Die Ewige Stadt - zweiter Anlauf

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    • Die Ewige Stadt - zweiter Anlauf

      Die Papstreise war eindrucksvoll, aber viel Zeit mir diese schöne Stadt anzuschauen hatte ich nicht. Deshalb hab ich mir vorgenommen, hier nochmal herzukommen, allein und mit Zeit, und möglichst nicht in der Touristen-Hochsaison. Letzteres ist jetzt relativ, selbst Ende januar.


      Fliegen vermeide ich nach Möglichkeit, was bei 1700 km Anfahrt schon eine logistische Herausfordeung ist. Die nette Reisezentrum-Angestellte im Hamburger Hauptbahnhof fand für die Hinfahrt, unter Berücksichtigung von Bahncard 50 und diversen Rabatten, eine Verbindung für verträgliche 125 €, die Rückfahrt sollte allerdings 230 € kosten, und sie empfahl mir, mein Glück lieber in Rom zu versuchen - da wartete allerdings eine Überraschung auf mich.


      Rosenheim liegt auf halber Strecke, da machte ich erstmal Pause, aß mit meiner Nichte zu Abend und schaute mir am Sonntag die verschneite Stadt an (davon später). Ein Treff mit Elke scheiterte an der angesichts -12°C streikenden Autobatterie - schade !
      Am Montag ab 10:14 saß ich im Eurocity München-Bologna.











      Mittlerweile sind wir in Kufstein



      ... und bald unter der Inntalbrücke.






      Die italienische Grenze fällt nur durch den Lokwechsel auf, und dass die Bilder nix geworden sind,

      um 16:20 Uhr sind wir pünktlich (!) in Bologna.


      Dafür hat der aus Venedig kommende Anschlusszug 20 Minuten Verspätung.



      Stelltafeln mit Wagenstandsanzeigern sucht man in Bologna (oder Rom) vergeblich,

      dafür leuchtet etwa 5 Minuten vor Zugankunft eine Anzeige auf, wo welcher Wagen zu finden ist.
      Gut wenn man's weiss - aber darauf muss man erstmal kommen ! Eine Anzeige weist zwar darauf hin, aber dieser Text wechselt sich so kurz hintereinander mit einem Reklametext ab, dass man mit Italienisch auf A2-Niveau seine Probleme hat, auf die Schnelle aus dieser Ankündigung schlau zu werden.


      Der Zug kommt


      und ich bin drin.


      Bei der Ankunft in Rom isses stockfinster und es regnet, ich kaufe mir ein Wochenticket für ATAC, den römischen Stadtverkehr (24 €, werde übrigens die ganze Woche kein einziges Mal kontrolliert) und bemühe mich, einen Bus Nummer 40 oder 64 zum Largo Argentina zu finden, wie mir der nette Hotelier gemailt hat. Frage mich zum Hotel Arenula durch und falle auf mein Bett.


      Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an (Kurt Tucholsky)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Grizzly ()

    • Fürs erste schon mal sensationell, lieber Grizzly,

      dass du pünktlich in Bologna angekommen bist. Wer, wie ich allein schon den Lokwechsel am Brenner oben kennt, der wundert sich.

      Musste z.B. damals bei der Alpenüberquerung per Rad mit über 30 kg, Pedelec und Gepäck, da oben im Sommer aussteigen, um in Matrei den Zug nach Innsbruck zu bekommen. Leider gibt es am Brenner keinen Aufzug.

      Immerhin, auf Grund der Zuganzeigen in Bologna konntest du dich schon frühzeitig auf italienischen Lebensstil eingewohnen, lach.

      Bin neugierig , was da noch kommt.

      Übrigens, in Rom hatten sie auch schon 1988 bei meinem Besuch Tageskarten! für alle öffentlichen Verkehrsbetriebe. Da sind die fix.

      Lieben Gruß
      Helmut
      Wer nichts weiß, muss alles glauben.
      Marie von Ebner-Eschenbach
    • Das ist wieder einmal ein Reisebericht mit besonderen Perspektiven!!

      Ja, leider hat es an dem Sonntag in Rosenheim nicht geklappt - mein Auto stand über Nacht im Freien und minus 18 Grad waren das "Aus " für die Batterie. Ich habe noch nie so gemerkt, wie abhängig ich hier auf dem Dorf sonntags von meinem Auto bin .
      Ich hoffe Du konntest bei (eiskaltem) Traumwetter etwas von der Stadt sehen. In Rom wurdest Du mit Regen empfangen!


