Novemberausflug ins Altmühltal

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    • Novemberausflug ins Altmühltal

      Vor kurzem haben wir einen Ausflug ins Altmühltal unternommen. Hauptziel war Denkendorf an der Autobahn A9 wo der Kauf von geräucherten Bratwürsten bei einem lokalen Metzger auf der Agenda stand.

      Mancher wird fragen was denn geräucherte Bratwürste sind? Wie man die herstellt ist mir nicht bekannt. Wie sie schmecken und zubereitet werden hingegen schon. Es handelt sich bei den Würsten um eine fränkische Spezialität. Nun wird wiederum mancher fragen, wieso wir nach Denkendorf, das bekanntlich im Landkreis Eichstätt und damit in Oberbayern liegt fahren, um fränkische Bratwürste zu kaufen. Das ist wiederum ganz einfach zu erklären. Der Landkreis Eichstätt gehörte bis zur Gebietsreform in Bayern von 45 Jahren zum Regierungsbezirk Mittelfranken. Somit spricht man auch heute noch dort fränkischen Dialekt und ist kulturell von dieser Region geprägt.

      Nachdem wir also die zwei Kilogramm Bratwürste im Auto verstaut hatten, ging es runter ins Altmühltal nach Kipfenberg, dann etwas flußabwärts nach Grösdorf.







      Hier wird erklärt, was es mit dieser Karstquelle auf sich hat.

      naturpark-altmuehltal.de/poi/karstquelle_gruener_topf-2235/

      Nachdem in Denkendorf alle Gaststätten geschlossen hatten, versuchten wir unser Glück in Kipfenberg. Auch dort das selbe Spiel. Novemberruhe. Wie gut, daß ein neu eröffneter Döner-Laden geöffnet hatte. So ging es frisch gestärkt erst mal durch den Ort.









      Erst Mitte des 19. Jahrhunderts besannen sich intellektuelle Kreise in Bayern auf das römische Erbe. Schließlich verlief quer durchs Land der Limes, eine römische Grenzbefestigung von der Donau bis zum Rhein.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Limes_(Grenzwall)

      Achtung: Wikipedia hat hier einen fundierten sehr ausführlichen Artikel über den Limes für Geschichtsinteressierte!

      Nach diesem Ausflug in die Geschichte ging es hinauf auf den Hügel oberhalb der Burg Kipfenberg. Dort befindet sich der Mittelpunkt Bayerns.









      Nachdem wir nun endlich wissen, wo dieser liegt, fahren wir ein Stück den Hang hinunter bis zur Burg Kipfenberg. In einem Anbau dieses heute privat genutzten Gemäuers ist das Römer- und Bajuwarenmuseum untergebracht. Wie nicht anders zu erwarten ist es im November geschlossen.

      "Der Schwerpunkt des Museums liegt auf der Darstellung der Römerzeit in der Provinz Raetia, Aufbau und Fall des Limes, der Völkerwanderungszeit und der Zeit der ersten Bajuwaren in der Region Altmühltal. Das Museum wird vom Verein der Freunde und Förderer des Römer und Bajuwaren Museums Burg Kipfenberg e. V. getragen und ist ein Partnermuseum der Archäologischen Staatssammlung in München.

      Anlass für den Aufbau des Museums war die Entdeckung eines aufsehenerregenden germanischen Kriegergrabes mit einer reichhaltigen Beigabenausstattung in Kemathen, einem Ortsteil von Kipfenberg im Jahr 1990. Der Krieger von Kemathen war ein germanischer Söldner im Dienste der römischen Armee, der in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts lebte. Dieser Fundkomplex und weitere Funde der Region werden zusammen mit rekonstruierten Objekten präsentiert. Programme zur Museumspädagogik, Sonderausstellungen, Museumsfeste und Programme für Erwachsene ergänzen die Ausstellung." (aus Wikipedia)

      Auch wenn wir nicht in den Alpen sind, sollte die sehr schmale und steile Straße hinauf zur Burg nur von erfahrenen Pkw-Lenkern befahren werden. Kam uns doch tatsächlich ein Pkw entgegen. Da war Rangieren angesagt.









      Anschließend wurde es Zeit, die Kalorien des Döner-Tellers zumindest etwas abzubauen. Was lag da näher als etwa einen Kilometer entfernt auf einen kleinen Aussichtsberg zu gehen.







