegen den Uhrzeigersinn. Sportfreunde aus meinem Lauftreff haben hier schon mitgemacht.

    Vielen Dank Steffi, ist die Heimat nicht immer am schönsten?

    Manches lernt man erst zu schätzen wenn man es nicht mehr hat.


    Am Bodensee ist es auch sehr schön, ich war mit Familie Anfang der 90er Jahre da ?

    Blick über die Untermhäuser Brücke über die Weiße Elster Richtung St. Marien. Dahinter liegt das Geburtshaus von Otto Dix



    Einen Großteil des Rennsteigs habe ich beim Rennsteiglauf unter meine Füße genommen, hier 2016 beim Fotostop 1km nach dem Start in Eisenach zum schönsten Ziel der Welt in Schmiedefeld