      Grizzly schrieb:

      ich kaufe mir ein Wochenticket für ATAC, den römischen Stadtverkehr (24 €,
      Das ist ein sehr guter Preis!
      Da könnte sich Hamburg ein Beispiel nehmen !
      ( Hamburg Card 5 Tage für eine Einzelperson : 41,50 €)

      Ich bin auf Deine Romerlebnisse gespannt!

      Viele Grüße,
      Elke

      In der Enge unseres heimatlichen Gartens kann es mehr Verborgenes geben als hinter der Chinesischen Mauer.

      Antoine de Saint-Exupéry
      (Wind, Sand und Sterne)
    • @ Elke:
      Das Wetter in Rosenheim war, bis auf die Minustemperaturen, super, und es kommen auch noch ein paar Bilder.

      Jetzt aber weiter in Rom:

      24.1.
      Die ominöse Postkarte (siehe schoener-reisen.at/index.php?t…nicht-so-wie-es-aussieht/) ist eben eingeworfen.

      Der Romtourist ameist vor sich hin und übt sich im Schlangestehen

      um nach überstandener Leibesvisitation 20 € oder mehr loszuwerden

      Eigentlich hatte ich nicht vor, den Nachmittag auf dem Petersplatz zu verbringen -
      doch es naht Rettung in Gestalt von Laura.
      Ihr Agent führt mich zu einem Büro, in dem ich eine dreistündige Führung durch die Vatikanischen Museen plus Sixtinische Kapelle bekomme, ohne Schlange, mit anschliessendem Petersdombesuch (ohne Führung, aber auch ohne erneute Sicherheitskontrolle), in einer kleinen englischsprachigen Gruppe, für 50€.
      Naja, so oft komm ich nicht her, und vor allem muss ich keine drei Stunden Schlange stehen.









      Links der Sarkophag von Kaiser Konstantin,


      rechts von seiner Mutter Helena -

      vielleicht isses auch umgekehrt, aber sie werden nicht rauskommen und mich verhauen.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Grizzly ()



    • Die barocke Pracht erschlägt einen fast, die mit einem herumwuselnden Touristenmassen tun ein übriges und ich habe die Wahl der Wahl, Lauras über Kopfhörer gegebenen Erklärungen zu lauschen und selber zu gucken, beides zusammen ist schwierig und dann noch zu photographieren fast unmöglich.









      Die Diana von Ephesus
      kennt man wenigstens aus der biblischen Geschichte.









      Dann kommen wir zum Höhepunkt der Prachtentfaltung, der Sixtinischen Kapelle. Dort darf man nicht photographieren (sonst fliegt man sofort raus) was den überstrapazierten Sinnen vielleicht ganz gut tut. Wesahlb ich Euch nur einen virtueller Rundgang aus dem Netz bieten kann: museivaticani.va/content/musei…istina/tour-virtuale.html
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    • Grizzly schrieb:

      beides zusammen ist schwierig und dann noch zu photographieren fast unmöglich.
      Das hast aber trotzdem sehr gut hinbekommen, lieber Grizzly.

      Unglaublich alles, war ja selbst dort , auch in der Sixtinischen Kapelle, welcher Prunk ( diente wohl auch der Machtentfaltung) ,

      die reine Lehre hätte es vermutlich nicht getan, um den Zulauf und Fortbestand fortzusetzen.

      lieben Gruß
      Helmut
      Wer nichts weiß, muss alles glauben.
      Marie von Ebner-Eschenbach
    • @ Helmut:
      die reine Lehre hätte es vermutlich nicht getan, um den Zulauf und Fortbestand fortzusetzen.
      Schwer zu sagen. Es wurde nicht versucht, jedenfalls nicht erfolgreich - und denen die es versuchten, wie Luther oder Giordano Bruno, bekam es nicht gut.