      Von wegen schwer begehbar. Geländer sind vorhanden. Es geht halt steil nach oben. Wenn wie heute das Laub auf dem Boden trocken ist, braucht man halt etwas Kondition, aber der Weg ist machbar.



      Die Grundmauern einer Burg sind noch vorhanden. Diese diente über lange Zeit als Schutz für die Bevölkerung vor den Hunnen, die vor gut eintausend Jahren immer wieder Süddeutschland überfielen. Bekanntlich setzte diesem räuberischen Treiben die siegreiche Schlacht auf dem Lechfeld, also gleich bei mir ums Eck ein Ende.

      de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_auf_dem_Lechfeld





      Auf dem gegenüberliegenden Hügel des Seitentals befindet sich der Mittelpunkt Bayerns.



      Auch Burg Kipfenberg ist dort drüben.



      Auf dem selben Pfad geht es wieder zurück zum Parkplatz.





      Ende von Teil 1...

      Dieser Beitrag wurde bereits 20 mal editiert, zuletzt von claus-juergen ()

    • Weiter geht es mit Teil 2

      Immer am Talgrund entlang fahren wir flußaufwärts bis Arnsberg. Oberhalb des kleinen Ortes thront weithin sichtbar Schloß Arnsberg.

      naturpark-altmuehltal.de/sehenswertes/schloss_arnsberg-1777/





      Das Schloß selbst ist ein Hotel welches im November geschlossen hat - das war ja fast klar. :)





      Jedenfalls hat man vom Schloßhof aus und auch von der benachbarten Ruine aus einen schönen Blick ins Altmühltal











      Noch weiter flußaufwärts befindet sich Pfünz. Oberhalb hat man einen Teil des alten Römischen Kastells Vetoniana wieder aufgebaut.









      Und dann gibt es noch eine alte Brücke über die Altmühl hier in Pfünz.





      An diesem Tag haben wir nur einen Teil des Altmühltals erkundet. Ich war schon mit dem Radl da und auch mit meiner Suzi. Selbst mit dem Boot bin ich schon die Altmühl flußabwärts gepaddelt.

      Eine Kanufahrt auf der Altmühl

      Das Altmühltal ist meiner Einschätzung nach immer wieder mal einen Ausflug wert. Vielleicht wird es doch noch mal was mit einer mehrtägigen Wanderung entlang des Limes oder einer Bootsfahrt auf dem Fluß bis zur Mündung in die Donau...

      jürgen

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von claus-juergen ()

    • Auch wenn Ihr in OBB wart.... rein gefühlsmäßig ist das Altmühltal Franken und in Franken isst man hervorragend.
      Schade, dass bei Eurem Ausflug überall geschlossen war... keine Brauereigaststätte o.ä., wo man in Franken so köstliche Schweinebraten mit knuspriger Kruste , Schäufele u.v.m. genießen kann.
      Eure Dönermahlzeit war ein schlechter "Ersatz"
      Aber wenigstens 2kg Bratwürste konntet Ihr einkaufen. ^^
      Ist das Euer Traditions- Heilig- Abend- Essen?

      Euer Ausflug hat sich jedoch nicht nur deshalb gelohnt.
      Bei schönstem Spätherbstwetter konntet Ihr einen kleinen Abschnitt des Altmühltals erkunden.

      Und Deine schönen Bilder mit den Herbstfarben sind der Beweis:

      claus-juergen schrieb:

      Das Altmühltal ist meiner Einschätzung nach immer wieder mal einen Ausflug wert.
      Liebe Grüße,
      Elke
    • ELMA schrieb:

      ...

      Schade, dass bei Eurem Ausflug überall geschlossen war... keine Brauereigaststätte o.ä., wo man in Franken so köstliche Schweinebraten mit knuspriger Kruste , Schäufele u.v.m. genießen kann.
      Eure Dönermahlzeit war ein schlechter "Ersatz"
      Aber wenigstens 2kg Bratwürste konntet Ihr einkaufen. ^^
      Ist das Euer Traditions- Heilig- Abend- Essen?...
      hallo Elke,

      es war tatsächlich überall jede Kneipe geschlossen. Nicht mal ein Grieche oder Pizzabäcker hatten offen. Allerdings kenne ich das auch von einigen Ausflugslokalen im Allgäu und Außerfern. November ist traditionell eine Saure-Gurken-Zeit und deshalb ein paar Wochen geschlossen. Kurz vor Weihnachten ist dann wieder geöffnet. So waren wir froh, wenigstens im Döner-Imbiß einkehren zu können.

