(4) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 4

    • Sieben auf einen Streich.

      Heute konnte ich innerhalb einer Stunde 7 Nepomuks in Mödling, Hinterbrühl, Gaaden und Heiligenkreuz entdecken und dokumentieren.

      In Mödling hatten wir ja bereits einen. Ein weiterer steht oben bei der Kirche St. Othmar. Das Chronogramm konnte ich mit 1718 entschlüsseln, seitdem ich dank Wikipedia weiß, wie das mit den Chronogrammen funktioniert.





      Unten, auf der Bundesstrasse 11 findet man dann beim Mödlingbach eine weiter Statue. Dieser Nepomuk dürfte aber etwas angestellt haben, denn er ist hinter Gittern.





      Weiter nach Hinterbrühl findet man am Mödlingbach an der Hauptstrasse Kreuzung Beethovenstrasse diesen schönen Nepomuk. Hier ist man um den Ruf besorgt und gegenüber ist Dankbarkeit formuliert, dass man von der Cholera verschont blieb.






      Und weiter geht es nach Gaaden, wo gleich am Ortsanfang rechts bei der Bushaltestelle ein weiterer Nepomuk steht.




      Betritt man in Gaaden die Kirche, eröffnet sich eine ganz besondere Ansicht gegenüber der Kanzel, da steht Nepomuk als Gegenkanzel in mystischem Licht. Was will er uns sagen?




      Und Heiligenkreuz geht sich auch noch innerhalb der einen Stunde aus. Der Sattelbach muss besonders gefährlich gewesen sein, denn hier findet man rechts und links des Ufers gleich jeweils einen Nepomuk, was die heiligen Sieben an diesem Tag komplett macht.






      Johannes
    • Neu

      Ja, liebe Elke, ich gestehe, früher sind sie mir eher zufällig über den Weg gelaufen, jetzt ist es eher umgekehrt. Aber die Schönsten bleiben immer noch diejenigen, die mir unbeabsichtigt über den Weg laufen.

      Was es mit dem Ruf auf sich hat, weiß ich nicht, das Mädchen am Strassenrand dient wohl nur der Verkehrssicherheit.

      Dass der Nepomuk auch für den Erhalt des guten Rufes herhalten muss, war mir jedenfalls neu.

      Und nur zur Ergänzung, das mit dem Chronogramm funktioniert so:

      In der lateinischen Inschrift sind einzelne Buchstaben groß geschrieben. Das sind die römischen Zahlen, aus denen sich dann die Jahreszahl ableiten lässt.

      Beim Nepomuk vor St. Othmar steht:

      sanCt IoanI DenepoMVk ereXIt

      Das n bei IoanI hat einen Überstrich, das bedeutet nur Verdoppelung des Buchstabens. Die Zahlenwerte sind also:

      C, I, I, D, M, V, X, I

      Nun muss man sie nur in die richtige Reihenfolge bringen, also M für 1.000, D für 500, C für 100, X für 10, V für 5 und I für 1, ergibt

      MDCCXVIII = 1718

      Ich habe etwas länger gebraucht, das zu entschlüsseln, aber wenn man es erst einmal weiß, ist es einfach, wie so vieles im Leben.

      LG

      Johannes
    • Neu

      An der Hauptstraße von H: Etyek, Komitat Fejér, Westungarn, gleich neben dem ungarischen Brunnen, steht die etwa lebensgroße Kalksteinstatue von Johannes Nepomuk.



      Am Brunnen holten die Bewohner des Ortes früher ihr Trinkwasser und wuschen ihre Wäsche im See.
      Der Brunnen fördert heute noch etwa 6 bis 700 Liter Wasser pro Minute, aber leider ist das Wasser nicht mehr trinkbar (Düngemittel), und der See wurde abgelassen.



      Der Nepomuk wurde um 1750 von Imre Plájes geschaffen. Nach der Restaurierung durch Péter Rákos,im August 2001, kam er an seinen ursprünglichen Platz zurück.
      Leider ist die Gravur im Sockel nicht mehr zu entziffern.


      Liebe Grüße von waldi :174:
      Und immer neugierig bleiben!
    • Neu

      Steyr, Hammerschmiedberg

      Dort, wo die Steyr abgezweigt wird in den Wehrgraben und tosend hinabfließt, wo das alte Handwerk ansässig war, steht, etwas auf der Anhöhe des Hammerschmiedberges, eine Kapelle mit dem hl. Nepomuk.



