Höhenkrankheit - ein Erfahrungsbericht

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von ELMA.

  • Einleitend sei festgehalten, dass es sich hier um einen sehr persönlichen Erfahrungsbericht handelt, der sicher nicht in allen Punkten einfach übertragbar ist.

    Ich schreibe ihn (noch) aus La Paz. Mein Höhenmesser-App zeigt 3.642 m.

    Diese Stadt (einschließlich der noch größeren Vorstadt) hat einen Höhenunterschied von derzeit ca. 1200 m. Derzeit deswegen, weil sie noch nach unten wächst. Und sehr vereinfacht gesprochen leben die Armen oben und die Reichen immer weiter unten.

    Und das hat vor allem 2 Gründe. Es ist dort wärmer und es gibt vor allem mehr Sauerstoff.

    Und da sind wir auch schon bei der eigentlichen Herausforderung: mein Körper ist an mehr Sauerstoff gewöhnt als er hier bekommen hat und das war vor allem am ersten Tag / der ersten Nacht ein Problem.

    Kopfweh, Kurzatmigkeit, Schwindel und eine gewisse Desorientierung, Schlafstörungen.

    Also einen Vertrag würde ich beispielsweise in so einem Zustand nicht unterschreiben.

    Ich war insgesamt 6 Tage verschiedenen Höhen (bis zu über 4.300 m ausgesetzt) und kurz gesagt, war es am Anfang sehr schwierig und am Ende sehr leicht damit umzugehen.

    Ich habe mein Verhalten in einigen Punkten geändert in anderen nicht.

    Zum Beispiel bin ich kein Tee-Trinker und bin es auch hier nicht geworden. Auch nicht wenn Coca-Blätter darin schwimmen.

    Ich trinke ca. 1,5 Liter Wasser am Tag und habe hier nicht mehr getrunken.

    Ich habe keine Tabletten genommen.

    Ich habe viel weniger Alkohol getrunken.

    Ich habe keinen zusätzlichen Sauerstoff (mittels Maske) aufgenommen.

    Ich habe das Tempo raus genommen. Mehr als halbiert (ich bin sonst ein recht flotter).

    Ich habe mehr auf meinen Körper gehört und seine Zeichen die er mir gibt mehr beachtet als ich es sonst tue.


    Und ich habe meine positive Grundhaltung bewahrt und die Unannehmlichkeiten in Relation zu dem gestellt was ich an wundervoller Landschaft und interessante Menschen und Kulturen kennenlernen durfte.

    Nach den ersten 24 Stunden hatte ich das Gefühl, die Sache im Griff zu haben. Es gab natürlich immer wieder Symptome aber ich wusste dann meist was zu tun ist (insbesondere das Tempo reduzieren).


    Ich freue mich auf Wien und seine wesentlich niedrigere Höhenlage im 3. Bezirk ...

    Liebe Grüße aus einer Stadt die ihren Menschen die extrem Höhenunterschiede mit einer besonderen Maßnahme erleichtert. Aber das ist eine andere Geschichte


    Michael


    Ergänzung:

    Ich hatte weniger Appetit und habe weniger gegessen.

    3 Mal editiert, zuletzt von Michael () aus folgendem Grund: Tippfehler Satzergänzung

  • Schön, dass Du uns Deine Erfahrung bezüglich der Höhenkrankheit mitteilst. Wie ich lese, bist Du ja im Großen und Ganzen ganz gut damit klar gekommen.


    Gab es denn auch Leute in Eurer Reisegruppe, die größere Probleme hatten?

    El mundo es un libro, y quienes no viajan leen sólo una página.(Aurelio Agustín)
    Gruß Jofina

  • Danke, Michael, für Deinen Bericht über Deine individuellen Erfahrungen mit der Höhenverträglichkeit.

    Man kann so etwas weder zu Hause trainieren noch testen.

    Und es hat nichts mit Kondition zu tun.

    Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen sind relativ "normal", nur wenn Ödeme entstehen, dann hilft auch kein Sauerstoff, da heißt es schnell "absteigen".


    Ich habe das 2 Mal erlebt mit einer Teilnehmerin in meiner Gruppe, die musste aufs Pferd gebunden und von 4200m hinunter auf 3500m gebracht werden, wo es ihr dann sofort wieder gut ging.

    Ein anderer (er war nur kurz in Zanskar und mit seinem Reiseunternehmen nur für einen Zweitagesausflug in diese Höhe gekommen, 60 plus) musste in Padum im Zanskar vom Miltärhubschrauber hinunter nach Manali geflogen werden ( auf eigene Kosten).


    Aber Du weißt nun , dass Du Höhen von +/-4000m vertägst und kannst eine längere Reise in solche Regionen planen. Vielleicht Bolivien?

    Mach es , so lang Du Dich noch fit fühlst !


    Ich vertrage ( oder vertrug??) Höhen auch sehr gut. Ich habe in meinem Leben schon 5 Reisen in Höhen von 3500 -5000 m gemacht , allerdings immer zwischen 2 und 4 Wochen in diesen Höhen verbracht. Sauerstoff hatten wir stets dabei, aber ich habe ihn nie gebraucht.


    Immer wenn ich nach Hause kam, fühlte ich mich als könne ich Bäume rausreißen!

    Unterwegs allerdings musste ich auch meine Aktivitäten sehr anpassen...bei Passwanderung in über 4500m erinnere ich mich , dass ich spätestens nach 5 Schritten immer eine Pause machen musste.


    Aber nun wartet eine andere Herausforderung auf Euch!

    Nach der langen Rückreise müsst Ihr die 6 Stunden wieder zurückgegeben , die ihr im Westen Amerikas bekommen habt!

    Das werden bestimmt ein paar Tage Umgewöhnung sein.

    Hoffentlich ruft nicht gleich wieder der JOB!!


    Aber freut Euch auf OLD EUROPE, auf Wien !

    Es ist schon mit Macht Frühling geworden in den Wochen Eurer Abwesenheit!


    Liebe Grüße,

    Elke

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