(4) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 4

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    • Nepomuk in Seibersdorf, Bezirk Hartberg-Fürstenfeld,Steiermark.

      Der Hl. Nepomuk befindet seitlich auf einem Bildstock, der eigentlichaus einem anderen Grund errichtet wurde.



      Der Bildstock wurde zur Erinnerung an Wolfgang Graf von Wurmbrand-Stuppach, dem Besitzer von Schloss Reitenau,
      errichtet, der am 7.August 1704 von einem Bauerngericht, das ihn der Kollaboration mit den Kuruzen verdächtigte,
      zum Tode verurteilt und an dieser Stelle hingerichtet wurde.





      LG Josef

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Josef () aus folgendem Grund: Zusammenschreibung berichtigt.

    • Josefs Bildstock in Seibersdorf schrieb:


      DER KRIEG HAT LEBEN VIEL VERNICHTET,


      DURCH UNSERN HERRN IST FRIEDE WORDEN.
      Das wird wohl noch lange ein frommer Wunsch bleiben!
      Damals waren es die Kuruzen. Heute...
      Diese Spezies scheint nicht auszusterben.


      befürchtet waldi :174:
      Und immer neugierig bleiben!
    • Zwei Nepomuk-Statuen in Dettelbach (Kreis Kitzingen, Unterfranken).

      Der erste ist wirklich ein Brückenheiliger: er steht auf einer - naja, Brücke ist vielleicht übertrieben, sagen wir: auf einem steinernen Steg über ein Gewässerchen, das die kleine Stadt durchfließt. Lt. Denkmalliste ist er mit "1719" bezeichnet; das wäre zwei Jahre vor der Selig- und zehn Jahre vor der Heiligsprechung. (Das Fähnchen am Fenster dahinter bedeutet nur, daß gerade Fußball-WM war. ^^ )

      Der zweite ist ein Hausheiliger; ebenfalls lt. Denkmalliste "17. Jahrhundert", was aber schon recht verwunderlich wäre.



    • In der Leonhardskirche in Laupheim (Kreis Biberach, Baden-Württemberg) habe ich mich doch gewundert: Offenbar hat es da ein Zerwürfnis zwischen Maria und Nepomuk gegeben. Sie schaut ihn ziemlich seltsam von der Seite an, und während er sonst manchmal vor ihr auf den Knien liegt (wie z. B. in Unterwachingen), wendet er sich hier von ihr ab und appelliert offenbar an jemanden außerhalb des Bildes um Beistand. (Ist natürlich nur eine Sache des Aufnahmewinkels. ^^ )

    • nyra schrieb:

      Sie schaut ihn ziemlich seltsam von der Seite an,
      Wenn ich das Bild hier in der Draufsicht so betrachte, meine ich, Maria verdreht die Augen nach oben, so nach dem Motto: " Ach Gottchen". :whistling:

      Aber wie du schon sagtst, " es kann auch im Aufnahmewinkel " liegen.

      lieben Gruß
      Helmut
      Wer nichts weiß, muss alles glauben.
      Marie von Ebner-Eschenbach
    • wallbergler schrieb:

      Maria verdreht die Augen nach oben, so nach dem Motto: " Ach Gottchen".
      Von vorne gesehen, hat sie wohl wirklich nur den barocken Blick schräg nach oben. Dieser Blick war ja damals schwer in Mode. Im Extremfall verdrehen die Heiligen die Augen so weit nach oben, daß man unter der Iris das Weiße sieht (so wie bei deinem Smiley). Ich glaube, es war im Dom zu Passau - nachdem ich an sämtlichen Altarbildern vorbeigelaufen war, dachte ich, noch eine(n) weitere(n) barocke(n) Heilige(n) :saint: könnte ich beim besten Willen nicht mehr ertragen. :244:
    • Egal, wo man hinkommt, egal, was man anschaut – man begegnet IHM überall. Gestern war ich im Donauschwäbischen Zentralmuseum (Ulm). Ich blätterte in einem Buch mit alten Fotos aus Ungarn und sah dieses hier:




      Es befindet sich auf einer Doppelseite mit Bildern von Zsámbék/Schambek; auf derselben Seite ist auch ein Foto von der Kirchenruine, die uns hier schon in wunderbaren Bildern vorgestellt wurde.




