P 1701 Madeira > FUNCHAL > Statuen von Kolumbus und Kaiserin Sissi

Es gibt 7 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von waldi.

  • hallo Rätselfreunde,


    hier seht ihr zwei Bronzeköpfe. Handelt es sich hier um ein Liebespaar? Wenn ja, wie lautet der Name der beiden oder wen sollen diese Köpfe darstellen?




    Viel Spaß wünscht


    jürgen

  • Natürlich sind sie kein Liebespaar.



    Hier haben wir Kolumbus, im schönen Park in Funchal.


    ... und das 2. Bild ist die Sissi. Da hat uns Waldi schon schöne Fotos gezeigt. Ich hoffe, dass ich sie auch im nächsten Monat in Funchal fotografieren kann.

    El mundo es un libro, y quienes no viajan leen sólo una página.(Aurelio Agustín)
    Gruß Jofina

  • Diese beiden waren kein Liebespaar. Das war nicht möglich.
    Sie lebten zu verschiedenen Zeiten.
    Der Herr wurde um 1450 geboren und die Frau im 19. Jahrhundert.



    meint waldi :174:

    Und immer neugierig bleiben!

  • Mit wem war denn Sisi auf Madeira?
    Mit dem Franz?


    Du weißt das sicher, waldi!


    Liebe Grüße,
    Elke

  • Hallo miteinander,


    Ich sehe schon , dass ich euch nicht drankriege. Kolumbus lebte natürlich zu einer anderen Zeit als die Kaiserin der Donaumonarchie. Beiden wurde in Funchal auf Madeira ein Denkmal errichtet. Madeira war als Zwischenstation in die Neue Welt, von Amerika sprach man zu Lebzeiten von Kolumbus noch nicht, wichtig um Wasser und Proviant zu Bunkern.


    Was Sissi mit Madeira zu tun hatte, erklärt euch sicherlich Waldi noch. Danke Waldi.


    Grüße


    Jürgen

  • Sissi besuchte Madeira zweimal. Das erste mal 1860.
    1893 kehrte sie nochmals für einen kürzeren Zeitraum auf die Insel zurück.
    Kaiser Franz Joseph war nie auf Madeira!


    Zur Situation 1860:
    Kaiser Franz Joseph von Österreich hatte den unmittelbaren Oberbefehl über seine Truppen in Norditalien übernommen und durch die Niederlage in der Schlacht von Solferino die Lombardei verloren.
    Nachdem Garibaldi Palermo in seine Gewalt gebracht hatte und das Königreich Neapel und beider Sizilien bedrohte war Kaiser Franz Joseph nicht in der Lage die Bitte seiner Gattin Elisabeth zu erfüllen und dem Kampf deren Schwester, der Königin Marie von Neapel (Heldin von Gaeta) militärisch beizustehen.
    Diese Tatsache, und die Gerüchte um die Untreue ihres Gatten ließen sie erst mal nach Possenhofen flüchten. (Schloss Possenhofen am Starnberger See war der Sommersitz ihrer Eltern)
    Zum Geburtstag ihres Ehemannes kehrte sie nach Wien zurück.
    Inzwischen spitzte sich die Lage in Süditalien zu. Dies, der ständige Zoff mit der Schwiegermutter und das angeschlagene Verhältnis zu ihrem Mann verschlechterte den Gesundheitszustand der Kaiserin derart, dass der Hofarzt Dr. Skoda eine lebensgefährliche "Lungenaffektation" diagnostizierte und einen Aufenthalt in wärmeren südlichen Gefilden empfahl.
    Die Kaiserin setzte durch, dass sie nicht in eines der üblichen Bäder im Reich geschickt wurde, sondern auf die Insel Madeira fahren durfte.
    Das war zur damaligen Zeit eine halbe Weltreise. Zudem stand Österreich kein geeignetes Schiff zur Verfügung. Deshalb bot Königin Victoria von Großbritannien ihre Yacht an.
    Die Reise führte über München, Bamberg und Mainz nach Antwerpen. Dort setzte man die Reise mit der Yacht "Victoria und Albert" fort. Eine zweite Yacht "Osborne" folgte mit dem Rest des Gefolges.
    Schon auf der Reise besserte sich der Gesundheitszustand der Kaiserin. Auf dem Meer, weit weg vom Wiener Hof, lebte sie auf. Die Stürme in der Biskaya bereitete dem Großteil der Begleitung erhebliche Probleme, während die Kaiserin sich pudelwohl fühlte.
    Am 29. November 1860 kam die Kaiserin in Funchal an und residierte in der Quinta Vigia, an deren Stelle heute das Casino-Park Hotel (Hotel Musa D'Ajuda) steht, in dessen Nähe die lebensgroße Sissi-Statue an die legendäre Kaiserin erinnert.
    Erst am 28. April 1861 verließ Elisabeth die Insel wieder um nach Wien zurückzukehren, wo sie es aber nicht lange aushielt.


