(7) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 7

Es gibt 271 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Johannes56.

  • Ein Bild, das zum längeren Hingucken verlockt: Geschäftiges,turbulentes Treiben der Engelchen und ein rotbackiger Nepomuk, der die Augen verdreht und gar nicht sehr verklärt, eher fragend , zum Himmel schaut.

    Ob der Maler ein konkretes Vorbild hatte?

    Gruss ,

    Elke

    Die Darstellung in der himmlischen Glorie von Engeln begleitet, war weit verbreitet und leitete sich aus Darstellungen der Himmelfahrt Mariens ab. Im Barock wurden diese Darstellungen auf viele andere Heiligen übertragen, wie z.B. die Hll. Leopold oder Nikolaus, von denen sich der hl. Nepomuk nur durch seine Kleidung unterschied.


    Die ersten Bilder des hl. Nepomuk in der Glorie stammten von Johann-Baptist Sintes nach einem Entwurf Agostino Massucci, 1727 in Rom erschienen und dem Ölbild von Massucci, das er für die Kanonisationsfeier in der Lateranbasilika 1729 malte. Dieses Bild wurde später nach Prag gebracht und in zahlreichen Reproduktionsstichen verbreitet.


    Die Darstellung der Glorie, umschwärmt von Engeln, setzte sich dann in Fresken und figürlichen Darstellungen fort. Nepomuk ist der häufigste Heilige, der in der Barockzeit in der Glorie dargestellt wurde.


    Johannes

  • Eferding, Hausruckviertel, Oberösterreich


    Eferding ist die drittälteste Stadt Österreichs. Auf dem schönen Stadtplatz schwebt der hl. Nepomuk auf der frisch restaurierten Dreifaltigkeitssäule neben dem hl. Andreas unter der Glorie Mariens.



    Erst vor wenigen Wochen wurden die Restaurierungsarbeiten fertiggestellt.



    Ein gut gelungnes Werk auf einem der schönsten mittelalterlichen Plätze Österreichs mit barockem Ensemble.



    Johannes

  • Zwettl an der Rodl, Bezirk Urfahr-Umgebung, Oberösterreich


    Kann man in Zwettl an der Rodl einen Nepomuk kaufen?



    An der stark befahrenen Durchfahrtsstrasse in Zwettl an der Rodl von Linz nach Bad Leonfelden Richtung Tschechischer Republik fiel mir dieser Nepomuk auf. Kaufen kann man allerdings nur das Haus dahinter.




    Johannes

  • Lieber Waldi,


    vor dir aber auch nicht! Hab ich doch glatt übersehen, dass du den schon eingesammelt hast....


    Ich kam aber nicht über Linz, sondern über Eferding aus Vöcklabruck, und da gibt es auf der Strecke noch andere Nepomuks, wie diese zwei hier in:


    Gramastetten, Bezirk Urfahr-Umgebung, Mühlviertel


    Der eine steht beim Pfarrhof:



    Und der zweite steht auf der Brücke über die große Rodl in schöner Landschaft in klassischer Brückenhaltung:




    Johannes


    P.S. diese Engelsköpfe sieht man auch auf Gemälden, sie werden einfach als Begleitengel bezeichnet und sind ein barockes Zierelement ohne weitere Symbolik.

    Einmal editiert, zuletzt von Johannes56 ()

  • Karling, Ortschaft der Gemeinde Hartkirchen, Bezirk Eferding, Hausruckviertel, Oberösterreich


    Bei Aschach quert man die Donau, wo Waldi diese zwei Nepomuks beschrieben hat:


    (4) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 4


    Richtung Eferding kommt man dann bald nach Hartkirchen und Karling, wo an einer Brücke über die Aschach dieser Nepomuk steht:





    Johannes

  • Rüstorf, Bezirk Vöcklabruck, Hausruckviertel, Oberösterreich



    In der spätgotischen Kirche von Rüstorf habe ich oben bei der Orgel diesen Nepomuk erspäht:




    Johannes

  • Stadl-Paura, Bezirk Wels-Land, Hausruckviertel, Oberösterreich


    In Stadl- Paura schließt sich der Kreis meiner Fahrt durch einen Teil des Hausruckviertels.



    Nahe der Traun steht dieser Nepomuk hinter Gitter einer Kapelle:





    Er schaut ganz traurig, weil sich diesmal der Weg zum Traunfall, einem der schönsten Plätze in Österreich nicht ausgegangen ist, aber das nächste Mal nehme ich mir Zeit, auch dorthin zu schauen.



    Johannes

  • Zitat

    einem der schönsten Plätze

    Nimm Dir das unbebedingt vor und überzeuge uns...Es gibt in A so viele "schönste Plätze"

    Liebe Grüße,

    Elke

  • Kematen am Innbach, Bezirk Grieskirchen, Hausruckviertel, Oberösterreich.


    Einen aus dem Hausruckviertel habe ich euch noch unterschlagen.



    Diese Kapelle steht am Mühlenweg und beherbergt eine schöne hölzerne Nepomukstatue:




    Ich bin sicher, dass das Hausruckviertel noch viele weitere Nepomukdarstellungen zu bieten hat.