      Zurück in die Sixtinische Kapelle:
      Wie in diesem bilderüberfrachteten und von Mobiliar im Normalzustand weitestgehend freigehaltenen Saal der Sixtinischen Kapelle die Papstwahl von statten geht, kann man sich als Normaltourist kaum vorstellen. Auch der Ofen, in dem die gebrauchten Stimmzettel bei erfolgloser Wahl mit nassem Stroh verbrannt werden (Folge: Schwarzer Rauch) und bei erfolgter Wahl mit trockenem (d.h. weisser Rauch) ist jetzt weg. Da wo er stünde, ist eine kleine Pforte, durch die uns Führerin Laura in den Petersdom entlässt.


      Nach einer kleinen Runde an der Heiligen Pforte vorbei, durch die ich im Herbst noch durchgegangen bin
      und die jetzt zugemauert ist


      So sähe sie jetzt von aussen aus


      zieht es mich zur Kuppel. Eintritt 6€ 500 Stufen und 8€ 350 d.h. mit Aufzug. Ich bin faul und ein "elterer Besucher".



      Ein Blick ins Dominnere durch engmaschiges Drahtgitter



      und nach oben in die Kuppel,



      dann geht's aufs Dach,






      und von dortaus nach oben.
      Die paar Stufen noch,


      immer enger, zum Teil muss man in Schräglage laufen. Zum Glück gibt es Ausweich- und Verschnaufnischen.





      Später, bei Abwärtslaufen, kann man die Enge für den Gebrauch der Ellbogenbremse nutzen.
      Aber so weit sind wir noch nicht.


      Jetzt sind wir erstmal oben - uff !


      Einmal Rundblick - der Petersplatz



      Allein ist man nicht da oben.



      Die Vatikanischen Gärten




      Der Bau mit der langen Antenne ist Radio Vatikan.





      Der Bahnhof, auch wenn nur selten ein Zug fährt.



      Die Audienzhalle - kaum vorstellbar, dass wir da mit 4000 Leuten drin waren



      und noch jede Menge Platz gewesen wäre.




      (11.11.2016)


      Das Vittoriano, die nationale Gedenkstätte (später mehr, direkt von dort).



      Wieder unten, wenn gleich noch nicht ganz, aber der Rest geht mit dem Aufzug.








      Jetzt erstmal ein Bier zum Wohle des Hausherrn - salute !





      Die Erde hat uns wieder.






      Und dort geht's morgen hin.
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    • Du reizt mich, meine alten Bilder von vor 14 Jahren (LIDL-einfach-Digitalkamera) herauszukramen und in Erinnerungen zu schwelgen. Mit der Führung hast du es richtig gemacht, wir standen seinerzeit 2 Stunden in der Schlange, um ins Museum zu kommen. Der Besuch des Petersdoms war m. W. kostenlos (hat mich aber mein Taschenmesser gekostet), lediglich der Aufstieg zur Kuppel musste bezahlt werden.




      Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!

      Herzlichen Dank,
      Klaus
      Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das Leben will.
      (Albert Schweitzer)
    • Als Individualist wie Du, Grizzly, in Rom... aber anscheinend geht es doch nicht , ohne sich einer Gruppe anzuschließen.

      Und wenn man einen persönlichen Guide wie die Laura hat, die einem hilft , etliche Stunden in einer Warteschlange zu vermeiden - so hat man doch riesiges Glück .
      Der Besuch der vatikanischen Museen plus Sixtinischer Kapelle und des Petersdoms scheint für Rom ein absolutes MUSS zu sein -
      wenigstens ein Mal im Leben ... oder??

      Liebe Grüße,
      Elke
      In der Enge unseres heimatlichen Gartens kann es mehr Verborgenes geben als hinter der Chinesischen Mauer.

      Antoine de Saint-Exupéry
      (Wind, Sand und Sterne)
    • ELMA schrieb:

      Und wenn man einen persönlichen Guide wie die Laura hat, die einem hilft , etliche Stunden in einer Warteschlange zu vermeiden - so hat man doch riesiges Glück .
      ... oder, wie ich im November 45 Minuten vor Busabfahrt, einen Experten wie Pater Karl, der mit mir in wehendem Gewand in einem Schnelldurchlauf die Highlights von St. Peter zeigt.