      Zu dem kleinen Nepomuk-Bildchen gibt es keinen Kommentar. Im Text zum Ort heißt es: "Ab 1712 werden Deutsche aus dem Biberacher Raum im Ort angesiedelt. Bis 1945 ist der Ort überwiegend von Deutschen besiedelt." (Waldi erwähnt in einem Zusatz zu seinem Bericht eine Firma mit dem "sehr ungarisch klingenden Namen Ziegler".)

      Nun habe ich natürlich im Internet nach einer Abbildung dieses Nepomuk gesucht und auch eins gefunden, siehe hier. Es ist nur klein, aber das ungewöhnliche Schleifchen unterm Kragen, die Haltung der ziemlich grobschlächtigen Hände und die unter dem Kreuz liegende Palme zeigen eindeutig, daß es dieselbe Statue ist. Da es sich um einen Reisebericht aus dem Jahr 2012 handelt, existiert dieser Nepomuk also noch.

      Es gibt aber ein zweites, sehr schlechtes und offensichtlich nach einem Druck reproduziertes Foto, das dieselbe Kirchenfassade zeigt, davor aber einen Nepomuk ohne Kopf; im Text darunter heißt es: "Die in der Stalinistischen Aera 1963 geköpfte Statue des hl. Johannes Nepomuk." Es scheint also, daß man dem zweimaligen Märtyrer (erst ertränkt, dann geköpft) inzwischen wieder einen Kopf aufgesetzt hat.

      Aber Waldi hat ja eine Nichte, die in diesem Dorf zur Schule geht. Vielleicht schaut er mal, wenn er wieder in Ungarn ist, nach der katholischen Kirche und dem Nepomuk davor?
    • Hallo Nyra!

      Hast Du ihn nicht gefunden?
      Im Beitrag 133 im Teil 3 von "Nepomuk der Brückenheilige" ist der Nepomuk von Zsámbék zu sehen (mit Kopf).

      Du liest die Beiträge offenbar sehr intensiv. Meine Nichte hat inzwischen die Schule, und damit den Schulort gewechselt.
      Trotzdem fahre ich auf dem Weg zu ihr meist durch diesen Ort und an der Firma Ziegler vorbei.
      Manchmal halte ich auch mal kurz an. :roll: Die Oblaten mit Zimt und Zucker mag ich!


      Liebe Grüße von waldi :174:
      Und immer neugierig bleiben!
    • Hallo Waldi,

      nein, ich hatte ihn nicht gefunden. Um Dubletten zu vermeiden, schaue ich ja automatisch erstmal nach, ob es den Nepomuk, den ich hier einstellen will, schon gibt. Aber bei der Suche nach dem Ortsnamen bin ich nur auf den Bericht über die Kirche gestoßen. Es ist mir schon öfter passiert, daß ich etwas nicht gefunden habe, das aber da ist, wie ich dann bei anderer Gelegenheit oder zufällig festgestellte. Woran das liegt, weiß ich nicht. Mehr als ein Suchwort einzugeben kann man doch nicht tun?

      Aber jetzt bin ich beruhigt. Denn daß du einen Ort angeschaut und den Nepomuk übersehen hast, konnte ich einfach nicht glauben. ^^

      Den 1963 abgeschlagenen Kopf hat offenbar ein guter Mensch aufgehoben, und in ungefährlicheren Zeiten hat man ihn dem Heiligen wieder aufgesetzt. :thumbup:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von nyra ()

    • nyra schrieb:

      Den Nepomuk in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Kaufering (nahe Landsberg am Lech, Oberbayern) juckt's an der Nase. Wieso wohl? Na, egal, es zeigt, daß auch Heilige menschlichen Übeln unterworfen waren. ^^
      Die Perspektive lässt mich daran zweifeln, dass es ihn an/in der Nase juckt, nyra.
      Ich vermute mal, dass sein Zeigefinger den Daumen berührt, sodaß quasi ein Loch entsteht in dem früher mal ein Palmenzweig steckte.
      Den hat man ihm irgendwann geklaut. :thumbsup:

      Liebe Grüße von waldi :174:
      Und immer neugierig bleiben!
    • Ich glaube natürlich nicht wirklich, daß dieser Nepomuk sich an der Nase kratzt :mrgreen: . Daß er in der fraglichen Hand einen Palmenzweig hielt, kann ich mir aber nicht denken. So ein Wedel hätte das Gesicht doch zumindest teilweise verdeckt; nicht umsonst halten andere Nepomuks ihre Palme in der nach unten hängenden, manchmal sogar noch etwas nach außen ausgestreckten Hand. Die Handhaltung ist schon seltsam. Was könnte er sonst in der Hand gehalten haben? Seine Zunge? Das sieht man nur auf eher naiven Darstellungen.
    • waldi schrieb:

      Die Perspektive lässt mich daran zweifeln, dass es ihn an/in der Nase juckt, nyra.
      Gemeint ist wohl einfach der wohlbekannte Schweigegestus, nur daß durch die Perspektive der Finger vom Mund zur Nase hin verrutscht ist.