    Johannes

  • Pottschach, Katastralgemeinde von Ternitz, Bezirk Neunkirchen, Niederösterreich


    Hier steht eine alte, sehenswerte Wehrkirche. Bereits das Pfarrhaus, gleichzeitig Eingang in den Kirchenhof, vermittelt einen wehrhaften Charakter.



    Auf der Fassade befinden sich Fragmente von Wandmalereien. Rechts kann man noch den hl. Nepomuk erkennen, die Malerei stammt aus dem 17. Jahrhundert.



    Die Kirche steht mächtig im ihn umgebenden Hof.



    Oben an der Fassade steht der Schmerzensmann, welcher den leidenden Christus darstellt, der seine Wunden öffnet, damit sein Blut in den Kelch fließen kann. Eine Darstellung, die uns in der Kirche nochmals begegnet.



    Die Kirche ist dem hl. Dionysius geweiht.



    Links neben dem Hochaltar wurden etwa 500 Jahre alte Fresken freigelegt. Ein Engel fängt in einem Kelch das Blut der Gekreuzigten auf. Darunter sind der Apostel Paulus und der Prophet Baruch abgebildet.



    Auf der rechten Seite gibt es einen Nepomukaltar aus dem Jahr 1743 (laut Kirchenführer).


    Es ist eines der typischen Gemälde dieser Zeit, mit einem Engel, der das Kreuz hält, einem, der ein Buch hält und einen, der den Schweigegestus macht.


    Die Engelputten bezeugen die reine Seele und die Engelköpfe weisen auf das Geistwesen hin.



    Im Hintergrund sieht man, ebenfalls typisch auf diesen Gemälden, den Brückensturz.



    Und wenn man näher herangeht, kann man sogar die fünf Sterne im Wasser der Moldau sehen und lesen, was im Buch steht:



    Sigillum confessionis - das Beichtsiegel, das Beichtgeheimnis.


    Ich bedanke mich bei der Pfarrhelferin, die zur rechten Zeit in der absoluten Stille rund um die Kirche wie aus dem Nichts erschien und mir die Kirche freundlicherweise aufsperrte!


    https://www.erzdioezese-wien.at/Pottschach


    Johannes

    Einmal editiert, zuletzt von Johannes56 ()

  • Wie Elke schon vermutete, so begeneten mir auch in diesem Jahr in Ungarn wieder einige Nepomuks die noch nicht in unserer Sammlung vorhanden sind.


    Vor der Kirche St. Peter und Paul in H: Kál, Komitat Heves, Ostungarn, steht dieser Nepomuk.


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    Der Heilige Nepomuk und sein Kollege der Heilige Wendelin der einige Meter daneben steht wurden von dem Bildhauer János Máriahegyi gefertigt.


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    Die beiden Heiligenstatuen wurden von der Rosenkranz-Gemeinschaft 1973 gestiftet.



    Liebe Grüße von waldi aus Ungarn :174:

    Und immer neugierig bleiben!

  • Wie Elke schon vermutete, so begeneten mir auch in diesem Jahr in Ungarn wieder einige Nepomuks die noch nicht in unserer Sammlung vorhanden sind.

    na, dann sind wir gespannt auch auf die einigen anderen!


    Johannes

  • Bad Erlach


    Ich hatte hier


    (5) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 5


    am 7. Juli 2018 über den renovierungsbedürftigen Nepomuk geschrieben:


    „Er macht einen ziemlich verwitterten Eindruck und sein Kreuz ist ihm zu Boden gefallen und zerbrochen.


    Wird sich jemand seiner erbarmen?“


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    ?random=0&maxWidth=0&embedded=1#imageAnker_14696


    Nun haben sich Bürger der Gemeinde erbarmt und jetzt steht er prächtig restauriert wieder da. Ich war ihn heute besuchen:







    Allerdings ist jetzt ein Standortstreit um ihn entbrannt:


    https://www.bote-aus-der-buckl…juengung-fuer-hl-nepomuk/


    Der arme Kerl musste schon einmal übersiedeln, nämlich von der Ulrichskirche in Wien hierher:


    http://fvv-bad-erlach.at/heiliger-nepomuk-auf-reisen/


    Was mir beim letzten mal nicht auffiel, ist das Gemälde von 1958 auf dem Haus, welches nun seinen Besitzer gewechselt hat.




    Das ist möglichweise nun auch bald Geschichte. Bleibt zu hoffen, dass der hl. Nepomuk aus Lindenholz, der nun so schön renoviert ist, einen ihm würdigen und friedlichen Standort findet.


    Johannes

  • Zitat

    Nun haben sich Bürger der Gemeinde erbarmt und jetzt steht er prächtig restauriert wieder da. Ich war ihn heute besuchen:

    Wunderschön!


    Ein Kompliment an die Initiatoren.


    Gruß,

    Elke

  • Kirchberg am Wechsel, Bezirk Neunkirchen, Niederösterreich


    Vier Nepomuks


    Josef hat hier


    (2) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 2


    bereits zwei von ihnen beschrieben.