      (zweiter von links)
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    • 25.1.2017
      Die Engelsburg wurde ursprünglich im Auftrag vom Hadrian (römischer Kaiser 117-138 n.Chr.) als dessen Mausoleum gebaut, bei seinem Tod war sie noch nicht fertig. Er und diverse Nachfolger fanden darin Platz. Später hat man diesen Massivbau in die Stadtbefestiguing integriert. Engelsburg heisst sie seit einer Vision des Papstes Gregor I. 590, der über dem Bauwerk den Erzengel Michael sah, wie er das Schwert, das den göttlichen Zorn symbolisierte, wieder einsteckte, d.h. Gottes Zorn und damit die aktuell wütende Pestepidemie seien vorbei, verkündete der Papst. Und zufällig lag er richtig - wer weiss, was sonst aus ihm und dem Bauwerk geworden wäre.


      Spätestens seit der ersten Jahrtausendwende diente die Engelsburg den Päpsten als Fluchtburg; sie liessen eine Mauer vom Vatikan bis dorthin bauen, um sich darüber im Fall von Kriegszeiten dorthin flüchten zu können. Einige Umbauten danach dienten dazu, repräsentable Räume für die hohen Herrschaften zu schaffen, andere, wie der Bau von Rampen, die Versorgung zu verbessern. Denn man brauchte ja genug Vorräte, um die hohen Herrschaften und ihre Entourage bei Laune zu halten, bis draussen das ärgste Malheur vorbei war.


      Nach der Niederlage des Papstes und seiner französischen Schutzmacht 1870, mit der Folge der Eroberung ganz Roms durch italienische Truppen diente die Engelsburg erst als Gefängnis und später als Museum. Man sollte sich für die Besichtigung ruhig einen Vor- oder Nachmittag Zeit nehmen.



      So eine Kugel möchte ich nicht an den Kopf kriegen.



      Schon von der 1. Etage aus hat man einen prachtvollen Überblick ...









      ... und interessante Einblicke.




      Wer hier wohl seine Wäsche aufhängt ?


      Kleine Werkstätten



      und prachtvoll ausgestattete Räume wechseln sich ab.















      Jetzt sind wir oben. Erzengel Michael wacht mit gezücktem Schwert über uns.



      Rechts das Vittoriano, da komm ich heut Abend noch hin -



      aber was soll die fliegende Untertasse in der Mitte darstellen ?
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    • Grizzly schrieb:

      Spätestens seit der ersten Jahrtausendwende diente die Engelsburg den Päpsten als Fluchtburg; sie liessen eine Mauer vom Vatikan bis dorthin bauen, um sich darüber im Fall von Kriegszeiten dorthin flüchten zu können.
      Irgendwie täuscht der Name für dieses mächtige Bauwerk:
      Engelsburg.
      Mausoleum, befestigte Fluchtburg mit Kanonen , Gefängnis , Museum.

      Die von Dir erwähnte Mauer erinnerte mich spontan an Dan Brows Roman Illuminati, in dem ein geheimer Gang von der Engelsburg zum Vatikan eine Rolle spielt.
      Hast Du ihn nicht gesehen ? Würde durchaus zu dem Bauwerk passen, ist aber vielleicht doch die Erfindung des Schriftstellers.

      Viele Grüße,
      Elke
      In der Enge unseres heimatlichen Gartens kann es mehr Verborgenes geben als hinter der Chinesischen Mauer.

      Antoine de Saint-Exupéry
      (Wind, Sand und Sterne)
    • @'waldi:
      Die fliegende Untertasse ist die Kuppel des Pantheon. Mir fiel das nur nicht auf, als ich auf dem Aussichtsplatz der Engelsburg stand, weil ich schon etwas "alle" war, sondern erst daheim beim Bildbearbeiten. Die Bilder hier sind vom November - als ich jetzt nochmal reinwollte, wartete eine lange Schlange, und es gab Sicherheitskontrollen, während wir im November einfach reinlatschen konnten.






      Bewachtes Grabmal des ersten italienischen Königs Vittorio Emanuele II. im Pantheon

      @ Elke:
      Mir ist nur der "Passetto di Borgo" bekannt, das ist der Fluchtgang der Päpste innerhalb der beschriebenen Mauer.
      Mehr dazu:

      oder hier:
      spiegel.de/reise/aktuell/gehei…-der-paepste-a-51456.html

      Kann natürlich sein, dass es in dem Schweizer Käse, den der römische Untergrund darstellt, auch noch einen unterirdischen Gang gibt.
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    • Das Vittoriano