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    • Neu

      Weitere Nepomuks in Steyr:

      An der Mauer des Schlosses Engelseck, in der Redtenbachergasse



      Die Nepomuk-Kapelle beim Schloss Lamberg. Dieser Nepomuk zieht sogar den Hut vor den Passanten.




      Wenn man beim Schloss hinuntergeht zum Zusammenfluss der Steyr mit der Enns und über die Brücke geht, findet man vor der Michaelerkirche diesen Nepomuk. Hier gibt es öfter Hochwasser und Nepomuk muss gut aufpassen.






      Beim Quenghof in der Spitalskygasse steht diese Nepomuk-Kapelle. Nepomuk hält ebenfalls die Kappe in der Hand.





      Hier ist im Text ein Chronogramm versteckt:



      Begehret Dessen MäChtIge VorbIltt In aLLen AngeLegenheIten. DMCIIILLI in der richtigen Reihenfolge ergibt die etwas ungewöhnliche Schreibweise für 1753 MDCLLLIII.

      Vom Quenghof ist es nicht weit nach Christkindl, wo ebenfalls eine Nepomukkapelle steht. Auch dieser Nepomuk hält seine Kappe in der Hand.





      In der Kirche findet sich wieder einmal ein Nepomuk als Gegenkanzel. Leider war der Kirchenraum versperrt, sodass ich ihn nur von der Ferne ablichten konnte.



      Verlässt man dann Steyr auf der Tomitzstrasse Richtung Wien, kann man unterhalb des Gymnasiums noch einem Nepomuk winken:



      Johannes

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      Jetzt muss ich schnell meinen österreichischen Nepomuk einstellen, sonst kommen mir Johannes oder Josef noch zuvor! :wink:

      Auf meiner Heimfahrt aus Ungarn kam ich dieses Jahr auch durch A: Wolfsthal, Bezirk Bruck an der Leitha, Niederösterreich.
      Von Bratislava kommend fuhr ich auf der ehemaligen Bundesstrasse 9, jetzt Pressburger Straße oder Hainburger Straße genannt, um nach Bisamberg zu kommen.
      Vor der Pfarrkirche von Wolfsthal entdeckte ich 2 Statuen auf Postamenten. Feuer und Wasser - sozusagen.



      Links steht der Heilige Florian aus dem Jahre 1780, und rechts der Heilige Nepomuk aus dem Jahre 1735.





      Auf der Rückseite des Sockels steht noch die Jahreszahl 1857. Da ist er wohl mal restauriert worden.


      Liebe Grüße von waldi :174:
      Und immer neugierig bleiben!
    • Neu

      Ein sehr schönes Arrangement! Da bin ich sicher schon vorbeigefahren und hab sie doch glatt übersehen, tsts. Ich bin immer wieder erstaunt über die Nepomukdichte in Österreich, Tschechien und Ungarn. Bin schon gespannt auf die nächsten...

      LG

      Johannes
    • Neu

      Nepomukstatue in CZ: Jaroměřice nad Rokytnou (Jameritz), Okres Třebíč (Trebitsch), Tschechien.

      Auf der Brücke über den Fluss Rokytná in Jaroměřice nad Rokytnou, habe ich diesen
      herrlichen Nepomuk samt Engel gesehen.



      LG Josef
    • Neu

      In D: Lauda, Main-Tauber-Kreis, Regierungsbezirk Stuttgart, Baden Württemberg, fuhr ich über die alte Steinbrücke über die Tauber...



      ... aus dem Jahre 1512.



      Drei Denkmäler trägt die Brücke.
      Das Älteste stammt aus dem Jahre 1593 und ist ein Kreuz mit einem Bibelspruch.



      Das Wappen ist das von Lauda. Die Renn- oder auch Sturmfahne weist auf die Zugehörigkeit zum Würzburger Stift hin und wird auch "Würzburger Fähnlein" genannt.
      Der Bibelspruch stammt aus Jeremias 1, Klagelieder, Vers 12 und heisst vollständig:
      „O ihr alle, die ihr hier vorübergeht, schauet und sehet, ob ein Schmerz sei wie mein Schmerz, der mich getroffen, mit welchem mich der HERR bekümmert hat am Tage seines grimmigen Zorns!“

      Der Bildstock mit der Pieta stammt von 1644 und wurde von einem Metzger gestiftet.

      Der Nepomuk ist der jüngste Bildstock.



      Leider ist die Inschrift im Sockel nicht vollständig restauriert.




