Radtour von Norden/Ostfriesland nach Greetsiel

  • Die Woche vor Himmelfahrt hatten wir frei, es war wunderbares Wetter und so entschieden wir uns spontan zu einer kleinen Radtour in Ostfriesland.

    Nach einer knapp zweistündigen Anfahrt luden wir die Räder ab und umrundeten zunächst den schönen Norder Marktplatz.

    Einige Bilder stammen von früheren Touren, passen aber inhaltlich gut in diesen Bericht.

    In Norden gibt es einige Sehenswürdigkeiten, wir hatten Glück und konnten die Ludgeri-Kirche besichtigen.

    Diese Kirche verfügt über die zweitgrößte in Deutschland erhaltene Orgel des berühmten norddeutschen Barock-Orgelbaumeisters Arp Schnitger und hier mußte der Baumeister die Orgel um den südöstlichen Vierungspfeiler herumbauen.

    Wir hatten Glück, der Organist probte gerade und wir konnten dem warmen Klang ein wenig lauschen.

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large



    Am und um den Marktplatz herum gibt es einige Orte, die den Fans der Ostfriesen-Krimireihe von Klaus-Peter Wolf vertraut sein dürften.

    Das Norder Polizeikommissariat, Arbeitsplatz von Kommissarin Ann Kathrin Klaasen

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large



    Das berühmte Cafè Ten Cate, von hier stammen Ubbo Heides Marzipanseehunde

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large


    Etwas außerhalb des Zentrums der Distelkamp, hier wohnt Ann Kathrin Klaasen im Roman und der Nachbar Peter Grendel in echt

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large



    Und noch etwas weiter weg liegt Ann Kathrin Klaasens Lieblingscafè Aggi Huus, die Windbeutel hier sind rekordverdächtig.

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large


    Unbedingt besuchen sollte man das Ostfriesische Teemuseum und eine Teezeremonie mitmachen.

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large



    Zur Weihnachtszeit immer am zweiten und dritten Adventswochenende gibt es das unvergleichliche "Lebennig Krippenspill"
    direkt auf dem Norder Marktplatz.

    Wer kein plattdütsch versteht, die Handlung ist ja bekannt und die Atmosphäre unvergleichlich.

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_37338



    Nun machen wir uns auf den Weg Richtung Norddeich auf dem Radweg entlang der Hauptstraße, nicht sehr schön aber allzu viele Autos sind heute nicht unterwegs.

    In Norddeich angekommen nehmen wir den Radweg nach Westen direkt am Deichfuß und fahren die nächsten 19km immer am Deich entlang Richtung Greetsiel. Das Wetter meint es gut mit uns. Auf der Anreise hat es noch bis Emden geregnet, aber pünktlich zum Start unserer Tour riß der Himmel auf, die Sonne kam raus und es war tatsächlich fast windstill, völlig ungewöhnlich für Ostfriesland.


    Nachdem wir die letzten Häuser von Norddeich hinter uns gelassen haben sind wir fast alleine unterwegs. Verkehrsschilder warnen vor „gefählichen“ Boßelspielern, die hier Vorrang vor dem Verkehr haben.

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large



    Alle paar hundert Meter steht ein Anwesen, viele bieten Ferienwohnungen an.

    Der Asphalt ist glatt, die Räder rollen fast von alleine. Regelmäßig gibt es Deichübergänge so daß man entweder außendeichs (buten) oder innendeichs (binnen) radeln kann.

    Nach einigen Kilometern machen wir Rast, erklimmen die Deichkrone und breiten unsere Picknickdecke aus.

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_37339



    Wow, was für ein Anblick über die Leybucht! Es ist Ebbe, die Salzwiesen sind trockengefallen und man hört nur Schafe blöken und Vögel schreien. Uns schmeckts und Shaun ist begeistert.

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_37334



    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_37341


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_37340



    Etwas weiter stößt der Radweg an den Störtebekerkanal und verläuft dann parallel bis zum Ortseingang von Greetsiel.

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_37335



    Am Ufer des Kanals grasen Hunderte Schafe, es ist jetzt so warm dass sie sich am Zaun reiben um ihre Wolle loszuwerden.