      Über der Piazza Venezia thront ein Bau, den man auf den ersten Blick der Antike zuordnet, wie das Collosseum oder das Forum Romanum. Ist er aber nicht, sondern zwischen 1885 und 1927 fertiggestellt. Es ist das italienische Nationaldenkmal, am ehesten unserem Brandenburger Tor vergleichbar. Während aber letzteres nachträglich zum - inoffiziellen - Nationaldenkmal befördert wurde, war das Vittoriano von vorn herein als solches geplant. Benannt ist es nach dem ersten italienischen König Viktor Emanuel, verwirrenderweise dem Zweiten - der Erste war sein Großonkel, allerdings nur König von Sardinien, ein äusserst unbeliebter obendrein, der 1821 zugunsten seines Neffen Karl Albert, dem Vater von Viktor Emanuel II., abdanken musste.


      Wer mehr über diese Familie wissen will, bitte sehr:
      de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Emanuel_I.
      de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Emanuel_II.



      Der erste König war also tot (1878), er soll ein Denkmal kriegen und die ganze eben vereinigte italienische Nation mit ihm. Was vorher auf diesem Hügel war bzw. was dafür platt gemacht wurde, ist mir nicht klar - bei Wikipedia etc. liest man nur, was auf dem Kapitolshügel sonst noch steht.








      Der Eingang ist an einem Metallzaun an der Piazza Venezia. Mehrere in Zivil gekleidete Kontrolleur/innen schauen einem prüfend ins Gesicht und klären den Besucher auf, was man hier nicht darf: "Non si mangia, non si fuma, non si siede a gli scalini", nicht essen, nicht rauchen, nicht auf den Stufen sitzen, immer der gleiche Spruch.


      Tag und Nacht bewacht ist das Denkmal des Unbekannten Soldaten. Man darf auch abends noch rein, allein das Museum hat eh zu, das Panorama schau ich mir lieber tagsüber an.


      Ein Tag später.
      Bis ich die - kurze - Warteschlange passiert hab, kann ich den Spruch auswendig: "Non si mangia, non si fuma, non si siede a gli scalini". Im Sommer achten sie wahrscheinlich auch auf geziemende Kleidung, aktuell ist das bei Temperaturen unter 10°C, sobald die Sonne weg ist, kein Problem.












      Nach dem Sturz Mussolinis und dem Frontwechsel Italiens September 1943 wurden 650.000 italienische Soldaten von den Nazitruppen gefangen genommen und nach Deutschland, oft in Konzentrationslager, verschleppt.
      60.000 kehrten nicht zurück.



      Nach dem Museum des Risorgimento, der italienischen Einigungskriege, zieht es mich auf die Panoramaplattform. Das Museum und die Plattform kostet Eintritt, das Vittoriano als solches nicht.
      Für den Aufzug zahlt man 2€ mehr.


      Die Quadriga gibt's hier doppelt.



      Auf der Piazza Venezia brummt der Verkehr.



      Das Forum Romanum und das Collosseum, da komm ich grad her (Bilder später),



      das gleiche nochmal mit Vogelbegleitung.



      Und noch so ein Viech,



      wenigstens hat er mir den Blick auf den Vatikan freigehalten. Grazie mille !
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    • Bis zu diesem schönen weißen Denkmal hat uns unsere Rom-Besichtigung zu Fuß auch geführt.



      Wir werden in diesem Jahr wieder mal dort sein und dann möchte ich auch diese schöne Aussicht genießen, die Du uns von hier oben vorgestellt hast, @Grizzly.

      Danke für Deinen interessanten Rom-Bericht. Rom ist einfach überwältigend. :thumbup:
      El mundo es un libro, y quienes no viajan leen sólo una página.(Aurelio Agustín)
      Gruß Jofina
    • Bedrückend, diese Informationstafel über das Schicksal der 650 000 (!) italienischen Soldaten.

      Grizzly schrieb:

      non si siede a gli scalini
      Nicht rauchen, nicht essen, verstehe ich,
      aber das?
      Gibt es wenigstens Bänke und Stühle zum Rasten?

      Es gibt so viel zu schauen und zu lesen -




      Aber für die tolle Aussicht von der Plattform würde ich das auch auf mich nehmen.

      Viele Grüße,
      Elke
      In der Enge unseres heimatlichen Gartens kann es mehr Verborgenes geben als hinter der Chinesischen Mauer.

