(4) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 4

  • Auf Bildern kniet er ja öfter mal, aber als Plastik ist es wirklich sehr ungewöhnlich! Ich habe das noch nie gesehen.


    Daß er sein Käppi - Verzeihung! sein Birett - in der Hand hält, kommt schon mal vor. Irgendwo muß es ja untergebracht werden, und bei einer Skulptur sind die Möglichkeiten nicht so groß, wenn man es ihm nicht aufsetzen oder auf den Boden stellen will.


    Auch der Nepomuk in der Hofkirche Günzburg (Bayerisch Schwaben) trägt das Birett in der linken Hand, während der Blick seelenvoll auf dem Kruzifix in seiner Rechten ruht.




    In seinem Heimatmuseum hat Günzburg einen weiteren Nepomuk zu bieten: Ein naives Hinterglasbild. Er kniet auf einem Betschemel vor einem Tisch, auf dem ein Buch und darauf ein nicht allzu palmenähnlicher Wedel liegt. Im Hintergrund ist die Moldau samt Brücke zu sehen; ob da jemand im Wasser schwimmt, ist nicht recht zu erkennen. Hinterglasmalerei läßt keine allzu feinen Details zu. Auffällig ist, daß Johannes Nepomuk hier als "Hl. Johannes" bezeichnet wird, obwohl sich doch sonst die Herkunftsbezeichnung als sein "Name" durchgesetzt hat.


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  • 3 Nepomuk in Haus im Ennstal, Bezirk Liezen, Steiermark.


    Über dem Eingang zur Pfarrkirche befindet sich in einer Mauernische eine Statue des Hl. Nepomuk.




    Am Hochaltar oberhalb des Altarblattes mit dem Bilder Taufszene Christi durch
    Johannes befindet sich ein Bildnis des Hl. Johannes Nepomuk als Wahrer des
    Beichtgeheimnisses.




    Am linken Seitenaltar, dem Kreuzaltar befinden sich links Johann Nepomuk und
    rechts Karl Borromäus, zwei seit der Gegenreformation besonders verehrten Heiligen.




    Liebe Grüße

    Josef

  • Schwebt er da gerade himmelwärts? Auch mal eine neue Variante! :)


    Und mir scheint, in der Bekrönung des Hauptaltars hält er seine von einem Heiligenschein umflorte Zunge in die Höhe! Dieses herliche Motiv war mir ja auch schon mal begegnet, siehe hier. Es ist wirklich traurig, daß die Altäre so hoch und die Details da oben kaum noch deutlich fotografierbar sind. :(

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  • So langsam gehen mir die Nepomuks aus. Ich habe ja nicht jahrelang für Schöner-Reisen.at gesammelt wie ihr. ^^


    Dieser mit seiner besonders üppigen Ausstattung von Heiligenschein-Sternen steht in der Wallfahrtskirche Schießen (Gde. Roggenburg, Kreis Neu-Ulm, Bayerisch Schwaben). Den kompletten Nepomuk habe ich nicht, weil ich immer eher an Porträtfotos interessiert war. Aber unten wäre ja sowieso nur wallendes Goldgewand und allenfalls zwei schwarze Schuhspitzen zu sehen.


  • Du hast doch eine Menge herrliche Nepomuks eingestellt.


    Ja das in Kirchen fotografieren ist sehr oft ein Problem.
    Entweder haben sie in der Mitte der Kirche einen Strick gespannt
    mit der Warnung einer Alarmanlage oder hinten beimEingang ist
    ein Eisengitter.
    Schlimmstenfalls ist die Kirche ganz gesperrt.
    Ist schon schlimm, bezahle eine Menge Mitgliedbeitrag und die sperren
    den Clubraum. :(

    Liebe Grüße

    Josef

  • Ist schon schlimm, bezahle eine Menge Mitgliedbeitrag und die sperren
    den Clubraum.

    Ich weiß schon, warum ich seit vielen, vielen Jahren keinen Mitgliedsbeitrag mehr bezahle. :lol:

  • Statt eines fotografierten Nepomuk stelle ich ausnahmsweise mal ein bißchen Literatur ein:


    „Fast in der ganzen Welt ist es bekannt: In Böhmen steht auf jeder Bruck ein Nepomuk. Auch in unserer Stadt ist das so. Auf der Blaschekbrücke ist er aus altem Holz, auf dem schiefen Steg an der Straße nach Hadruwa ist er aus zu Blech gewalztem Eisen. Deswegen kann man ihn nur von vorne oder hinten anschauen, von der Seite ist er nichts. Es gibt auch einen Nepomuk an der Angel bei Descheniz und einen über dem Mühlbach auf der alten Steinbrücke. Der schönste steht auf der Karwanbrücke, mitten in der Stadt, und er schaut seit hundert und mehr Jahren immer das Karwanwirtshaus an. Die Frauen sagen, er sieht, wieviel Sünder ins Wirtshaus hineingehen. Die Männer sagen, er schaut es an, weil es ihm so gut gefällt und weil er selber hineinginge.”


    Das ist der Anfang des Kinderbuches "Der rote Nepomuk" von Josef Holub.