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_37336



    Shaun schaut dem Treiben seiner Artgenossen interessiert zu.

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_37337



    Nach Überqueren der Klappbrücke über den Kanal erreichen wir Greetsiel, die Krabbenkutter liegen alle im Hafen. Corona-bedingt durften sie nicht rausfahren, für viele ist diese schwere Zeit eine wirtschaftliche Katastrophe. So schön die Bilder für Touristen sind, aber diese Kutter sind gebaut um draußen auf der Nordsee Krabben zu fangen.

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_37331


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_37332



    Auf der Mauer der Deichkrone liegt eine der jetzt in vielen Orten vorkommenden Steinschlangen mit guten Wünschen, um die Corona-Zeit zu überstehen.

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large


    Weitere Impressionen von Greetsiel

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_37330


    Eigentlich wollte ich noch bis zum Pilsumer Leuchtturm weiterradeln, aber plötzlich waren 2 Liegestühle am alten Bootsschuppen der Seenotretter frei und wie wir da so saßen fühlte ich mich akut unterhopft.

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large



    Eigentlich gehört für uns zu einem Greetsiel-Besuch immer een gode Koppke Tee dazu, aber Poppingas Alte Bäckerei war Corona-bedingt noch nicht wieder geöffnet, sehr schade! So sieht es dort sonst aus.

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large


    Wir genossen den tollen Ausblick aus unseren Liegestühlen, auch Shaun fand ein gemütliches Plätzchen ?

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_37329


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_37333


    Für den Rückweg haben wir den offiziellen Radweg genommen, der etwas kürzer durch die Marschlandschaft nach Norden zurückführt. Im Hafenbecken dreht ein Krabbenkutter nach einer Reparatur eine Testrunde.

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_37357



    Es war eine schöne Radtour bei herrlichem Wetter, insgesamt haben wir heute 42 km zurückgelegt.

    Zum Abschluß noch ein Abendbild der berühmten Zwillingsmühlen von einer früheren Tour

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large

    Einmal editiert, zuletzt von Udo ()

  • Eine Tour und tolle Fotos, ein Bericht ganz nach meinem Geschmack

    Das berühmte Cafè Ten Cate, von hier stammen Ubbo Heides Marzipanseehunde

    Ubbo hat die Marotte, den Seehunden zunächst den Kopf abzubeißen - nicht die feine Art. ;)


    Dank an Udo und Shaun nebst Begleitung,

    Klaus

  • Ubbo hat die Marotte, den Seehunden zunächst den Kopf abzubeißen - nicht die feine Art. ;)


    Dank an Udo und Shaun nebst Begleitung,

    Klaus

    Und leider sind die Seehunde verdammt lecker ^^

    Der Kuchen bei Poppinga ist auch von ten Cate.

    Grüße sind ausgerichtet :thumbsup:

  • hallo Udo,


    danke für deine Bilder von einer Gegend, die ich fast nicht kenne. Wie ist das mit dem Wind dort? Weht der nicht ständig und noch dazu immer in Gegenrichtung?


    grüsse


    jürgen

  • Ja, und meistens von vorn ;)

    Vorherrschend ist aber Nordwest

  • Ihr scheint dort oben daheim zu sein!!

    Eine Gegend, die mir auch gefallen könnte.


    Gegen den Wind mit E - Kraft , sehe ich das richtig?

    Und kein Stress, wenn plötzlich zwei leere Liegestühle quasi "im Weg " stehen und auch der Shaun ein weiches Plätzchen findet.:wink:

    Das gefällt mir :grin:


    So wie der ganze Bericht !

    Danke, Udo


    Viele Grüße,

    Elke

  • Hallo Udo


    Dein Bericht weckt viele schöne Erinnerungen an einen Urlaub in Ostfriesland (Uppleward, Camping am Trockenstrand) -

    Am und um den Marktplatz herum gibt es einige Orte, die den Fans der Ostfriesen-Krimireihe von Klaus-Peter Wolf vertraut sein dürften.

    auf diese Gegend aufmerksam geworden bin ich jedoch tatsächlich durch Ann-Kathrin Klaasen ;-) Ich wollte unbedingt ins Cafe ten Cate (ich mag zwar kein Marzipan, aber mein Mann und so haben wir natürlich Marzipanseehunde erstanden, obwohl es dort auch sehr viele andere schönen Dinge aus Marzipan gibt, die sich sehr gut als Mitbringsel eignen)


    .....ich wollte den Kluntje im Ostfriesentee knistern hören und Wolkjes aus Sahne herstellen - und Windbeutel essen...ja unbedingt.


