1851 : HERMAN HOLLERITH (* 29.02.1860 ) > Erfinder des Hollerith-Lochkartenverfahrens in der Datenverarbeitung

  • Hallo,

    diesmal wieder mal ein Rätsel ohne Bild.


    Indirekt hat die Ortsgemeinde Großfischlingen und eine Volkszählung etwas mit der Besonderheit des heutigen Tages zu tun.

    Worum geht es dabei?


    Wie immer: kein Stress bitte - viel Spaß!

    Liebe Grüße

    Michael

  • Mir fällt dazu das Hollerith-Lochkartenverfahren ein. Hollerith kam durch das von Eisenbahnschaffnern beim Zwicken der Karten verwendete Verfahren auf die Idee mit der Lochkartencodierung.


    Diese Technologie, die auch bei Webstühlen verwendet wurde, ist dann 1880 bei der Volkszählung in USA eingesetzt worden. Hollerith wurde am 29. Februar 1860 in Buffalo geboren. Seine Eltern waren Einwanderer und stammten aus Großfischlingen.


    Johannes

  • Super, Johannes, das war´s.

    Gratuliere dir!

    Warst schon schneller als ich.

    Schade, es war zu leicht.

    Aber, wieder einmal eine interessante Geschichte kennengelernt!


    Der frühe Vogel fängt den Wurm...;)


    LG


    Johannes

  • Laut Wikipedia ist der 29. Februar 1860 der Geburtstag gewesen, dein Titel mit Todestag ist wohl ein Irrtum.


    LG


    Johannes

  • Zitat

    Verbindet ihr Erlebnisse mit diesem besonderen Tag?

    Nicht mit dem 29.2., aber mit Hollerith!


    Hollerithkarten, Lochkarten gehörten zu meinem liebsten Spielzeug als Kind in den 50er Jahren.

    Warum?

    Meine Mutter hatte kurz nach Kriegsende endlich die dringend notwendige Arbeitsstelle in einer Kreditbank bekommen.

    Dort wurde die Buchhaltung von "per Hand" auf Lochkarten umgestellt. Meine Mutter erzählte von riesigen Maschinen, den Hollerithmaschinen,in die sie sich einarbeiten musste. Bei der damaligen 48 Stunden Woche, (die auch den Samstag einschloss) war sie anfangs oft auch sonntags in der Firma. Das wurde damals als selbstverständlich betrachtet.


    Immer wieder passierten Fehler, Lochkarten konnten nicht korrigiert werden.

    Die Suche nach Fehlern auf Lochkarten war sehr aufwändig. Wenn die Bilanz mal um ein paar DM nicht stimmte, musste tagelang auf den Lochkarten der Fehler gesucht werden.

    Fehlerhafte, geknickte oder beschädigte Hollerithkarten mussten aussortiert werden. Handarbeit....

    Meine Mutter brachte uns manchmal welche mit nach Hause.

    Es waren stabile, hellbraune Karten, für uns Kinder wunderbar zum Basteln und phantasievollen Spielen geeignet.

    Schade, dass ich keine der Karten irgendwo aufbewahrt habe.


    In den 60er Jahren wurden dann die Lochkarten auf Magnetbänder umgestellt.

    Wieder mussten alle Mitarbeiter geschult werden und sich in eine neue Technik einarbeiten.

    Und dann ging es rasend schnell mit der Entwicklung zu Computern , die immer kleiner wurden, und der heutigen digitalen Verarbeitung von Daten.


    Aber es ist ein tolle Geschichte, wie das mit der automatisierten Datenverarbeitung anfing.

    Dieser Herman Hollerith war ein genialer Tüftler und Erfinder.


    Gruß,

    Elke

  • In den 60er Jahren wurden dann die Lochkarten auf Magnetbänder umgestellt.

    Wieder mussten alle Mitarbeiter geschult werden und sich in eine neue Technik einarbeiten.

    Auch wenn die physischen Lochkarten ganz schnell aus dem Blickfeld verschwanden, verfolgte mich deren Erbe als IT-Mitarbeiterin bei einer großen, international operierenden Bank noch bis Mitte der 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts.

    Warum?

    Lochkarten hatten eine einheitliche Größe und eine standardisierte Anzahl Löcher, nicht nur in der Höhe, sondern auch in der Breite, nämlich 80. Jede Reihe Löcher beinhaltete einen Datensatz. Demnach konnte ein Datensatz nicht mehr als 80 Informationen speichern. Im Rahmen der Übertragung der Daten auf Magnetbänder wurde die Begrenzung vorläufig beibehalten. Die Programme, die diese Magnetbänder einlasen und verarbeiteten (meistens in den 70er-Jahren in COBOL geschrieben), konnten demnach nur mit Datensätzen mit einer Länge von 80 Byte etwas anfangen. In großen Betrieben existierten unzählige (Hunderte) solcher Programme, die aus Kostengründen und Bequemlichkeit bis Anfang der 90er-Jahre im Einsatz waren. Man konnte diese Uralt-Programme einfach nicht mit umfangreicheren Daten (längeren Datensätzen) füttern, ohne das ganze Programm gleich neu schreiben zu müssen.

    Glücklicherweise begann man in meiner Branche Anfang der 90er-Jahre, diese Datenbestände von der sequentiellen Datenbevorratung (Magnetbänder) in Datenbanken zu migrieren, sodass diese historisch, aus den Lochkarten gewachsene Beschränkung der zu verarbeitenden Daten irgendwann der Vergangenheit angehörte.


    Soweit mein kleiner Exkurs in mein früheres Leben. :D


    Liebe Grüße

    Helga

  • Noch ein gar nicht so abwegiger Aspekt zum Thema Lochkarten:


    "Das digitale Erbe konservieren"

    https://www.heise.de/forum/hei…en/posting-31449692/show/

    Wie lange sind unsere digitalen Speichermedien haltbar?


    Zitat

    "Nur Pappe ist das Wahre."

    "Fachgerecht gelagerte holz- und säurefreie Pappe hält hunderte von Jahren. Ganz im Gegensatz zu diesen popeligen Festplatten, die laut Seagate einmal pro Jahr angestellt werden (!) müssen, damit sie nicht festrosten."


    aus Wikipedia

    https://de.wikipedia.org/wiki/…e#Lagern_und_Archivierung

    Helga hat es in #15 schon beschrieben

    "Eine Lochkarte hatte … ein Fassungsvermögen von 80 Byte. Zum Vergleich: Der Inhalt einer Million Lochkarten füllte damit etwa eine 80-MB-Festplatte, eine in den 1970er Jahren übliche Größenordnung auf Großrechnern.

    Als einzelner Kartenstapel würde dies rechnerisch mit 170 Metern etwa die Höhe des Ulmer Münsters ausmachen, das Gewicht beträgt in trockenem Zustand etwa 2.500 kg, die etwa 100 kg Verpackung nicht mitgerechnet."


    Wir speichern heute ja auf unseren Rechnern daheim schon Daten in Gigabyte- oder gar Terrabytegröße.Das meiste ist vermutlich nicht auf Jahrhunderte und länger erhaltenswert.


    Dennoch :Wieviel Lochkarten bräuchte man da !


    Herman Hollerith hätte die Entwicklung von der Lochkarte über das Magnetband, zu Disketten und Festplatten bis hin zur Cloud und andere Systeme bestimmt begeistert verfolgt.


    Eine spannende Geschichte !

    Wie wird die Zukunft aussehen?


    Gruß,

    Elke

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