      Ein tradionelles Heilig-Abend-Essen gibt es bei uns nicht. Meistens was recht einfaches oder etwas, was schnell geht.

      Die geräucherten Bratwürste kenne ich von der aus der benachbarten Oberpfalz stammenden Schwiegermutter. Diese Spezialität gibt es halt auch nur in der Gegend. Da bietet es sich trotz Internetversand an, den Einkauf an einem so schönen Novembertag mit einem Ausflug zu verbinden.

      grüsse

      jürgen
    • Ein schöner Reisebericht aus der Nähe meiner alten Heimat Parsberg/Oberpfalz, wo ich von 3 bis 13 gelebt hab - danke !! Bei Denkendorf haben wir, von unserem "Sommersitz" Pöcking/Oberbayern kommend, immer die Autobahn Richtung Parsberg verlassen (die von Nürnberg nach Regensburg gab's noch nicht).
      Der Landkreis Eichstätt gehörte bis zur Gebietsreform in Bayern von 45 Jahren zum Regierungsbezirk Mittelfranken.
      Deshalb glaube ich mich auch zu erinnern, dass die Autos dort das Kennzeichen BEI für Belngries (Oberpfalz) trugen, nicht EIH (das alte Eichstätter Kreiskennzeichen). Leider finde ich bei Google keinen eindeutigen Hinweis für die Kreiszugehörigkeit von Denkendorf vor 1974. Aber ich meine, es gehörte zur Oberpfalz.
      Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an (Kurt Tucholsky)

    • Grizzly schrieb:

      ...

      Der Landkreis Eichstätt gehörte bis zur Gebietsreform in Bayern von 45 Jahren zum Regierungsbezirk Mittelfranken.
      Deshalb glaube ich mich auch zu erinnern, dass die Autos dort das Kennzeichen BEI für Belngries (Oberpfalz) trugen, nicht EIH (das alte Eichstätter Kreiskennzeichen). Leider finde ich bei Google keinen eindeutigen Hinweis für die Kreiszugehörigkeit von Denkendorf vor 1974. Aber ich meine, es gehörte zur Oberpfalz.
      hallo Grizzly,

      laut Wikipedia war Denkendorf auch vor der Gebietsreform im Landkreis Eichstätt. Die Stadt selbst war kreisfrei.

      de.wikipedia.org/wiki/Landkrei…der_Gebietsreform_1971/78

      Wenn man jedoch mit "Eingeborenen" spricht, merkt man schon den Oberpfälzer Einschlag. Der middelfränggische Dialekt klingt ganz anders.

      Tatsächlich hat die damalige Gebietsreform in Bayern jahrhundertealte Grenzen verschoben. Als beispielsweise in meiner Heimat der neue Landkreis Ostallgäu mit der Kreisstadt Marktoberdorf aus den drei Altlandkreisen Füssen, Kaufbeuren und Marktoberdorf gebildet wurde, wäre dieser Landkreis von der damaligen Einwohnerzahl zu groß geworden. So hat man beispielsweise Ingenried nach Oberbayern zum neuen Landkreis Weilheim Schongau geschoben und die Fuchstalgemeinden Leeder, Denklingen, Ellighofen, Ober- und Unterdiessen und Asch zum neuen Landkreis Landsberg. Der bekam dann noch Geltendorf aus dem Altlandkreis Fürstenfeldbruck dazu um eine wirtschaftliche Größe zu erhalten.

      Das immer schon schwäbische Neuburg an der Donau wurde mit dem oberbayerischen Schrobenhausen zu einem neuen Landkreis vereinigt und das oberbayerische Aichach mit dem schwäbischen Frieberg ebenso.

      Im übrigen wäre aufgrund der extrem gestiegenen Einwohnerzahlen in Bayern nach nun einem halben Jahrhundert zumindest in Teilbereichen wieder eine Gebietsreform fällig. Nur haben die verantwortlichen Politiker glaublich derzeit andere Sorgen. ;)

      grüsse

      jürgen
    • Danke, lieber Jürgen,
      dann lag ich verkehrt. Diesen Teil der Wikipedia-Seite hatte ich nicht gefunden. Als ich das letzte Mal diese Strecke gefahren bin bzw wurde, war ich 12, es ist also schon eine Weile her.
      Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an (Kurt Tucholsky)

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