    Natürlich waren wir auch in Greetsiel, ein Foto das ich damals gemacht habe, zierte auch mal unseren Forumskalender

    P1130513.jpg


    Die berühmten Zwillingsmühlen… bei einer jedoch war das Windrad in "Reparatur"

    P1130739.jpg



    Den Otto-Leuchtturm in Pilsum


    p1130682_-_kopie.jpg


    und das Otto Huus in Emden haben wir natürlich damals auch besucht.

    Popingas Alte Bäckerei in Greetsiel haben wir uns jedoch verkniffen, selbst an die Tischchen vor der Tür durften wir uns in Begleitung unseres Hundes nicht hinsetzen....



    Kennt vielleicht auch jemand die Ostfriesenkrimis um Jan de Fries vom Autor Dirk Trost? wie z.B. Granat für Greetsiel oder 24/7 für Pilsum? Die mag ich auch sehr gerne....


    Vielen Dank für die schönen Bilder Udo!

    Ich werde wohl in nächster Zukunft doch mal wieder den weiten weg dorthin machen, da Freunde von uns diesen Monat noch nach Manslagt in die Krummhörn ziehen und wir sie sicher mal besuchen werden.

    :blume17: Grüssle von tosca


    Nicht woher der Wind weht, sondern wie man die Segel setzt, darauf kommt es an!

    Einmal editiert, zuletzt von tosca ()

  • Hallo Udo,


    tolle Bilder.

    Ostfriesland kenne ich nicht so gut, aber Deine Fotos zeigen, dass ich das nachholen muss.

    Spontan murmelte ich nach Lesen Deines Berichtes vor mich hin: "Das gefällt mir!" :)


    Liebe Grüße

    Helga

  • So wie es aussieht gibt es hier auch Anhänger von Klaus-Peter Wolf. Ich habe 2017 eine Lesung in Achim erlebt die war klasse. Der Typ ist wie ein großer Junge. Später hat er auch diese Gegend in einem Krimi "verwurstet".

  • Danke, lieber Udo, für die eindrucksvollen Bilder und den interessanten Bericht aus einer mir ganz unbekannten Gegend. Als Österreicherin und gebürtige Wienerin hat es mich immer in die Berge gezogen. Den Bildern der Nord- und Ostsee konnte ich oft als ebenes Land nicht so viel abgewinnen.


    Vor allem die begeisterten Beiträge von Elke und Klaus - und jetzt Dein Bericht - belehren mich eines Besseren. Die Weite, die hier überall zu sehen und zu spüren ist, strahlt einen besonderen Reiz aus. Danke für diese Bereicherung!


    Am Beginn Deines Berichts sind mir auch noch Bild und Hinweis auf diese Barockorgel aufgefallen, die so wunderbar in den Kirchenbau eingefügt wurde. Muss auch toll klingen!


    Herzlichen Gruß!

    Susanne


  • Hallo Susanne,

    das mit dem platten Land ist schon gewöhnungsbedürftig. Ich bin 1994 berufsbedingt mit Familie von Thüringen in den Norden gezogen. Nicht das wir aus den Bergen kommen, aber in meiner Heimat waren wir meist von Höhen bis zu 300 m umgeben.

    Ich habe tatsächlich 2 Jahre gebraucht, um mich an die Landschaft zu gewöhnen und der erste Besuch in Ostfriesland hat mir gar nicht gefallen. Die deutschen Küsten an Nord- und Ostsee unterscheiden sich erheblich, an der Ostseeküste gibt es einige Steilküsten (Boltenhagen, Darß, Rügener Kreideküste, Usedom) und Erhebungen bis über 100 m. Die Sandstrände laden zum Baden ein und meist schließt sich an den Strand ein Küstenschutzwald an.