    Wieso lese ich ein Kinderbuch? Ich habe es vor einiger Zeit gekauft, und das kam so: Ich ging in Bad Waldsee so für mich hin, und nichts zu suchen, das war mein Sinn. Ich hatte gerade in der Kirche einen Nepomuk fotografiert, und als ich nun zufällig an der Krabbelkiste eines Antiquariats stehenblieb und darin ein Buch mit dem Nepomuk im Titel sah, griff ich natürlich zu. Soweit kann's kommen, wenn man sich gerade in einer Nepomuk-Phase befindet. ^^


    Wie es im Buch mit dem Nepomuk weitergeht, ist hier nachzulesen.

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  • Danke für den Verweis auf diesen Auslöser einer Freundschaft. Durch Prügel zum Freund werden.


    Eine wunderbare Geschichte.


    Irgendwie kam mir das bekannt vor. =O


    Als ich 1953 vom Fuße des Wallbergs nach München Schwabing kam, hatte ich solch ein Erlebnis. Ist unter Jungen wohl nicht so selten.
    Man muss sich das mal vorstellen, am Fuße des Wallbergs war mein "Spielplatz", Wiesen , Wald , steile Hänge und die romantische Weißach .
    Und dann nach München Schwabing, wo man von der Hesstr. bis zum Hauptbahnhof ( 2 km )sah, weil alles nieder gebombt war.
    Aber wie Kinder nunmal sind, diese Ruinen waren der perfekte Spielplatz.


    Und da blieb es nicht aus, dass man seinen Platz verteidigen musste. Kurz Hahnenkämpfe. Wer war anerkannt?
    Das musste man sich erst erlernen, bzw. ,sagen wir mal, durch " Gerangel" erkämpfen.


    Dann war Ruhe.


    Danke für den Anstoß in die Kinderzeit.


    lieben Gruß
    Helmut

    Wer nichts weiß, muss alles glauben.
    Marie von Ebner-Eschenbach

  • diese Ruinen waren der perfekte Spielplatz.

    Damit hast du jetzt mich wieder in die Kinderzeit versetzt. Freilich wurden wir täglich dreimal ermahnt: "Und geht nicht in die Ruinen!" Aber die waren nun mal viel interessanter als der Garten am Haus. Am schönsten war ein bombardiertes Haus, in dem eine Anzahl Matratzen lagen. Wir stapelten sie im Keller aufeinander und sprangen durchs Erdgeschoßfenster drauf. (Heute stellt man den Kindern ein Trampolin in den Garten.) Die Jungen machten sich auch an den Blindgängern zu schaffen, die noch herumlagen, aber Mädchen sind ja bekanntlich vernünftiger, artiger oder ängstlicher oder was weiß ich. Wenn so eine Bombe los ging, standen die Opfer danach in der Zeitung. Revierkämpfe gab es bei uns Mädchen auch, aber nicht in Form von Gerangel, sondern eher auf die hinterfotzige Art (hochdeutsch: "Mobbing"). ^^

  • Und um auf den Nepomuk zurückzukommen: Dieser steht in Amberg (Oberpfalz, Bayern). Das ist aber leider auch alles, was ich weiß, denn ich habe meine Fotos früher nicht allzu genau beschriftet. An einem Haus? An einer Kirche? In einer Kirche? In welcher? (Ich werde wohl nochmal nach Amberg fahren müssen.)


  • Nepomuk in Schwanberg, Bezirk Deutschlandsberg, Weststeiermark.


    Einen weiteren Nepomuk habe ich bei der Mariensäule am Hauptplatz von Schwanberg gesehen.
    Die Säule und ihre sieben Statuen sind mit 1717 datiert.




    Liebe Grüße

    Josef

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  • Wer immer dieses Werk schuf, er war offensichtlich ein Symmetrie-Fanatiker. Deswegen muß der Nepomuk genauso dastehen wie sein Pendant auf der andern Seite (nur halt spiegelbildlich), die Hand genauso unmotiviert an den andern Oberarm heben und ein Buch mit sich herumtragen, obwohl er das sonst nie tut, und ein Kreuz hat man ihm nicht gegönnt, weil der andere auch keins hat. X(

  • Hallo Waltraud!


    Danke, Du bist eine super Beobachterin. :thumbsup:


    In einer Beschreibung der Säule steht folgendes:


    Am Ende der Pestzeit ging ein Bürgersohn von Schwanberg namens Johann Seyfried als Kapuzinerbruder Erhard ins Kloster.
    Vier Jahre nach dem Ende der Pest ließ sein Vater dieses Denkmal errichten. Auf dem Steinzaun stehen vorne links der Heilige Johannes Nepomuk,
    rechts vorne der Heilige Antonius, links rückwärts der Heilige Fidelius und rechts hinten der Heilige Florian.
    Auf dem Postament steht an die Säule gebunden der Heilige Sebastian, ruhend die Heilige Rosalia und daneben stehend der Heilige Rochus.
    Alle drei Figuren sind Pestheilige. Geschaffen hat diese fast lebensgroßen Figuren Johann Baptist Stütz aus Aflenzer Sandstein.

    Liebe Grüße

    Josef

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  • Danke, Du bist eine super Beobachterin.

    Zumindest bei Nepomuks. Die habe ich zwar sonst nie besonders beachtet, aber man wächst ja mit den Herausforderungen. \\3


    Rosalia ist mir als Pestheilige erst bekannt, seit ich mich in Foren herumtreibe, in denen Österreicher vertreten sind. Bei uns hat man sich offenbar mit Sebastian und Rochus zufrieden gegeben.

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  • Und wenn man dann noch die Feuerwehr dazu zählt ... das ist dann schon eine ganz stattliche Riege! :thumbup:

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