Lago Maggiore April 2018: Dem Frühling auf der Spur

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      Es war Montag Mittag- die Sonne hatte es noch nicht ganz geschafft die Wolken zu vertreiben.
      Ich machte mich auf den Weg zu meinem ( wie ich ihn für mich getauft habe) Sentiero dei marroni.

      Zuerst führte der die Straße über den Rio di Cannero hinauf zur Kirche San Giorgio.





      Die erste Sankt Georgs Kirche stammte aus dem 13. Jahrhundert und stand etwas unterhalb der heutigen Kirche.
      Eine katastrophale Sturzflut des Rio di Cannero zerstörte im September 1829 die Kirche.
      1841 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen, aber ein Stück oberhalb des alten Standortes.

      Es ist eine prächtige, große Kirche geworden.
      Nach wie vor St Georg geweiht ( in Österreich oder Süddeutschland hätte man vielleicht den Sankt Nepomuk gewählt- aber den kennt man im Piemont nicht)





      Mein Weg führte über diesen hübschen Dorfplatz.
      Ein lokaler Künstler hat an den Häuserwänden Szenen der Dorfgeschichte dargestellt.





      Nach dem Überqueren der Hauptstraße begann der eigentliche Wanderweg.









      Die Häuser an dem steilen Berghang haben eine sehr schöne Lage . Sie verfügen über Wasser, Strom, Gas.
      Aber sie haben oft keine Zufahrt.
      Alles muss über diesen schmalen, steilen Weg hochtransportiert werden
      Mehr darüber hier in diesem Beitrag
      I 1756 Lago Maggiore > Raupenfahrzeug für schwere Transporte



      Je höher ich kam. desto schöner wurde der Ausblick auf Cannero und auf den Lago Maggiore



      Blick hinunter zum Campingplatz , jetzt im April nur halb voll.



      Bänkchen zum Ausruhen





      Nun begann mein eigentlicher "Sentiero dei marroni"

      Die Bäume hatten noch kein Laub und doch wusste ich , dass der Weg durch einen Maronenwald führte.







      Der alte Saumpfad war überall gut befestigt und bequem zu gehen.

      Im Sommer versperrt dichtes Laub bestimmt solche Ausblicke.





      Eine kleine Wegkapelle





      Auch sie steht direkt neben einem Bach, der Muttergottes geweiht - Nepomuk wäre auch eine Option gewesen.



      Der Weg war sehr abwechslungsreich



      und führte mich nach rund 1 1/2 Stunden ( im Wanderführer steht 1 Stunde)
      ins kleine Dorf Donego mit der Kirche Johannes der Täufer aus dem 16. Jahrhundert.





      Das Dorf ist noch bewohnt.



      Sicher ist es mühsam, die Häuser und Wohnungen über solche Treppen zu erreichen.







      Es gab keine Bar, kein Restaurant in Donego.
      Und so machte ich mich auf den Rückweg.



      Ein blühender Lorbeerbaum



      Eine Teufelskralle am Wegrand



      Die Sonne war in der Zwischenzeit herausgekommen, aber schon standen dicke Gewitterwolken am Himmel.





      Ich beeilte mich , hinunter nach Cannero zu kommen.

      Diese kleine Kirche in Cassino musste ich noch ansehen.





      Was für eine phantasievolle Deckenbemalung der kleinen Dorfkirche !



      Bergab war der alte Weg ebenso gut wie bergauf.
      Eine sicher schon sehr alte Treppe



      Bis Cannero waren es nur noch wenige hundert Meter.

      Ich freute mich auf ein Gelato in der Gelateria, an der ich vorbeikam



      ABER: Montag Ruhetag.
      Na ja... ich hätte dran denken können . In Italien ist das so.

      Meine Freude über diesen schönen Spaziergang am Morgen und diese Wanderung am Nachmittag schmälerte das keineswegs.

      Elke
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      Liebe Elke!

      Ich bedanke mich auch für diesen wunderbaren Spaziergang. Bei deinen Bildfolgen und der Perspektive ist es für mich immer ein Stück des Mitgehens, des Miterlebens. Der Blick in die Ferne, auf den Boden, zu den Pflanzen und Details macht deine Beschreibungen unglaublich lebendig.

      Ich hatte jetzt auch in Istrien diese blühenden Lorbeerbäume gesehen, die vermitteln genau das Frühlingsgefühl des Südens.



      Lorbeerbaum in Motovun

      Liebe Grüße

      Johannes

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