      Antoine de Saint-Exupéry
      (Wind, Sand und Sterne)
    • Das Collosseum

      Was wäre Rom ohne seine antiken Ruinen ? Viele haben selbst den jahrhundertelangen Missbrauch als Steinbruch überstanden. Wobei man heut nicht mehr weiss, war es das, oder der natürliche Verfall, oder Kriegseinwirkungen ? Das Colloseum jedenfalls ist auch als Ruine noch ein prachtvoller Bau.

      Der Bau des heutigen Collosseum wurde 72 n.Chr. unter Kaiser Vespasian begonnen und innerhalb acht Jahren fertig gestellt, d.h. schneller als der Berliner Flughafen. Seit 532 wurde es nicht mehr als Theater benutzt und diente als Wohnquartier bzw. wie schon erwähnt als Steinbruch, bis 1744. Damals erliess Papst Benedikt XIV. ein Edikt, wonach er das Kolosseum zur geweihten Märtyrer-Stätte erklärte, einen Kreuzweg mit Kapellen darin einrichtete und durch Edikt von 1744 den Erhalt des Kolosseums anordnete. Hintergrund war die heute umstrittene Annahme, dass im Kolosseum zahllose Christen für ihren Glauben gestorben seien. Seit 1964 findet im Kolosseum an jedem Karfreitagabend ein Kreuzweg mit dem Papst statt.
      Im Kolosseum konnten nach heutigen Berechnungen ca. 50.000 Zuschauer Platz finden. Das podium, die erste Reihe der Sitzplätze, war den römischen Senatoren vorbehalten. Auch die kaiserliche Loge (pulvinar) befand sich hier. Spezielle Plätze gab es auch für die Vestalinnen, die traditionsgemäß öffentlichen Schauspielen beiwohnten. Darüber lag das Maenianum primum, das dem Stand der Equites vorbehalten war. Die darüber befindlichen Reihen maenianum secundum waren in drei Sektoren unterteilt. Der unterste Sektor (imum) diente den wohlhabenden Bürgern, während der oberste Sektor (summum) den ärmsten Bewohnern Roms vorbehalten war. Schlechter waren nur noch die Frauen der untersten Schichten untergebracht. Für sie gab es Stehplätze auf einer Holzkonstruktion auf dem obersten Geschoss (maenianum summum in ligneis), das Titus anbauen ließ.

      Das Kolosseum ist ellipsenförmig gebaut. Seine Breite beträgt 156 Meter, die Länge 188 Meter, der Umfang 527 Meter, die Höhe 48 Meter. Auch der Boden der Arena war elliptisch mit einer Breite von 54 Metern und einer Länge von 86 Metern. Die runde Form sollte verhindern, dass Gladiatoren, zum Tode Verurteilte oder gejagte Tiere in einer Ecke Schutz suchen konnten. Den Boden der Arena bildeten Holzbohlen, die sich nach Bedarf entfernen ließen. Darunter befanden sich die Kellerräume und das 7 Meter dicke Fundament.
      Zitate und Infos aus Wikipedia de.wikipedia.org/wiki/Kolosseum

      Das Kolosseum dient seit dem Jahr 1999 als Monument gegen die Todesstrafe. Immer wenn ein Todesurteil ausgesetzt wird oder ein Staat dieser Welt die Todesstrafe abschafft, wird das Kolosseum 48 Stunden lang in bunten Farben angestrahlt. Getragen wird die Aktion von der italienischen Regierung und verschiedenen Menschenrechtsgruppen, darunter Amnesty International und der katholischen Gemeinschaft Sant’Egidio.



      Auch der Ortsunkundige findet das Collosseum ohne Probleme, liegt es doch an der gleichnamigen Straßenbahn- (Linie 3) und Metrostation. Im Vorverkauf bekommt man die Eintrittskarten etwas teurer, aber man hat dann nur eine kurze Warteschlange, eine halbe Stunde hab ich damit bestimmt gespart. Sicherheitskontrollen auch hier, immerhin musste ich nicht die Stiefel ausziehen.























      Viele zum Teil kunstvoll bearbeitete Steine liegen einfach herum.



      Es gibt jetzt eine Reiseberichtspause, weil ich ab morgen bis zum 2. April in Schweden bin
      Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an (Kurt Tucholsky)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Grizzly ()