      Eindeutig ist die Geste dagegen in der Wallfahrts- und ehemaligen Abteikirche St. Peter und Paul in Oberelchingen (Kreis Neu-Ulm, Bayerisch Schwaben):

    • "Ganz in Weiß und ohne Palmenstrauß..."
      ... und mit ein bisschen Gold wirkt der Nepomuk schon sehr festlich, finde ich.

      Eher ein Vetreter der naiven Kunst steht vor der Kirche zur "schmerzhaften Heiligen Jungfrau" in H: Mátraderecske (Komitat Heves, Ostungarn).

      ...

      Die Inschrift darunter verweist auf die Initiatoren.



      "Gott zur Ehre aufgestellt von András Cseh und Gattin Erzsi Fazekas im Dezember 1929"


      Liebe Grüße von waldi :174:
      Und immer neugierig bleiben!
    • waldi schrieb:

      Eher ein Vetreter der naiven Kunst ...
      Die Naiven sind mir viel lieber. Heilige in Kirchen fotografiere ich nur, wenn sie mir aus irgendeinem Grund besonders gefallen (Nepomuks natürlich immer, seit ich in diesem Forum bin), aber an Häusern oder Bildstöcken in jedem Fall.
    • Nepomuk in Friedberg, Bezirk Hartberg-Fürstenfeld, Steiermark.

      Das Hochaltarbild der Pfarrkirche Friedberg zeigt die Verherrlichung
      des Apostels Jakobus.
      Links und rechts des Altarbildes befinden sich je drei Heiligendarstellungen.
      Von links beginnend sind dies: hl. Florian, hl. Johannes Nepomuk, hl. Patritzius.
      Rechts vom Altarblatt: hl. Franz Xafer, hl. Petrus Fourier und hl. Donatus.





      LG Josef
    • Auf diesem Altarbild kniet Nepomuk vor einem kleinen, von Putten getragenen Marienbild. Links von ihm ist schattenhaft
      im Hintergrund zu sehen, wie er von der Moldaubrücke gestürzt wird; ein darüber fliegender Engel schleudert einen Blitzstrahl herab.

      Ungewöhnlich ist, daß das Engelchen rechts unten nicht den Finger auf die Lippen legt, sondern eine Binde um den Mund hat.
      In der Hand hält es einen Schlüsselbund – auch der Schlüssel begegnet ja manchmal als Symbol für den "verschlossenen Mund".




      Die Altarbekrönung zeigt Nepomuk, wie er der knienden Königin die Beichte abnimmt. Die lateinischen Worte in der Kartusche
      ("cave ne loquaris") besagen sinngemäß: "Hüte dich zu sprechen."




      Die Bilder sind zu sehen auf einem der beiden Seitenaltäre in der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Stetten ob Lontal (Gde. Niederstotzingen, Kreis Heidenheim, Baden-Württemberg). Die Fotos hab ich nicht besser hingekriegt – die Kirche ist dunkel, und der Altar ist hoch. :(
    • Die Bilder sind doch nicht schlecht wenn man die Dunkelheit in der Kirche bedenkt! Oft befindet sich über dem Altar dann noch ein Fenster das das Bild noch dunkler macht.
      Da habe ich schon wesentlich schlechtere Bilder hier eingestellt.

      Seit etwa 1970 hat dieser knieende Nepomuk seinen Platz in einer Nische der St. Anna-Kirche von H: Nick (Komitat Vas, Westungarn).

      ...

      Nicht nur die knieende Ausführung ist selten, sondern auch das Birett in der linken Hand ist ungewöhnlich.
      Vor der Platzierung an der Kirche soll er am abgerissenen Schiller-Schloß gestanden haben.
      Eine andere Überlieferung will ihn an einer Brücke über den nahen Bach gesehen haben.


      Liebe Grüße von waldi :174:
      Und immer neugierig bleiben!