    An der Nordsee dominiert die schnurgerade Linie des Deichs als wichtiger und notweniger Schutz vor den Gewalten von Sturm, Ebbe und Flut und viel Wald gibt es hinter den Deichen in der Marschlandschaft auch nicht.

    Hinzu kommt die nicht gerade glückliche Architektur in so machem Urlauberort.

    Mittlerweile liebe ich es, egal ob die Sonne scheint oder man bei Windstärke 10 fast vom Deich gefegt wird.

    Mit meinem Lauftreff bin ich nun schon einige Male bei Ebbe von Cuxhaven zur Insel Neuwerk und zurück gelaufen, das ist ein grandioses Naturerlebnis mitten im Wattenmeer!

    Ich habe aber auch von Menschen der Küste gehört, dass sie ihren Bergurlaub abgebrochen haben weil sie sich eingezwängt gefühlt haben und den weiten Blick brauchen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Udo ()

  • Wie sagte Jan Fedder in einem Film: Alles, was höher ist als ein Deich, ist überflüssig.


    Schmunzelnde Grüße,

    Klaus

  • Alles, was höher ist als ein Deich, ist überflüssig.

    Und der ist - obwohl dringend nötig - auch noch zu hoch !


    Ich erinnere mich an meine erste Fahrt ans Meer, an die Nordsee. Da war ich schon 16 Jahre alt, war mit einer Gruppe Gleichaltriger mit dem Bus unterwegs , freute mich riesig und hatte tolle Bilder aus dem "Seydlitz", unserem Geografiebuch, im Kopf.

    Wir fuhren an Hamburg vorbei, nordwärts Richtung Fährhafen Dagebüll.

    Ich reckte den Hals und versuchte immer wieder einen Blick auf's Meer zu erhaschen. Keine Chance , immer versperrte so ein Deich die Sicht,

    Enttäuschung breitete sich aus.

    Erst auf der Einfahrt zum Fährhafen in Dagebüll sah ich die Nordsee : ein trübes braunes Rinnsal, es war Ebbe.

    So hatte ich mir das Meer nicht vorgestellt.

    Das änderte sich auf der Fahrt vorbei an der Insel Föhr hinüber nach Amrum.

    Da war es dann endlich , das unendlich weite Meer , der unendlich weite Sandstrand.

    Und dass ich dann auch einmal barfuß zu Fuß durch das Watt über den Meeresboden von Amrum nach Föhr laufen würde, konnte ich mir nicht vorstellen.


    Das war in Nordfriesland.


    Ostfriesland kenne ich nicht- aber nach Deinem Bericht, Udo, muss ich das dringend nachholen !


    Westfriesland habe ich mit lieben holländischen Freunden ein wenig  kennengelernt.


    @vadda , KLaus , wollten wr uns nicht mal treffen und mit dem Postflugzeug über die Ostfriesischen Inseln fliegen? Eine Idee von Karin ;(,

    Keine Ahnung, ob es diese Möglichkeit noch gibt.


    Liebe Grüße von

    Elke ,

    die offensichtlich von Reiselust heimgesucht wird ;)

  • Eigentlich wollte ich noch bis zum Pilsumer Leuchtturm weiterradeln, aber plötzlich waren 2 Liegestühle am alten Bootsschuppen der Seenotretter frei und wie wir da so saßen fühlte ich mich akut unterhopft.

    das Gefühl kenn ich nur zugut, ohne Hopfen hüpft man nicht weit....

    Wunderschöner Bildbericht. Danke!

    Radler Gruß

    Richard-Bruce :)

    • Gäste Informationen
    Hallo,gefällt dir der Thread, willst du was dazu schreiben,
    dann melde dich bitte an.
    Hast du noch kein Benutzerkonto, dann bitte registriere dich, nach der Freischaltung kannst du
    das Forum uneingeschränkt nutzen.

    Dieses Thema enthält 0 weitere Beiträge, die nur für registrierte Benutzer sichtbar sind, bitte registrieren Sie sich oder melden Sie sich an um diese lesen zu können.