    Einer steht auf der Pestsäule




    Zu seinen Füßen fließt aus einer Art Rohr offensichtlich die Moldau mit Sternen darauf




    Etwas am Hang oben liegt die Pfarrkirche





    Vor der Pfarrkirche steht die von Josef ebenfalls beschriebene Kapelle




    Eine Tafel verweist auf ein tragisches Schicksal ausgerechnet beim hl. Nepomuk



    Nach Besichtigung dieser beiden Nepomuks lohnte es, nun auch in die Kirche zu gehen. Der rechte Seiteneingang ist untertags geöffnet.



    Die prunkvolle Ausstattung macht die Kirche zu einer Besonderheit. Der Hochaltar stammt aus der aufgelassenen Frauenkirche in Baden.


    Auf dem linken vorderen Seitenaltar kann man rechts den hl. Nepomuk finden





    Man erkennt ihn an seinem typischen Priestergewand und meine Frau hat auch gleich den Engel, der sein Birett hält, entdeckt:



    Verlässt man dann Kirchberg am Wechsel Richtung Gloggnitz, steht am Ortsende noch diese Nepomukkapelle:




    Sogar die Spinnennetzte leuchten wie mit Sternen:



    Ohne Spinnennetz:




    Das war heute ein Ausflug ganz nach meinem Geschmack! Die beiden anderen Nepomuks, die wir noch unterwegs gefunden haben, folgen


    Johannes

  • Kirchau, Ortschaft in Warth, Bezirk Neunkirchen, Niederösterreich


    Durch Kirchau fließt der Haßbach, der immer wieder zu Überschwemmungen führt. Erst letztes Jahr verwüstete der Bach nach einem Unwetter den Ort, das Wasser stand bis in die Kirche.


    Heute präsentierte sich der Ort vormittags noch friedlich.



    Erwartungsgemäß gibt es an so einem Ort auch einen hl. Nepomuk, der bereits beim Eintreten in die Kirche auch gegen das Licht an seiner Silhouette zu erkennen ist.



    Der Altar stammt aus 1883 und ist als Triptychon gestaltet, die Hll. Antonius - links und Nepomuk - rechts sind als Wechselbilder gestaltet, die bei Bedarf ausgetauscht werden können.



    (Erst heute fiel mir auf, dass der hl. Nepomuk nach meiner Erinnerung bei Altären immer auf der rechten Seite steht.)


    Bei näherer Betrachtung des Bildes sieht man im Hintergrund die Karlsbrücke und Prag.



    Hier allerdings ohne Brückensturz.


    Für heute Nachmittag sind starke Gewitter angesagt. Ich hoffe, unser Nepomuk passt heuer besser auf.



    Johannes

  • Zitat

    die Hll. Antonius - links und Nepomuk - rechts sind als Wechselbilder gestaltet, die bei Bedarf ausgetauscht werden können.

    Zitat

    Für heute Nachmittag sind starke Gewitter angesagt. Ich hoffe, unser Nepomuk passt heuer besser auf.

    Heute bestand wohl der Bedarf;)

    Ob der Künstler / Maler bei einem Ikonenmaler gelernt hat?

    Die Darstellung erinnert mich ein wenig dran.


    Lieben Gruß,

    Elke

  • Haßbach, Ortschaft in Warth, Bezirk Neunkirchen, Niederösterreich




    Die Kirche von Haßbach wurde mir freundlicherweise vom Herrn Pfarrer aufgesperrt. Das Kircheninnere hat eine schlichte und doch beeindruckende Atmosphäre.


    Der Altar ist dem hl. Martin gewidmet und ist mit Opfergangsportalen ausgestattet.



    Welche Heilige mit Buch auf der Evangelienseite steht, ist unklar, erklärte uns der Herr Pfarrer. Über den Heiligen auf der Epistelseite hingegen besteht kein Zweifel:



    Johannes

  • Neunkirchen, Bezirk Neunkirchen, Steinfeld, Niederösterreich


    Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt und die Pestsäule sind recht markante Bauwerke in Neunkirchen.



    Josef hat hier


    (4) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 4


    bereits diese Nepomukstatue beschrieben, welche bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts rechts vor dem Toreingang im Kirchhof stand. Hier befand sich ein Wassergraben, an dem ein Kanal für den Holztransport endete und Nepomuk fungierte als Schutzpatron der Flösser.



    Die Kirche, welche vormittags geöffnet ist, ist prunkvoll barock ausgestattet. Ich war etwas spät dran, aber der Herr Pfarrer ließ mich noch in die Kirche und ich durfte ihm den hl. Nepomuk zeigen, der ihm noch gar nicht aufgefallen war.



    Auf der linken Seite befindet sich ein Altar mit einem Franziskusbild (um 1600). Der hl. Nepomuk ist mit einem Predellbild, darüber mit einer kleinen, vergoldeten Schnitzerei der Karlsbrücke (man muss sehr genau schauen) und der Zunge in der Glorie vertreten:




    Nicht weit von der Kirche entfernt fließt einer der Werkskanäle des Flusses Schwarza durch die Stadt. In der Postgasse steht bei diesem Werkskanal eine schon ziemlich verwitterte hölzerne Nepomukstatue:





    Johannes

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