    Mehr als drei Jahrzehnte später besuchte Kaiserin Elisabeth noch einmal Madeira vom 23.12.1893 bis zum 4. Februar 1894. Sie logierte im neuen Belmond Reid's Palace.


    Aber Kaiserin Elisabeth war nicht die einzige berühmte Angehörige der österreichischen Krone, die zu Madeira eine besondere Verbindung hatte. Im Museum Vicentes finden sich auch Fotos von Kaiser Karl I., der nach dem WK I. Österreich verlassen musste und ab 1921 auf Madeira weilte. Kaiser Karl, der 1994 vom Papst selig gesprochen wurde, starb schon kurz danach im Jahr 1922 in der Quinta do Monte, in die er gezogen war, als er sich das luxuriöse Reids-Palace nicht mehr leisten konnte. Die Quinta wurde 2016 das Opfer eines Waldbrandes. Karls Leichnam wurde in der Kirche ‘Nossa Senhora do Monte’ beigesetzt, wo er heute noch liegt.



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Und immer neugierig bleiben!

  • hallo Waldi,


    danke erst mal für deine ausführliche Ergänzung meines Rätsels.




    Eine der Blüten stammt übrigens von mir.


    Waldi, kannst du mir sagen, was dieses vermeintliche Buch in Händen der Kaiserin zu bedeuten hat?



    grüsse


    jürgen

  • Danke für die hervorragenden Bilder der Statue in Funchal!

    ... danke erst mal für deine ausführliche Ergänzung meines Rätsels.

    Das mache ich gerne, Jürgen! Ist es doch eines der wenigen Gebiete in denen ich mich etwas besser auskenne als der Durchschnitt.
    Ich freue mich, damit glänzen zu können. **+

    Waldi, kannst du mir sagen, was dieses vermeintliche Buch in Händen der Kaiserin zu bedeuten hat?

    Die Kaiserin hatte wenig Attribute um ihr Wesen plastisch ausdrücken zu können.
    Hier ist sie als junge Kaiserin mit etwa 23 Jahren dargestellt. Später hatte sie lange Haare die zeitweise bis zu den Fesseln gereicht haben sollen. Die wurden von einer persönlichen Friseurin kunstvoll zu einer Haarkrone geflochten und eingerollt. Daran ist sie eigentlich gut zu erkennen. Das ist hier nur im Ansatz so.
    Man weiß, dass Kaiserin Elisabeth die Natur liebte und deshalb viel wanderte. Deshalb wird sie auch gerne mit einer Blume in der Hand dargestellt.
    Man weiß aber auch, dass die Kaiserin englisch, französisch, deutsch und ungarisch perfekt beherrschte und in den verschiedenen Sprachen viel gelesen hat.
    Später lernte sie noch griechisch und neugriechisch. Dazu hatte sie über einige Jahre verschiedene griechische "Vorleser".
    Auch diese Sprachen beherrschte sie so gut, dass sie Shakespeare aus dem Englischen ins Griechische übersetzte.
    Außerdem hat sie der Nachwelt einen Gedichtband hinterlassen der erst 50 Jahre nach ihrem Tod öffentlich gemacht werden durfte.
    Dies dürften Gründe sein um sie mit einem Buch in der Hand darzustellen.
    Auch in D haben wir eine solche Sitzstatue im Garten des Hotels Kaiserin Elisabeth in Feldafing am Starnberger See, wo sie oft abgestiegen ist wenn sie ihre Eltern in Possenhofen besuchte.



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Und immer neugierig bleiben!

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