      Liebe Grüße von waldi :174:
      Und immer neugierig bleiben!
    • Neu

      waldi schrieb:

      Leider ist die Inschrift im Sockel nicht vollständig restauriert.
      Ja, schade, dass das nicht mehr möglich war.
      Manchmal wäre es bestimmt interessant zu erfahren, ob es einen Grund gab, warum "private" Personen einen Bildstock errichten ließen.

      Liebe Grüße,
      Elke
    • Neu

      waldi schrieb:

      Bist Du sicher, dass es ein Nepomuk ist, Josef?

      Da kommen bestimmt noch Platten mit Inschriften um den gemauerten Sockel, oder?
      Vielleicht kriegt er dann auch noch ein Kreuz.


      Liebe Grüße von waldi :174:


      Hallo Waldi!

      Ja, ich bin mir sicher, dass es ein Nepomuk ist.
      Es handelt sich um jenen Nepomuk der stark ramponiert und vergessen
      am Sparkassenplatz, besser gesagt in der Wienerstraße am Zaun stand.



      Kenne auch den pensionierten Schuldirektor gut, der sich um die Renovierung
      des vergessen Nepomuk kümmerte.

      Habe diesen Nepomuk 2012 unter Teil 2 Nr.: 99 ins Forum gestellt und damals
      folgenden Text geschrieben:

      In der Stadt Hartberg, Oststeiermark
      habe ich noch einen sehr alten Nepomuk gefunden.
      Er stand früher beim Ungarntor an der östlichen Altstadt und wurde
      als die Wehrmauer und das Ungarntor abgerissen wurden,
      am Sparkassenplatz 2 in der Ungarvorstadt neu aufgestellt.

      Diese neuere Beschreibung des Nepomuks konnte ich unter Hartberg finden:

      Die Sockelfigur des hl. Johannes Nepomuk stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.
      Sie stand ursprünglich auf der Brücke vom Ungartor zur Vorstadt und wurde nach Zerstörung
      des Tores 1832/1845 an den Standort am Sparkassenplatz (♁Lage) versetzt.
      Der Sockel ist älter, er trägt die Bezeichnung P.1671.T.[16] Der Bildstock wurde 2016/2017 renoviert
      und auf seinem neuen Platz im Rochuspark aufgestellt.
      LG Josef

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Josef ()

    • Neu

      Danke für die klärenden Ergänzungen, Josef! :up:

      Am 22. Mai 2016 feierte man in H: Dunaharaszti, Komitat Pest, Ostungarn das 300-Jahre-Jubiläum der barocken Johannes Nepomuk Staue.
      Sie steht auf einem Sockel im Bereich des Gartens vor der Hauptfassade der römisch-katholischen Kirche die dem König Stefan geweiht ist.





      Die Inschrift auf dem Sockel kann heute noch gut gelesen werden (sofern man das Latinum beherrscht).



      Oben ist das Wappen der Familie Laffert, 1716 datiert.



      Als Tradition der deutschen Minderheit war diese Jubiläumsfeier Teil einer Radio- und Fernsehserie über Bräuche von ethnischen Minderheiten in Ungarn.
      Nach einer Messe zu Ehren des Heiligen Nepomuk machte man eine Lichter-Prozession zum Donauufer und ließ die Kerzen auf den Wellen der Donau flussabwärts schwimmen.
      Danach feierte man im Laffert-Herrenhaus mit Musik, Tanz und anderem Brauchtum bis zum Abend.


      Liebe Grüße von waldi :174:
      Und immer neugierig bleiben!
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      Wien, 1210, Floridsdorf, Jedlesee

      Jedlesee war eine beliebte Einkehrstation für die Fuhrleute, die über die Donau zwischen Marchfeld und Nussdorf schipperten. Insofern ist ein hl. Nepomuk dort zu erwarten, der bislang versteckt im Hof des renovierungsbedürftigen Herrschaftshauses am Lorettoplatz 5 stand.

      Dieses Herrschaftshaus, auch Loretto-Schlössl und seit 1841, als es in den Besitz des Stiftes Klosterneuburg ging, Klosterneuburger Hof genannt, wurde renoviert und seit gestern steht der hl. Nepomuk nun vor dem Haus. Noch ist Baustelle rundherum und sobald alles fertig ist, werde ich neue Fotos anfertigen.



      Johannes
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      Wien 1180, Ottakring

      In der Erdbrustgasse Ecke Thaliastrasse vor dem Karl Kantner Park steht diese um 1750 entstandene Statue Johannes Nepomuks. Sie steht auf einem Brückenbogen der Prager Karlsbrücke. Die Statue ist so wunderschön gülden gefasst, dass man sie nicht anfassen darf!




      Johannes